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Andreas-Salomé, Lou >>
Andreas, Friedrich Carl
Orientalist,
* 14.4.1846 Batavia (Niederländisch Indien),
† 3.10.1930 Göttingen. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
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| Autor
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Genealogie ↑
V armenischer Herkunft, holländischer Militärarzt in Batavia;
M geborene Weitz (?);
⚭ Berlin 1887 Lou von Salomé (s. 2); kinderlos.
Leben ↑
Nach Schulausbildung in der Schweiz studierte Andreas Orientalistik an mehreren deutschen Universitäten und promovierte in Erlangen 1868 mit einer Arbeit über die schwierige mittelpersische Sprache, das Pehlevi. Zum Studium der Pehlevi-Handschriften weilte er eine Zeitlang in Kopenhagen, wo er dem Kreis um Georg Brandes angehörte; auch später standen dänische Gelehrte zu ihm in engen Beziehungen. 1875/76 wurde er epigraphischer und archäologischer Begleiter der astronomischen Expedition zur Beobachtung des Venusdurchgangs in Persien, wo er nach Ende der Expedition zu eigenen Studien bis 1882 blieb und einige Zeit Generalpostmeister war. 1883-1903 lehrte er Türkisch und Persisch in Berlin; 1903 wurde er Professor für Iranisch an der Universität Göttingen. Hier leistete er für die Entzifferung der von den deutschen Expeditionen nach Zentralasien entdeckten Turfanfragmente grundlegende Arbeit. Im ersten Weltkrieg sammelte er Erzählungen und Lieder von Kriegsgefangenen aus dem Osten in deutschen Lagern. Andreas war einer der vielseitigsten und kenntnisreichsten deutschen Orientalisten, hatte aber auch lebhafte literarische Interessen, die ihn mit Lou von Salomé zusammenführten. Auf eigene Veröffentlichungen legte er weniger Wert; es genügte ihm, wenn er seine Kenntnisse und Entdeckungen Schülern und Kollegen mündlich mitteilte. Sein Hauptgebiet waren die iranischen Sprachen in ihrer Entwicklung vom Altertum bis zur Neuzeit und in allen ihren Dialekten einschließlich des Afghanischen, Belutschischen (mitsamt dem in Belutschistan gesprochenen drawidischen Brahui), Ossetischen und Kurdischen. Er war aber auch mit dem Sanskrit, dem Hindustani, dem Arabischen, Aramäischen, Hebräischen, Armenischen und Türkischen gründlich vertraut. Zudem war er ein hervorragender Entzifferer von Handschriften und Inschriften.
Werke ↑
Ausg. des „Mainys-i-Khard“, 1882;
Ausg. d. Tafelwerkes Persepolis, 1882 (mit F. Stolze); Die Handelsverhältnisse Persiens, 1895; Die Babi's in Persien, 1896; Die dritte Gāthā d. Zarathustra, 1909; Die erste, zweite u. fünfte Gāthā d. Zarathustra, Versuch einer Herstellung d. älteren Textformen nebst
Übers., 1913 (mit J. Wackernagel);
Eine größere Anzahl v. kleineren Schrr., Aufsätzen, Enzyklopädiebtrr. u. Buchbesprechungen, meist z. pers. Philol. u. Kulturgesch., die bis 1916 erschienen sind, in: Festschr. f. F. CA., 1916; Vier
pers. Etymologien, 1918; Bruchstücke einer Pehlevi-
Übers. d. Psalmen aus d. Sassanidenzeit, 1910,
vollst. aus d. Nachlaß
hrsg. v. K. Barr, 1933; Gāthās d. Zarathustra,
hrsg. v. H. Lommel, 1934; Iran. Dialektaufzeichnungen.
hrsg. v. K. Barr, W. Henning u.
A. Christensen, 1939.
Literatur ↑
Festschr. f. F. C.
A., 1916;
Ztschr. f.
Indol. u. Iranistik 8, 1931, S. 12-17;
G.
v. Selle, F. C.
A., in: Indogerman.
Jb. 15, 1931, S. 366 ff.
Autor ↑
Enno LittmannEmpfohlene Zitierweise ↑
Littmann, Enno, „Andreas, Friedrich Carl“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
284
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116012498.html
Andreas, Friedrich Carl
Name: Andreas, Friedrich Carl
Lebensdaten: 1846 bis 1930
Geburtsort: Batavia (Niederländisch Indien)
Sterbeort: Göttingen
Beruf/Lebensstellung: Orientalist
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Littmann, EnnoPND: 116012498