<< Posner, Ernst Maximilian
Possart, Ernst Heinrich von >>
Possanner von Ehrenthal, Bruno
Papierchemiker,
* 27.1.1879 Wien,
† 20.2.1942 Köthen (katholisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
Vorfahre Michael Possan(n)er
v. E. (
österr. Adel 1667),
kaiserl. Ing. in Steyr, erbaute Schloß Ehrenthal
b. Klagenfurt;
V Ernst (1832–1901),
Dr. iur. utr. , Stenograph (s.
ÖBL),
S d. Franz Xaver (1792–1845),
Bes. v. Faustulanum
b. Laibach,
k. k. Bez.-kommissar, u. d. Susanna Fröhlich (1802–66);
M Laura Sophie (1845–95),
T d. Hofrats Karl August
Rr. v. Reichenbach u. d. Maria Barbara Rudolf;
Ov Benjamin (1822–1906,
österr. Frhr. 1891), Sektionsrat im
k. k. Finanzmin.; –
⚭ Margarethe (1889–1955),
T d. Lehrers Christian Meyer in Gmunden u. d. Emilie Ebeling; Cousine Gabriele (1860–1940),
Dr. med., erstes weibl.
Mitgl. d. Wiener Ärztekammer, Med.rat (s. OBL;
Hist. Lex. Wien).
Leben ↑
P. legte 1899 das Abitur ab, studierte an der
Univ. Wien Chemie und wurde 1903 promoviert. Es folgten Tätigkeiten in der elektrochemischen Abteilung der
Fa. Siemens u. Halske in Wien und bei der Papier- und Cellulosefabrik von Eichmann u.
Co. in Arnau (Böhmen). 1904-07 war er in der Zellstoffabrik der „Leykam-Josefsthal
AG“ in Gratwein (Steiermark) beschäftigt, anschließend bei den Papierfabriken Sutter in Schopfheim (Baden) und Friedr. Erfurt in Straupitz bei Hirschberg (Schlesien).
Ein völlig neues Aufgabenfeld erschloß sich für
P. 1910 mit der Berufung auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für Papier- und Zellstoffabrikation an der 1906 vom „Verein Deutscher Papierfabrikanten“ errichteten Papiermacherschule zu Köthen. 1915-18 leistete er Militärdienst. 1926 gelang
P. die Schaffung eines neuen chemisch-technologischen Instituts, in das auch seine „Papiertechnische Abteilung“ einbezogen wurde. Parallel dazu erfolgte eine erhebliche Aufwertung des Studiengangs. Die Ausbildungszeit wurde von zunächst vier auf sechs und schließlich auf sieben Semester verlängert.
P. verfaßte Lehrbücher und publizierte in der Fachpresse vor allem über sein Spezialgebiet, die Gewinnung und Erschließung neuer Rohstoffe für die Zellstoff- und Papierindustrie. Seit 1907 war er Mitglied des „Vereins der Zellstoff- und Papier-Chemiker und -Ingenieure"; er gehörte seit 1926 dem Vorstand an und wurde Vorsitzender des „Fachausschusses Papier“, seit 1927 auch Vorsitzender der Festigkeitskommission. Der unter seiner Leitung entwickelte Blattbildungsapparat „Rapid-Köthen“ wurde in der Zellstoff- und Papierindustrie zum Standardgerät. 1928 übernahm
P. auch die Schriftleitung der Zeitschrift „Der Papier-Fabrikant“.
Werke ↑
Probleme d. Papierfärberei, in:
Wbl. f. Papierfabrikation 42, 1911, S. 1625–28, 1803-05;
Die Pa
|pierfabrikation, 1913;
Die Papierind. auf d. „Bugra“, in: Archiv f. Buchgewerbe 51, 1914, S. 239-44;
Papierprüfung,
ebd. 53, 1916, S. 69-76, 116-122;
Lehrb. d.
chem. Technol. d. Papieres, 1923;
Lignocellpapier, in: Der Papier-Fabrikant 25, 1927, S. 601-03;
Werkstoffmus. u.
Slg. „Das Papier“ in Magdeburg,
ebd. 31, 1933, S. 221 f.;
Die Papierprüfung, 1927.
Literatur ↑
25 J. Papiertechn.
Inst. an d. Gewerbe-HS zu Köthen, in: Papier u. Pappe 7, 1930, S. 103 f.;
Zum 25j. Dienstjubiläum
v. B.
P., in:
Wbl. f. Papierfabrikation 66, 1935, S. 77
(P);
P. Klemm,
ebd. 73, 1942, S. 76
(P);
Der Papier-
Fabr. 33, 1935, S. 26-29, 41 f., 40, 1942, S. 33
(P).
Autor ↑
Frieder SchmidtEmpfohlene Zitierweise ↑
Schmidt, Frieder, „Possanner von Ehrenthal, Bruno“,
in: Neue Deutsche Biographie
20
(2001), S.
653 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd130861464.html