<< Popp, Franz Josef
Popper, Hans >>
Popp, Lucia
Sängerin (Sopran),
* 12.11.1939 Ungeraiden (Uhoršká Veš) bei Preßburg,
† 16.11.1993 München.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V N. N.,
Ing.;
M N. N., Sängerin;
⚭ 1) 1965 György Fischer (
* 1935), Dirigent, 2) Peter Jonas (
* 1946), D. mus.
h. c., seit 1985
Gen.dir. d. English
Nat. Opera London, seit 1993 Intendant d.
Bayer. Staatsoper in
M. (s.
Wi. 1997;
Munzinger), 3) 1986 Peter Seiffert (
* 1954), Opernsänger (Tenor),
bayer. Kammersänger (s.
Wi. 1997).
Leben ↑
Nach einem abgebrochenen Medizinstudium studierte
P. 1959-63 an der Musikakademie Preßburg (Bratislava). Nach ihrem dortigen Debüt als Königin der Nacht in der „Zauberflöte“ wurde sie 1963 von Herbert
v. Karajan an die Wiener Staatsoper engagiert, wo sie sich in derselben Rolle vorstellte und anschließend vor allem das Koloraturfach sang. 1967 folgte sie ihrem ersten Mann an die Kölner Oper, wo sie an dem von István Kertész und Jean-Pierre Ponnelle (1932–88) erarbeiteten Mozart-Zyklus mitwirkte. Bereits früh begann sie ihre Gastspieltätigkeit, die sie seit 1966 regelmäßig an die Covent Garden Opera führte. 1967 gab sie ihr Debüt an der Metropolitan Opera als Königin der Nacht in Marc Chagalls „Zauberflöten"-Inszenierung. Seit 1963 trat sie regelmäßig bei den Salzburger Festspielen auf, zunächst in kleinen Rollen, später als Pamina („Die Zauberflöte"), Ilia („Idomeneo"), Sophie („Der Rosenkavalier“) sowie als Gräfin in „Capriccio“. Seit den 70er Jahren war sie häufig an der
Bayer. Staatsoper München zu hören, deren Kammersängerin sie 1983 wurde. Hier nahm sie als Sophie an den legendären „Rosenkavalier“-Aufführungen unter Carlos Kleiber teil, eine Rolle, die ihrem silbrigen Sopran besonders entgegenkam. Zuletzt wirkte sie verstärkt am Opernhaus in Zürich.
Anfang der 70er Jahre gab
P. das Koloraturfach zunehmend auf und verlegte sich mehr auf lyrische Rollen, die sie langsam ins jugendlich-dramatische Fach erweiterte. So gastierte sie 1986 als Evchen („Die Meistersinger von Nürnberg“) bei den Bayreuther Festspielen und gab 1989 ihr Rollendebüt als Elsa („Lohengrin“) bei den Münchner Opernfestspielen.
P. war darüber hinaus eine berufene Interpretin des
tschech. Fachs, wie sie beispielsweise in der Aufnahme von Janáčeks „Das schlaue Füchslein“ unter Beweis stellte. Ebenso war sie eine gefragte Lieder- und Konzertsängerin, deren Repertoire bis zur frühen Moderne reichte. Als Liedinterpretin überzeugte sie mit kontrollierter Expressivität des Gesangs, verband Tonschönheit mit ausdrucksvoller Gestaltung.
P. spielte zahlreiche Operngesamtaufnahmen
|sowie Konzert- und Liedrepertoire auf Schallplatten ein.
Literatur ↑
J. Kesting, Die
gr. Sänger, 1986;
Presse
v. 17.11.1993
(P);
FAZ v. 18.11.1993
(P);
Stuttgarter
Ztg. v. 18.11.1993
(P);
NZZ v. 18.11.1993;
Gorzny;
K. J. Kutsch, L. Riemens, Gr. Sängerlex.,
31997;
Riemann, Erg.bd.;
New Grove;
Wi. 1992/93
(P);
Hist. Lex. Wien.
Autor ↑
Stephan HörnerEmpfohlene Zitierweise ↑
Hörner, Stephan, „Popp, Lucia“,
in: Neue Deutsche Biographie
20
(2001), S.
624-625
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd122068165.html
Popp, Lucia
Name: Popp, Lucia
Namensvariante: Fischer, Lucia
Namensvariante: Jonas, Lucia
Namensvariante: Seiffert, Lucia
Lebensdaten: 1939 bis 1993
Geburtsort: Ungeraiden (Uhoršká Veš) bei Preßburg
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Sängerin
Autor NDB:
Hörner, StephanPND: 122068165