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<< Poelzig, Hans     Poensgen, Reinhard >>

Poensgen Eisen- und Stahlindustrielle. (reformiert)
Leben  
Der Name P. ist seit dem 15. Jh. verbunden mit dem Eisenhüttenwesen: Johann Servatius Puntzgen (* um 1410 in d. Gfsch. Schleiden, 1490/95), 1439 Reidemeister (Betreiber e. Hammerwerks auf eigene Rechnung) in Göllicke bei Lüttich, wurde 1464 von Dietrich Gf. v. Manderscheid mit der Burg Steinenhaus belehnt und von hieraus Pontzeler, d. h. Erheber des Eisenzinses auf die Hammerwerke der Gfsch. Schleiden, daher auch „Pontzeler von Göllicke“ genannt. Er hinterließ drei Söhne, Johann, 1479 als gräfl. Pontzeler und Reidemeister genannt, Heinrich (um 1445–1514) und Mattheus (um 1450–1510), die um 1500 auf dem zum Steinenhaus gehörigen Hammer Wißgen und in Gangforth als Reidemeister nachweisbar sind. Seine Enkel, darunter Servatius ( n. 1567), bauten ihre Hütten zum Großgewerbe aus und prägten die erste Blütezeit der Eifeler Eisenindustrie mit. Balthasar ( n. 1584), Sohn des Servatius, war in der 2. Hälfte des 16. Jh. Büchsenmacher im Schleidener Tal. Sein Sohn Peter (um 1588 - n. 1661) arbeitete 1630 in Gemünd als Geschützbauer. Abraham (1782–1891) führte das neue Verfahren der Brüder Kechel von Kechlau zur Gußstahlgewinnung im Schleidener Tal ein.
1814/15 wurden unter preuß. Verwaltung die Eifler Hütten statistisch erfaßt. An acht von insgesamt 33 Betrieben waren Angehörige der Familie P. beteiligt. Sie teilte sich nach dem 30jährigen Krieg in zwei Hauptstämme. Während der jüngere weiterhin in der Eifel seßhaft blieb und das Hammerwesen betrieb, fiel den Söhnen Johanns (1632–1700) aus Kirschseiffen, Wilhelm (1693-n. 1737) und Anton (1698–1776), ein bedeutendes Muttererbe in Düren zu. Sie wurden Begründer des Düren-Kaldenkirchener Hauptstammes, der sich vornehmlich der Textilmanufaktur zuwandte. Als Johann Heinrich (1760–1814), Eisenfabrikant in Solingen, Sohn des Hellenthaler Reidemeisters Johann Heinrich (1729–99), den aus Düren stammenden Daniel Giesbert (1774–1817) in die Lehre nahm, wußte er nicht, daß dieser ein Verwandter war. Erst mit der Erarbeitung des ersten Stammbaums durch Kelleter und den Theologen Ernst (1848–1925), Enkel Daniel Giesberts und Sohn des wegen „demokratischer Umtriebe“ 1837 zu Festungshaft verurteilten Pfarrers Eduard (1808–51), wurde dies zu Beginn des 20. Jh. wieder bekannt. Daniel Giesbert, als Flanellfabrikant nach Aufhebung der Kontinentalsperre gescheitert, hatte drei unmündige Söhne hinterlassen, neben Eduard Julius (1814–80), seit 1861 Fabrikant von Bleiröhren und Heizungsanlagen in Mauel, sowie Albert (1818–80, s. 2), Begründer der deutschen Stahlrohrindustrie. Durch Alberts Initiative wurde die Familie nach Düsseldorf verpflanzt, ebenso das Röhrenwerk Alberts und das Blech- und Drahtwerk Reinhards (1782–1848, s. 1), Sohn Johann Heinrichs aus Solingen. Alberts Tochter Clara (1846–1910) heiratete 1870 den Düsseldorfer Fabrikanten und Geh. Kommerzienrat Carl (1838–1921). Dieser war der Sohn des Reidemeisters Carl (1802–48) und Enkel des Johann Abraham (1772–1819, s. NDB V*), des Bruders jenes Johann Heinrich, der ihren Großvater Daniel Giesbert in Solingen in die Lehre aufgenommen hatte. Carl Rudolf (1863–1946), Enkel des Reinhard, war 1908-33 Präsident der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, nach ihm wurde die „C. Rudolf Poensgen-Stiftung“ benannt. Ernst (1871–1949, s. 3), Sohn Claras und Carls, brachte 1910 das Familienunternehmen in die „Phoenix AG für|Bergbau und Hüttenbetrieb“ ein. Georg (* 1899), der einzige Sohn des Ernst, wurde nach 1945 Direktor des Kurpfälz. Museums in Heidelberg. Helmuth (1887–1945), Enkel des Julius, war Vorstandsmitglied der „Vereinigte Stahlwerke AG“.

Poensgen, Reinhard
Poensgen, Albert
Poensgen, Ernst

Quelle/Vorlage: 
NDB 20 (2001), S. 567 f.

PND: 128774762
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Index

Poensgen

Name: Poensgen
Namensvariante: Puntzgen
Namensvariante: Pontzeler
Lebensdaten: unbekannt
Beruf/Lebensstellung: Eisen- und Stahlindustrielle
Konfession: reformiert
Autor NDB: Hatzfeld, Lutz
PND: 128774762

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Poensgen

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