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NDB-Artikel

<< Piloty, Robert Ferdinand     Piloty, Hans >>

Piloty, Oskar

Chemiker, * 30.4.1866 München, 6.10.1915 bei Somme-Py (Depart(e)ment Marne).


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Karl v. P. (s. 1); M Bertha Hellennann; B Robert (s. 2); – München 1892 Eugenie (1869–1952), T d. Adolph v. Baeyer (1835–1917), Prof. d. Chemie in M. (s. NDB I); 5 K u. a. Hans (s. 4).

Leben  
P. verbrachte drei Jahre an der Klosterschule Dondorf (Thüringen) und legte das Abitur am Münchner Maximilians-Gymnasium ab. Nach dem Wehrdienst als Einjährig-Freiwilliger bei der Feldartillerie studierte er in München Chemie bei Adolf v. Baeyer und in Würzburg bei Emil Fischer (1852–1919), wo er 1890 mit einer Arbeit „Über Reduktion der Zuckersäure“ promoviert wurde. Anschließend begleitete er Fischer als Assistent nach Berlin und leitete die anorganische Abteilung des chemischen Laboratoriums. P. forschte auf dem Gebiet der organischen Chemie und fand bei Untersuchungen zur Reihe der Nitrosoverbindungen, mit der er sich 1898 habilitierte, eine elegante Glycerinsynthese. 1900 folgte P. einem Ruf als ao. Professor für anorganische Chemie nach München, an das von Baeyer geleitete Institut und verzichtete auf eine erfolgversprechendere Karriere in Berlin, In München studierte er den roten Blutfarbstoff bzw. dessen farbgebende Komponente und identifizierte dabei eine Reihe von Pyrrolderivaten. Seine Arbeiten waren wichtige Schritte auf dem Weg zur Konstitutionsermittlung des Porphins und des Hämins. Angesteckt von der allgemeinen Begeisterung, meldete sich P. 1914 an die Front, obwohl er das kriegsdienstpflichtige Alter schon überschritten hatte, und fand dort den Tod. P. war ein ausgezeichneter Experimentalchemiker; zu seinen Schülern gehörten Otto Ruff (1871–1939), Wilhelm Schlenk (1879–1943) und Alfred Stock (1876–1946).

Werke  
u. a. Quantitative Analyse durch Elektrolyse, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 27, 1894, S. 280-82; Über e. neue Totalsynthese d. Glycerins u. d. Dioxyacetons, ebd. 30, 1897, S. 3161-69; Über d. Konstitution d. Pseudo-Nitrole u. einiger Brom-nitroso-Kohlenwasserstoffe, ebd. 35, 1902, S. 3093-101 (mit A. Stock); Über d. Konstitution d. Hämopyrrols u. d. Hämopyrrol-carbonsäure, ebd. 42, 1909, S. 4693-703 (mit E. Quitmann); Über d. Konstitution d. gefärbten Komponente d. Blutes, in: Ann. d. Chemie 377, 1910, S. 314-69; Über d. Konstitution d. Blutfarbstoffs, ebd. 388, 1912, S. 313-29 (mit E. Dormann), 390, 1912, S. 191-209 (mit S. Thannhauser); Über d. Konstitution d. Blutfarbstoffs, Über Hämopyrrol u. Phonopyrrol-carbonsäure, ebd. 406, 1914, S. 342-74 (mit J. Stock u. E. Dormann).

Literatur  
C. Harries, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 53, 1920, S. A153-A168 (W-Verz., P); Chemiker-Ztg. 40, 1916, S. 517; W. Prandtl, Die Gesch. d. chem. Laboratoriums d. Bayer. Ak. d. Wiss. in München, 1952, S. 73 (P); Pogg. IV, V.

Autor  
Claus Priesner
Empfohlene Zitierweise  

Priesner, Claus, „Piloty, Oskar“, in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 446 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116185945.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 20 (2001), S.  446
Erwähnungen: 
NDB 20 (2001), S. 444*
NDB 20 (2001), S.  445*
NDB 20 (2001), S.  446*
NDB 22 (2005), S. 233 in Artikel Ruff, Otto
NDB 24 (2010), S. 429 in Artikel Simon, Arthur

PND: 116185945
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Index

Piloty, Oskar

Name: Piloty, Oskar
Lebensdaten: 1866 bis 1915
Geburtsort: München
Beruf/Lebensstellung: Chemiker
Konfession: evangelische Familie
Autor NDB: Priesner, Claus
PND: 116185945

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Piloty, Oskar

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116185945

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