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Deilmann, Carl

Bergbauunternehmer, * 29.10.1866 Marten (Westfalen), 21.3.1936 Dortmund. (evangelisch)


GenealogieLebenPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
Vorfahren waren Berg-, Land- und Forstleute; V Carl Herm. (1837–86), Steiger, später Schachtbau-Unternehmer in Dortmund; M Berta Hertz (1842–1918); Dortmund 1892 Selma Kramberg (* 1868); 2 S, 1 T, u. a. Carl (* 1894), Bergassessor, Leiter des väterlichen Unternehmens.

Leben  
Nach dem Tode des Vaters verließ Deilmann das humanistische Gymnasium in Dortmund und übernahm die Leitung des väterlichen Schachtbau-Unternehmens. Mit 22 Jahren gründete er in Dortmund eine eigene Firma für Schachtbau. Um die Jahrhundertwende gliederte Deilmann seinem aufblühenden Werk eine Tiefbohrabteilung an, die sich sehr schnell zu großer Bedeutung entwickelte. Bereits 1904 waren zehn schwere Tiefbohranlagen in Betrieb, die für Aufschlußbohrungen auf Kohlevorkommen in Westfalen, Südholland und Belgien eingesetzt wurden. Deilmann hatte inzwischen den Schwerpunkt seines Unternehmens zu den Bohrungen verlagert. Er galt zu dieser Zeit schon neben Raky, Lapp und Truman als einer der erfolgreichsten deutschen Tiefbohringenieure. Viele seiner damals eingeführten Verbesserungen der Bohrtechnik in besonders harten Schichten (Rutschschere zum Abfangen der Gestängeschläge sowie Kronen und Kernrohre zum Bohren mit Stahlschrott) waren durch Patente geschützt. 1904 kam er in das Erdölgebiet Celle-Hannover. Dort führte er im Gebiet Wietze-Steinförde und Hänigsen-Obershagen die ersten erfolgversprechenden Aufschlußbohrungen durch und wurde damit auch einer der ältesten deutschen Erdölunternehmer. Die Folgen des ersten Weltkrieges brachten auch Deilmann Rückschläge, vor allem in Belgien, wo ein großer Teil der Bohranlagen und der von Lüttich aus verwalteten bergbaulichen Beteiligungen als Reparationen an den belgischen Staat fiel. Als Ersatz für die im Ausland verlorengegangenen Maschinen und Geräte erwarb Deilmann im Jahre 1919 die von Heinrich Lapp gegründete Deutsche Tiefbohr Aktiengesellschaft, Aschersleben. Neben der Schachtbau- und Bohrabteilung nahm Deilmann nun auch den Gefrierschächtebau in sein Arbeitsprogramm auf. Gemeinsam mit der Firma Borsig, Berlin-Tegel, wurden unter anderem schnellaufende Ammoniak-Kompressoren für Temperaturen bis -50° entwickelt. Heute leitet bereits die 4. Generation Deilmann das Familienunternehmen.

Portraits  
Büste im Besitz der Fa. C. Deilmann.

Autor  
Heinrich Winkelmann
Empfohlene Zitierweise  

Winkelmann, Heinrich, „Deilmann, Carl“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 569 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135735459.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 569

PND: 135735459
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Index

Deilmann, Carl

Name: Deilmann, Carl
Lebensdaten: 1866 bis 1936
Geburtsort: Marten (Westfalen)
Sterbeort: Dortmund
Beruf/Lebensstellung: Bergbauunternehmer
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Winkelmann, Heinrich
PND: 135735459

Weitere Informationen

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Deilmann, Carl

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135735459

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