<< Pfeffer, Wilhelm Friedrich Philipp
Pfefferkorn, Johannes >>
Pfeffer von Salomon (seit 1941 von Pfeffer), Franz
SA-Führer,
* 19.2.1888 Düsseldorf,
† 12.4.1968 München.
Genealogie
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| Literatur
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| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus 1862 nobilitierter niederrhein.
Fam.;
V Max (1854–1918),
preuß. Geh. Reg.rat,
S d. Ferdinand (1822–1901),
preuß. Oberst d.
Kav., u. d. Ida Hoffmann-Scholtz (1834–99);
M Anna (1862–1919),
T d.
preuß. Appellationsger.rats Franz
v. Clavé-Bouhaben,
Gutsbes. in Königswinter, u. d. Maria Coninx;
B Friedrich (1892–1961), 1933 Polizeipräs, in Kassel, 1936-43
Reg.präs. in Wiesbaden, nach 1945 DP-
Pol. (s.
Nassau. Biogr.); –
⚭ Maria (1895–1984),
T d. Adolf
Frhr. Raitz
v. Frentz (1843–1907),
preuß. Premierlt., u. d. Sophie Freiin
v. Lüninck (1850–1935), auf Bakenhof; 2
S Ferdinand (
* 1929),
Dr. iur.,
RA in Lünen, Max (
* 1932), Staatsanwalt in Kapstadt (Südafrika), 3
T u. a. Irmgard (
* 1923,
⚭ Friedemann
Frhr. v. Wintzingerode, 1913–64, Farmer in Südafrika),
Dr. rer. nat., Biologin, Kunigunde (
* 1927,
⚭ lobst Hülsemann,
Dr. phil., Geologe),
Dr. rer. nat., Biologin.
Leben ↑
P. studierte Rechtswissenschaften, entschloß sich aber während des Referendariats, Berufsoffizier zu werden. 1909 wurde er zum Leutnant befördert und kam bei Ausbruch des 1. Weltkriegs sofort an die Front. Im letzten Kriegsjahr fand er nach kurzer Generalstabsausbildung auch in Stäben Verwendung und war bei Kriegsende Hauptmann und Bataillonskommandeur. Ende 1918 stellte er das „Westfälische Freikorps Pfeffer“ auf, mit dem er in die Kämpfe im Baltikum, im Ruhrgebiet und in Oberschlesien eingriff. Wegen seiner Beteiligung am Kapp-Putsch wurde er 1920 inhaftiert, 1921 jedoch amnestiert. Im „Ruhrkampf' gehörte
P. zu den führenden Organisatoren der Sabotageaktionen gegen Eisenbahnlinien und Einrichtungen der im Januar 1923 einmarschierten
franz. und
belg. Truppen, weshalb ihn ein
franz. Militärgericht in Abwesenheit zum Tode verurteilte. 1924 schloß er sich dem „Völkisch-Sozialen Block“ an, 1925 der wiedergegründeten NSDAP, bei der er im März 1925 Gauleiter und
SA-Führer des von ihm mitbegründeten Gaues Westfalen, 1926 einer der drei Führer des Großgaues Ruhr wurde (mit Karl Kaufmann und Josef Goebbels), aber schon nach wenigen Monaten wegen des Vorwurfs finanzieller Unregelmäßigkeiten zurücktrat. Vom Untersuchungs- und Schlichtungsausschuß der NSDAP rehabilitiert, trat er auf Wunsch Hitlers am 1.11.1926 die Nachfolge Ernst Röhms (1887–1934) als Oberster
SA-Führer (OSAF) an.
P., dem außerdem die HJ und der
NS-Studentenbund unterstanden, entwickelte die bis zum Ende des „Dritten Reichs“ gültige organisatorische und regionale Gliederung der
SA und schuf mit vormilitärischer Ausbildung, einheitlichen Uniformen und militärischer Disziplin eine schlagkräftige Parteimiliz, deren wachsende Eigendynamik er bei aller Loyalität gegenüber Hitler schließlich nicht mehr kanalisieren konnte. Im August 1930 mußte
P. sein Amt abgeben. Den Hintergrund dieser Entscheidung Hitlers bildeten die zunehmenden sezessionistischen Bestrebungen innerhalb der
SA, die nach
P.s Rücktritt in der Meuterei der Berliner
SA unter dem OSAF-Stellvertreter Ost Walter Stennes (1895–1983) ihren Höhepunkt fanden. Um die
SA wieder fester an die politische Führung der NSDAP zu binden, machte sich Hitler im September 1930 selbst zum Obersten
SA-Führer. Zum Ausgleich
|wurde
P. bei der Septemberwahl 1932 als Reichstagskandidat aufgestellt; er verlor das Mandat bei seinem von Hitler veranlaßten Parteiausschluß am 24.11.1941 – nach
P.s Vermutung eine Folge des Englandflugs von Heß. Im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde
P. verhaftet, aber nicht weiter belangt. Nach dem Krieg stellte er sich als Zeuge der Zeitgeschichtsschreibung zur Verfügung.
Werke ↑
Die S.A., in:
NS-
Mhh. 1.1930, S. 36.
Literatur ↑
A. Werner,
SA u. NSDAP, 1964;
A. Krebs, Tendenzen u. Gestalten d. NSDAP, 1959;
K. Höffkes. Hitlers
pol. Generale, 1986
(P);
H. Bennecke, Hitler u. d.
SA, 1962;
P. Longerich, Die braunen Bataillone, 1989;
GHdA, Adelige Häuser B XX, 1993.
Autor ↑
Hermann WeißEmpfohlene Zitierweise ↑
Weiß, Hermann, „Pfeffer von Salomon, Franz“,
in: Neue Deutsche Biographie
20
(2001), S.
310 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd124769810.html