<< Degenfeld, von
Degenfeld, Loysa Maria Susanna von, Raugräfin zu Pfalz >>
Degenfeld, Christoph Martin von
General,
* November (um Martini) 1599 Hohen-Eybach bei Geislingen (Württemberg),
† 13.10.1653 Dürnau bei Göppingen. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Konrad (
† 1600) auf Hohen-Eybach,
S des Christoph (
† 1604),
württ. Oberstlandhofmeister,
u. der Barbara
v. Stammheim (
† 1606);
M Marg. (
† 1608),
T des
Wolfg. v. Zyllenhardt
u. der Susanna Freiin
v. Graveneck;
⚭ Dürnau 22.4.1628 Anna Maria (
Cousine, 1610-51),
T des
Wilh. Adelmann
v. Adelmannsfelden (1581–1633),
württ. Obervogt in Schorndorf,
u. der Marg. Anna
v. Degenfeld (
† 1642); 6
S, 4
T,
u. a. Ferdinand (1629–1710), pfälzischer
GR u. Landesstatthalter, Vormund der Kinder seiner
Schw Loysa, Gustav fiel 1659 als schwedischer Oberst vor Kopenhagen, Adolf fiel 1668 als venetianischer Oberst auf Kreta, Christoph (1641–85), in venetianischen, sächsischen
u. pfälzischen Kriegsdiensten, Maximilian (1645–97,
⚭ Marg. Helene Freiin
v. Canstein,
Schw des Karl Hildebrand
v. Canstein [
† 1717],
s. NDB III), pfälzischer
GR, Vicedom, Oberst
u. Gesandter, Hannibal (1648–91), führte das bayerische Entsatzheer nach Wien (1683), venetianischer
Genkapitän, Loysa
s. (2);
Enkel (Sohn des
Max.) Christoph Martin
Gf. (seit 1716)
v. D.-Schonburg (seit 1717, 1689 bis 1762,
⚭ 1717
Cousine Maria
Gfn. v. Schomburg,
s. Genealogie 2), preußischer
Gen. u. Kriegsminister (
s. Priesdorff I, S. 145 f.,
P);
Urenkel Aug. Christof
s. Genealogie (3).
Leben ↑
Der hervorragende Soldat und Truppenführer erhielt eine sorgfältige Erziehung an verschiedenen Universitäten und trat nach ausgedehnten Reisen 1621 in kaiserliche Dienste. In der Schule Wallensteins und Tillys zeichnete er sich durch außergewöhnlichen Mut und große Tüchtigkeit aus, so daß er auf dem Schlachtfeld zum Obristwachtmeister ernannt wurde, und der Kaiser den Freiherrnstand der Familie erneuerte. Die Übernahme des väterlichen Erbes und die Abdankung seines Regimentes veranlaßten ihn, 1630 seinen Abschied zu nehmen, doch schon 1632 stellte er 2 Reiterregimenter auf, die er als Oberst den Schweden zuführte. Für seine Verdienste in den Schlachten bei Nürnberg und Lützen und bei der Belagerung von Villingen erhielt er von der Krone Schweden reichen Grundbesitz in Schwaben, der aber nach der Schlacht von Nördlingen zusammen mit den Hausgütern verlorenging. Degenfeld mußte nach Straßburg flüchten, wo er in französische Dienste trat und Oberster General der fremden Reiterei wurde. Nach Reibereien mit Richelieu trat er 1642 in den Dienst der Republik Venedig. Hier begründete er als Generalgouverneur von Dalmatien und Albanien endgültig seinen Ruf als Truppenführer, indem es ihm in geschicktem Kleinkrieg gelang, trotz des umständlichen Kriegs- und Verwaltungsapparats Venedigs mit geringen Kräften entscheidende Erfolge über die zahlenmäßig überlegenen Türken davonzutragen und ihrem Vorrücken Einhalt zu gebieten. 1649, nach Ablauf seines Vertrages, kehrte der General in die Heimat zurück, um seine beschlagnahmten Erbgüter zurückzuerhalten und den Besitz wieder aufzubauen. Seine angegriffene Gesundheit erlaubte ihm keine neuen Kriegsdienste, doch warb er weiterhin Truppen für Venedig, das den aufrechten Soldaten auszeichnete und ehrte.
Literatur ↑
ADB V;
M. F. G. Kapff, Ch. M.
Frhr. v. D., 1844 (
P, auch f.
S u. E);
A.
Gf. Thürheim. Ch. M.
Frhr. v. D. u. dessen Söhne, 1881
(P);
H. Niethammer, in:
Lb. Schwaben II, 1941, S. 78-91
(L, P).Portraits ↑
Kupf. v. B. Kilian (Landesbibl. Stuttgart).
Autor ↑
Robert UhlandEmpfohlene Zitierweise ↑
Uhland, Robert, „Degenfeld, Christoph Martin von“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
558 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd121653382.html
Degenfeld, Christoph Martin Freiherr von
Name: Degenfeld, Christoph Martin Freiherr von
Lebensdaten: 1599 bis 1653
Geburtsort: Hohen-Eybach bei Geislingen (Württemberg)
Sterbeort: Dürnau bei Göppingen
Beruf/Lebensstellung: General
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Uhland, RobertPND: 121653382