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NDB-Artikel

<< Defregger, Franz Jacob von     Degen, Joseph Vinzenz Edler von, Ritter von Elsenau >>

Degen, Jakob

Flugtechniker und Banknotendrucker, * 17.2.1760 Liedertswil (Kanton Basel), 28.8.1848 Wien. (reformiert)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Johannes, Seidenbandweber, zuerst in Liedertswil, seit 1772 in Österr. u. Werkmeister einer v. der Kaiserin Maria Theresia im Wiener Vorort Penzing gegründeten Seidenbandweberei; M Margreth Friedlin aus Eptingen; 1800 Carolina, T d. Michael Schmidt, Großuhrmacher; S Carl, Mitarbeiter des Vaters.

Leben  
Degen war schon als Knabe Gehilfe seines Vaters und kam mit diesem 11jährig nach Wien, wo er in der Penzinger Seidenbandweberei und als Uhrmachergehilfe arbeitete. 1792 erhielt er als Uhrmacher das Meisterrecht und wurde Bürger von Wien. Vom gelehrten Jesuiten Christoph Stelzhammer gefördert, begann Degen sich mit dem Flugwesen zu beschäftigen, was zu meist gelungenen Flügen mit einem von einem Luftballon getragenen Schwingenflieger führte, die Degen zwischen 1808 und 1813 zuerst in Wien und dessen Umgebung, dann in Paris öffentlich zeigte. Nach Napoleons Sturz verarmt, kehrte Degen nach Wien zurück und entwickelte 1816 bis 1820 ein Graviergerät für Wertpapierdruckplatten sowie ein Verfahren zur Herstellung von Banknoten in einem Druckgang (Banknoten-Doppeldruck). Hierbei war Degens Sohn Carl Mitarbeiter. Seit 1821 begann die Österreichische Nationalbank zweifarbige Banknoten in dem von Degen erworbenen Druckverfahren herzustellen, das noch heute die Grundlage des Banknotendruckes in aller Welt bildet. Degen wurde erster Werkmeister der mechanischen Werkstätte der Österreichischen Nationalbank, sein Sohn erster Gehilfe.

Literatur  
ADB V; J. Ch. Stelzhammer, J. D. erstes Aufsteigen …, Wien 1810; ders., Beschreibung d. ersten großen gelungenen Fluges …, ebd. 1810; ders., Denkschr. üb. J. D.s Aufenthalt in Paris, ebd. 1816; E. Kurzel-Runtscheiner, J. D., ein Pionier am Beginn d. Flugtechnik u. d. Banknotendruckes, in: Technikgesch., Bd. 30, 1941; ders., J. D., Aus Anlaß d. 100. Wiederkehr s. Todestages, in: Die österr. Eisen- u. Metallbranche, H. 9, Wien 1948; Lebensbuch d. österr. Nationalbank in Wien, o. J.; Wurzbach.

Portraits  
Aquarell v. A. Suchy, 1842 (Slg. d. Stadt Wien, Kopie im Techn. Mus. Wien).

Autor  
Erich Kurzel-Runtscheiner
Empfohlene Zitierweise  

Kurzel-Runtscheiner, Erich, „Degen, Jakob“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 558 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119463180.html

ADB-Artikel

<< Degen, Jakob     Degen, Johann Friedrich >>

Degen, Jakob

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Degen: Jakob D., Mechaniker; geb. 17. Nov. 1756 im Schweizercanton Basel. Noch nicht 10 Jahre alt kam er nach Wien mit seinem Vater, welcher bei der von einem andern Schweizer, Namens Kännel, kürzlich (1764) in dem benachbarten Orte Penzing errichteten Seidenbandfabrik eine Werkmeisterstelle erhielt. Neun Jahre lang beschäftigte sich hier auch der junge D. mit Bandweben, endlich aber bestimmte eine lebhafte Neigung für die Mechanik ihn zur Erlernung der Uhrmacherei, womit er vier Jahre zubrachte. Nachdem er ferner über 10 Jahre als Uhrmachergehülfe gearbeitet, erwarb er 1793 das Meisterrecht. Sein über die Grenzen des Gewerbes hinausschweifendes Denken haftete schon längere Zeit an dem Projecte, eine zum Fliegen geeignete Maschine zu verfertigen. Im J. 1808 glaubte er das Ziel erreicht zu haben, und wirklich machte er zu jener Zeit mit seiner Flugmaschine kleine öffentliche Versuche, welche von Enthusiasten für Erfolg versprechend angesehen wurden, jedoch den Beweis lieferten, daß der aus zwei großen Flügeln bestehende Apparat allein nicht hinreichte, den mit Anstrengung arbeitenden Künstler zu erheben. Zur Unterstützung bediente sich deshalb D. zuerst eines Gegengewichts von 75 Pfund und stieg so am 18. April 1808 in der kaiserlichen Reitschule mittelst 34 Flügelschlägen 50 Fuß hoch. Für das Aufsteigen im Freien nahm er einen Luftballon zu Hülfe, und auf diesem Wege erreichte er bei zwei Vorstellungen auf dem Feuerwerksplatze im Wiener Prater (am 13. und 15. November 1808) Höhen von 240 und 630 Fuß. Als ein großes Hinderniß gegen beliebige Lenkung des Fluges zeigte sich jedesmal der Wind. Vorzüglich aus diesem Grunde erntete der Künstler im J. 1813 zu Paris mit seinen Flugversuchen nur Mißlingen und selbst Spott. Einen befriedigenden Wirkungskreis fand er später als Werkmeister bei der Nationalbank in Wien, welche Stelle er noch 1834 einnahm. Auch in dieser Periode wurden aber die Flugversuche nicht ganz aufgegeben und namentlich im Garten zu Schönbrunn erneuert, jedoch ohne bessern Erfolg. Der erfinderische Mann, der sein Leben einer beharrlich festgehaltenen Idee gewidmet hatte, starb zuletzt in Dürftigkeit und Verschollenheit auf dem Lande in der Nähe von Wien; Ort und Zeitpunkt seines Todes sind unermittelt.

Autor  
Karmarsch.
Empfohlene Zitierweise  

Karmarsch, Karl, „Degen, Jakob“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 22 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119463180.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 558
ADB 5 (1877), S. 22

PND: 119463180
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Index

Degen, Jakob

Name: Degen, Jakob
Lebensdaten: 1760 bis 1848
Geburtsort: Liedertswil (Kanton Basel)
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Flugtechniker; Banknotendrucker; Mechaniker
Konfession: reformiert
Autor NDB: Kurzel-Runtscheiner, Erich
Autor ADB: Karmarsch, Karl
PND: 119463180

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Degen, Jakob

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