<< Petersson, Wilfried Hans Henning
Petreius, Johann >>
Petrascheck, Walther Emil Wilhelm
Montangeologe,
* 11.3.1906 Wien,
† 30.10.1991 Wien. (evangelisch)
Genealogie
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| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Wilhelm (1876–1967), aus Pancsowa (Ungarn), 1918-50
Prof. f. Geol.,
Paläontol. u. Lagerstättenlehre an d. Montanist. Hochschule Leoben (
em. 1947), 1922/23 u. 1935/36 Rektor, Dr.-
Ing. E. h. (
TH Breslau 1937), Goldene Ehrenmedaille d.
Österr. Ing.- u. Architekten-
Ver. (1947), Haidinger-Medaille (
Geol. Bundesanstalt, Wien, 1950), Leopold
v. Buch-Medaille (
Dt. Geol. Ges., 1951), E. Suess-Medaille (
Geol. Ges., Wien, 1956), untersuchte
bes. d. Genese d. Kohle u. Kohlenwasserstoffe, d. Beziehungen
zw. d. Verbreitung ihrer Lagerstätten in Südosteuropa mit d. regionalen Tektonik u. Sedimentologie, sowie ihren Veränderungen durch d. Metamorphose (s. W,
L):
M Hildegard Tietze;
⚭ Ingeborg Heim; 3
K .
Leben ↑
P. studierte seit 1924 Naturwissenschaften in Erlangen, München, Leoben, Graz und Göttingen, wo er 1930 in Geologie promoviert wurde. Sein Lehrer Hans Stille (1876–1966) führte ihn an die globale Betrachtung der Dynamik der Erde in Raum und Zeit heran – fast vierzig Jahre, bevor das Konzept der Plattentektonik die Erdwissenschaften revolutionierte. An die Promotion schloß sich eine Assistentenzeit in Leoben und Breslau (Habilitation 1935 f.
Geol. u. Lagerstättenlehre,
apl. Prof. 1940) an. Während dieser Zeit wandte sich
P. lagerstättenkundlichen Problemen (
insbes. d. Sudeten, Österreichs u. d. Balkans) zu, die er stets unter genetischen Gesichtspunkten in ihrem geologischen Kontext, wie
z. B. ihre Beziehungen zu Tektonik und Magmatismus, behandelte. Nach einer Unterbrechung seiner Karriere (aber nicht seiner
wiss. Tätigkeit) durch den Militärdienst wurde er 1950 auf die
o. Professur für Geologie und Lagerstättenlehre an der Montanistischen Hochschule in Leoben berufen (Rektor 1953/54), wo er den Studiengang Montangeologie an der Nahtstelle zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung begründete.
Seine Arbeiten – auch über seine Emeritierung 1976 hinaus – konzentrierten sich auf die Metallogenese im
österr. und südosteurop. Raum.
P. war der erste, der, neben seinen speziellen Beiträgen zu einzelnen Lagerstätten der Erze, der Kohlen und der Salze, die ursächlichen Zusammenhänge der Lagerstättenbildung mit der neuen Interpretation der Gebirgsbildung durch die Plattentektonik erkannte und aufgriff. Der von ihm eingeführte Terminus einer „Erzprovinz“ für ein Ensemble genetisch verknüpfter Lagerstätten wurde zum Schlüsselbegriff für die Beziehungen zwischen Mobilisierung und Abscheidung von Metallen und den tektonischen, magmatischen und metamorphen Prozessen der Plattenbewegungen.
P. gelangte damit von der Analyse und Bewertung der Einzellagerstätte zu einer umfassenden Synthese.
Werke ↑
u. a.
Lagerstättenlehre, 1950 (mit Wilhelm
P.);
Geochem.
Unterss. im kalkalpinen Bleizink-Erzbez., in:
Geolog. Rdsch. 55, 1965, S. 398-400;
Orogene u. kratogone Metallogenese,
ebd. 62, 1973, S. 617-26;
Kontinentalverschiebung u. Erzprovinzen, in: Mineralium Deposita 3, 1968, S. 65;
Metallogeny and Plate Tectonics in the northeastern Mediterranean,
ebd. 13, 1978, S. 426-29;
Ore metals frorn the crust or from the mantle, in: Economic Geology 64, 1969, S. 576-78.
Literatur ↑
K. Metz, in: Berg- u. hüttenmänn.
Mhh. 122, 1977, S. 1-4
(W-Verz., P);
W. Pohl, W. E.
P. als
akad. Lehrer u. Forscher, in:
Mitt. d.
Österr. Geolog. Ges. 78, 1986, S. 1-3;
Pogg. VII a. –
Zu Wilhelm: Zs. d. Dt. Geolog. Ges. 103, 1951,
(P): H. Apfelbeck, in: Berg- u. hüttenmänn.
Mhh. 96, 1951, S. 61 f.
(P);
K. Metz,
ebd. 112, 1967, S. 221-25
(W-Verz., P);
E. Clar, in:
Mitt. d.
Geolog. Ges Wien 60, 1967, S. 129-40
(W-Verz., P);
Teichl;
Pogg. VII a.
Autor ↑
Friedrich SeifertEmpfohlene Zitierweise ↑
Seifert, Friedrich, „Petrascheck, Walther Emil Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
20
(2001), S.
262
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118593242.html