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Peilstein (auch von Mörle und Kleeberg)

bayerisch-österreichisches Adelsgeschlecht, Grafen, Erbvögte des Erzbistums Salzburg.


Leben | Literatur | Autor | Zitierweise

Leben  
Nach der fast völlig abgekommenen Burg Peilstein bei St. Leonhard am Forst (nahe Melk, Niederösterr.) nannte sich seit 1118 ein Zweig der mächtigen Adelssippe der Sighardinger. Konrad I. († um 1168), Sohn des Gf. Friedrich II. v. Tengling, stiftete die Pfarre St. Leonhard am Forst und nahm vielleicht am 2. Kreuzzug teil. Nach ihm ist die Burg Konradsheim benannt, die gemeinsam mit Waidhofen/Ybbs ein Zentrum der Peilsteiner Besitzungen in Niederösterreich bildete. Güter und Ministerialen der P. konzentrierten sich zwischen Ybbs und Pielach, reichten aber auch weiter nach Osten bis in das heutige Stadtgebiet von Wien. Neben der von den Sighardingern übernommenen Erbvogtei über das Erzbistum Salzburg übten die P. die Vogtei über das Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg und die Abteien Michaelbeuern (nördl. Salzburg) sowie Seitenstetten (Niederösterr.) aus. Die wohl auf Basis der Hoch-stiftsvogtei um 1150 von Konrad I., der sich auch nach Reichenhall nannte, errichtete Burg Karlstein (b. Reichenhall) bildete mit der gegenüberliegenden Burg Amerang und der von den Sighardingern übernommenen „Gfsch. Gastein“ ein zweites Machtzentrum. Konrad I. (dessen angebl. Eheschließung mit e. Tochter Mgf. Leopolds II. v. Österr. wohl|nicht zutrifft) erhielt von seiner Gattin Adela v. Orlamünde reichen Besitz im heutigen Hessen, nach dem sich seine Nachkommen Grafen von Mörle (b. Friedberg) und Kleeberg (b. Gießen) nannten. Auch der charakteristische Name Siegfried wurde von den Grafen von Orlamünde übernommen. Mit Gf. Friedrich VI. erlosch 1218 das Geschlecht. Während sich Hzg. Ludwig I. von Bayern die Burg Karlstein, das Peilsteiner Erbe um Reichenhall und das Gasteiner Tal (das bis 1297 bayer. blieb) sichern konnte, fielen Burg Konradsheim und Waidhofen an den Bischof von Freising, die Güter und Ministerialen in Niederösterreich teils an die Babenberger, teils an die verschwägerten Grafen v. Plain-Hardegg, die Hochstiftsvogtei zog Ebf. Eberhard II. ein.

Literatur  
  J. Wendrinsky, Die Grafen v. P, Burghausen u. Schala, in: Bll. f. Landeskde. v. Niederösterr. NF 15, 1881, S. 1-42; J. Lampel, Die Macht d. Grafen v. P., in: Jb. f. Landeskde. v. Niederösterr. 32, 1898, S. 103 ff.; H. Witte-Hagenau, Geneal. Unterss. z. Reichsgesch. unter d. sal. Kaisern, in: MIÖG Erg.bd. 5, 1896/1903, S. 371-409, 430-36; F. Martin, Die kirchl. Vogtei im Erzstifte Salzburg, in: Mitt. d. Ges. f. Salzburger Landeskde. 46, 1906, S. 378 ff.; F. Tyroller, Geneal. d. altbayer. Adels im Hochma., in: Genealog. Tafeln z. mitteleurop. Gesch., hg. v. W. Wegener, 1962/69, S. 98 ff. Tafel 5/1 u. 2; M. Weltin, Die Entstehung d. niederösterr. Landgerichte, in: Jb. f. Landeskde. v. Niederösterr. NF 42, 1976, S. 282 ff., 306 ff.; H. Reindel-Schedl, Laufen a. d. Salzach, Hist. Atlas v. Bayern 55, 1989, S. 205 ff., 218 ff., 353 f.; I. Hausner u. E. Schuster (Hg.), Altdt. Namenbuch, 2. Lfg., 1990, Art. P.; J. Lang, Ma. Burgen u. Burgenpol. im Reichenhaller Raum, in: Salz u. Heimat. FS F. Hoffmann, 2000, S. 55-79; E. Kupfer, Die Machtstellung d. Sighardinger im babenberg. Österr., in: Stud. u. Forsch. aus d. Niederösterr. Inst. f. Landeskde, (im Druck); Lex. MA.

Autor  
Heinz Dopsch
Empfohlene Zitierweise  

Dopsch, Heinz, „Peilstein“, in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 162 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd138728909.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 20 (2001), S. 162 f.


GND: 138728909

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Index

Peilstein, von

Name: Peilstein, von
Namensvariante: Mörle, Grafen von
Namensvariante: Kleeberg, Grafen von
Namensvariante: Mörle und Kleeberg, Grafen von
Lebensdaten: unbekannt
Beruf/Lebensstellung: bayerisch-österreichisches Adelsgeschlecht; Grafen; Erbvögte des Erzbistums Salzburg
Konfession: katholisch
Autor NDB: Dopsch, Heinz
GND: 138728909

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