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NDB-Artikel

<< Pauly, Gottlieb Wilhelm August von     Paumann, Conrad >>

Pauly, Hermann

Organischer Chemiker, * 18.7.1870 Deutz/Rhein, 31.10.1950 Würzburg, Bonn.


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Aus Kaufm.- u. Ärztefam. in Schwerte (Westfalen); V Hermann ( vor 1935), Bergwerksdir.; M Henriette Wintgens (Wittgens ?) ( vor 1935), aus|Duisburg; 1902 Maria (1880–1965), T d. Karl v. Mosengeil (1840–1900), auf Lengsfeld (Thür.), ao. Prof. d. Chirurgie in B., Geh. Med.rat (s. BJ V, S. 314 f.), u. d. Helena Prym (1851–1917); kinderlos; Om d. Ehefrau Friedrich Prym (1841–1915), o. Prof. d. Mathematik in Würzburg (s. NDB 20).

Leben  
Nach der Reifeprüfung in Moers (1889) begann P. mit dem Studium der Naturwissenschaften in Gießen, Leipzig und Bonn, wo er sich endgültig für die Chemie entschied. 1894 wurde er mit einer bei Richard Anschütz (1852–1937) durchgeführten Arbeit (Btrr. z. Kenntnis d. Dioxobernsteinsäureesters) promoviert. Danach war P. kurze Zeit in Berlin bei der Fa. Schering und an der Universität bei Emil Fischer (1852–1919) tätig und ging ein Jahr später als Unterrichtsassistent zu Rudolf Nietzki (1847–1917) nach Basel. Im Herbst 1900 kehrte er an die Univ. Bonn zurück und habilitierte sich 1901 mit „Studien in der Reihe der Hydropyrrole“. 1904 arbeitete er in Heidelberg im Institut von Albrecht Kossel (1853–1927) an der Untersuchung von Histidin und habilitierte sich im selben Jahr nach Würzburg um (ao. Prof. 1909). Seit 1918 war er dort Ordinarius für Organische Chemie.
P. war in erster Linie Universitätslehrer und Forscher, beschäftigte sich aber auch mit Fragen der chemischen Technologie. Bereits sein erstes Patent, ein „Verfahren zur Herstellung künstlicher Seide aus in Kupferoxydammoniak gelöster Cellulose“ (DRP 98642, 1897) erlangte als „Pauly-Seide“ große technische Bedeutung. Weitere Patente bezogen sich auf pharmazeutische Produkte, Riechstoffe und antiseptische Präparate. Die „Pauly-Reaktion“ (1904) ist ein qualitativer Eiweißnachweis unter Verwendung von Diazobenzosulfonsäure, die mit Histidin und Tyrosin farbige Kupplungsprodukte bildet. Weitere Forschungen P.s befaßten sich mit physiologisch bedeutsamen Stoffen (u. a. Adrenalin), der Synthese und Strukturaufklärung von Hydropyrolen sowie dem Problem des Lignin-Aufschlusses. Ausgehend von der präparativen organischen Chemie, trug P. mit seinen Untersuchungen zur besseren Kenntnis wichtiger Stoffklassen bei|

Auszeichnungen  
Dr. med. h. c. (Würzburg 1932).

Werke  
u. a. Stud. in d. Reihe d. Hydropyrolle, in: Liebigs Ann. d. Chemie 322, 1902, S. 77-130; Zur Kenntnis d. Adrenalins, in: Berr. d. dt. chem. Ges. 36, 1903, S. 2944-49; Über jodbindende Systeme in d. Eiweiß-Spaltkörpern, ebd. 41, 1908, S. 3999-4012 (mit K. Gundermann); Über jodierte Abkömmlinge d. Imidazols u. d. Histidins, ebd. 43, 1910, S. 2243-61; Über d. Konstitution d. Histidins, in: Hoppe-Seylers Zs. f. physiolog. Chemie 42, 1904, S. 508-18; Über einige Verbindungen d. Histidins, ebd. 64, 1910, S. 75-81; Seide u. Wolle als Farbstoffbildner, in: Zs. f. Farben- u. Textilind. 3, 1904, S. 373 ff. (mit A. Binz); Über d. Gegensatz zw. Jod u. Brom bei d. Imidazolsubstitution, in: Journal f. prakt. Chemie [2] 118, 1928, S. 33-47 (mit E. Arauner); Über pharmakolog. Wirkungen jodierter Imidazolverbindungen, insbes. auf d. Stoffwechsel, in: Archiv f. experimentelle Pathol. u. Pharmakol. 187, 1937, S. 571 ff. (mit W. Neumann); Scheidung v. Ligninkomponenten II., Addukte mit Maleinsäureanhydrid, in: Chem. Berr. 81, 1948, S. 392-99. – Patente u. a. Verfahren z. Darst. v. α-Tetramethylpyrrolidin-β-karbonsäureamiden u. deren n-Alkylderivaten (DRP 109346, 1899); Verfahren z. Darst. v. kernjodierten Imidazolen (mit K. Gundermann, DRP 223303, 1908).

Literatur  
L. Anschütz, in: Chem. Berr. 86, 1953, S. XV-XXI (P, W u. 14 Patentschrr.); Pogg. IV-VII a.

Autor  
Hans-Wilhelm Marquart
Empfohlene Zitierweise  

Marquart, Hans-Wilhelm, „Pauly, Hermann“, in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 137 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118868802.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 20 (2001), S. 137 f.
Erwähnungen: 
NDB 20 (2001), S.  750*

PND: 118868802
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Index

Pauly, Hermann

Name: Pauly, Hermann
Lebensdaten: 1870 bis 1950
Geburtsort: Deutz/Rhein
Sterbeort: Würzburg
Beruf/Lebensstellung: Organischer Chemiker; Professor der organischen Chemie in Würzburg
Konfession: keine Angabe
Autor NDB: Marquart, Hans-Wilhelm
PND: 118868802

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Pauly, Hermann

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