<< Panzer, Friedrich
Panzer, Georg Wolfgang Franz >>
Panzer, Wolfgang
Geograph,
* 16.6.1896 München,
† 16.7.1983 Mainz.
Genealogie
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Genealogie ↑
V Friedrich (s. 1);
⚭ Martha Dreher.
Leben ↑
P. wuchs in Frankfurt und Heidelberg auf und studierte Geographie, Geologie und Zoologie. 1921 promovierte er in Freiburg (Br.) bei Norbert Krebs (1876–1947) mit einer geomorphologischen Arbeit über den Taunus und habilitierte sich 1925 in Gießen bei Fritz Klute (1885–1952) über die Geomorphologie
|des nordöstlichen Spanien. 1926-29 lehrte er in Berlin und ging dann für 14 Monate nach Berkeley (Kalifornien), wo er Carl O. Sauer (1889–1975) vertrat. 1931 erhielt
P. einen Ruf als Nachfolger von K. H. G. Credner (1841–1913) an die Sun Yatsen Universität in Kanton (China), wo er drei Jahre lehrte und das deutsche Hochschulsystem einführte. Seit 1936 auf dem Lehrstuhl für Geographie in Heidelberg, wurde
P. 1939 zur Wehrmacht einberufen, machte den Frankreichfeldzug mit und war anschließend als Kartograph tätig. Die Nähe zur Heeresleitung führte nach dem Krieg zu seiner Entlassung durch die Alliierten; eine Berufung nach Saarbrücken wurde von
franz. Stellen verhindert. Bis 1950 war
P. am Amt für Landeskunde und an der Akademie der Wissenschaften in Heidelberg tätig, wechselte dann nach Mainz und erhielt dort nach dem Tod Klutes 1952 den Lehrstuhl für Geographie (1964 emeritiert).
Seine Hauptarbeitsgebiete waren Geomorphologie, Eiszeit- und Küstenstudien. Er vertrat den geomorphologischen Ansatz von Ferdinand
v. Richthofen (1833–1905). Über die reine Geomorphologie hinaus befaßte sich
P., der von der humanistischen Tradition und Bildung seines Elternhauses geprägt war, auch mit vegetations- und anthropogeographischen Fragen. Durch seine klare Sprache gelang es ihm, seine Anliegen auch Laien verständlich zu machen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Band „Geomorphologie“ in der Reihe „Westermann, Das Geographische Seminar“ (1965). Bereits hier sprach
P. von „anthropogener Geomorphologie“; er wies auf gewisse Gefährdungen der Landschaft hin und war damit seiner Zeit weit voraus. Geographie bedeutete für ihn die Erklärung verschiedener Phänomene im Vergleich. Ein weiterer Ansatz
P.s besteht in landeskundlichen Beschreibungen, hier trifft er sich mit Friedrich Metz (1890–1969), mit dem er 1938-40 die „Oberrheinischen Geographischen Abhandlungen“ herausgab. Zahlreiche Forschungsreisen nach Kalifornien, Südostasien und China boten ideale Voraussetzungen für geographische Vergleiche
|Auszeichnungen ↑
Vors. d. Verbandes d.
dt. Hochschullehrer d. Geographie (1936).
Werke ↑
Weitere W
Stud. z. Oberflächengestalt d.
östl. Taunus, in:
Berr. d. Naturforsch.
Ges. Freiburg im Br. 23, 1923, S. 1-48;
Talrichtung u. Gesteinsklüfte, in: Petermanns Geograph.
Mitt. 69, 1923, S. 153-57;
Talentwicklung u. Eiszeitklima im nordöstl. Spanien (
Habil.-Schr), in:
Abhh. d. Senckenberg. Naturforsch.
Ges. Frankfurt a. M. 39, 1926, S. 141-82;
Junge Küstenhebung im Bismarck Archipel u. auf Neuguinea, in:
Zs. d. Ges. f. Erdkde. Berlin 1933, S. 175-90;
Die Entwicklung d. Täler Kataloniens, in: Geologie des Pays Catalans 3, 1933, S. 1-36;
Zur Geomorphologie Südchinas, in:
Geolog. Rdsch. 26, 1935, S. 155 f.;
Brandungshöhlen u. Brandungskehlen, in:
Erdkde. 3, 1949, S. 29-41;
Zur Beurteilung
v. Hebungszeichen an Kliffküsten, in:
Naturwiss. Rdsch. 3, 1950, S. 21-32;
Küstenform u. Klima, in: Tagungsberr. u.
wiss. Abhh. d.
Dt. Geograph. Tags Frankfurt/M. 1951, S. 205-17;
Verwitterungs- u. Abtragungsformen im Granit
v. Hongkong, in:
Abhh. d.
Ak. f. Raumforsch. u. Landesplanung 28, 1954, S. 41-60;
Der Nahedurchbruch
b. Bingen, in: Mitt.bl.
z. rheinhess. Landeskde. 8, 1959, S. 198-203.
Literatur ↑
Westermann
Lex. d.
Geogr. IV, 1978, S. 750;
FS d. Geograph.
Inst. d.
Univ. Mainz, 1961;
Pogg. VII a.
Autor ↑
Ursula von den DrieschEmpfohlene Zitierweise ↑
Driesch, Ursula von den, „Panzer, Wolfgang“,
in: Neue Deutsche Biographie
20
(2001), S.
41 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118789538.html