<< Pagenstecher, Friedrich Hermann Alexander
Pahl, Johann Gottfried von >>
Pagenstecher, Alexander Ludwig Max(imilian)
Jurist,
* 30.6.1874 Wiesbaden,
† 12.7.1957 Königstein (Taunus).
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Hermann (1844–1932),
Dr. med., 1880-1909 Leiter d. Augenheilanstalt Wiesbaden, 1890
Prof.,
|1905
Geh. Sanitätsrat (s.
Nassau. Biogr.),
S d. Friedrich (1793–1864,
s. Gen. 2);
M Berta Wilhelmi (1873–50);
B Adolf Friedrich Hermann (1877–1959), seit 1910 Leiter d. Augenheilanstalt Wiesbaden; –
⚭ Gent 1900 Clara Frieda Johanna Nonne (1876–1972); kinderlos.
Leben ↑
Nach dem Abitur auf einem Humanistischen Gymnasium in Wiesbaden (1893) studierte
P. Rechtswissenschaften in Freiburg (Br.) und Marburg. 1898 in Jena promoviert, legte er seine Examina 1897 (Kassel) und 1902 ab. 1905 habilitierte er sich mit der Arbeit „Zur Lehre von der materiellen Rechtskraft“ bei Ernst Jaeger in Würzburg und wirkte hier anschließend als Privatdozent. 1909 erhielt er eine
ao., 1910 eine
o. Professur in Lausanne; im selben Jahr folgte er einem Ruf nach Halle. 1915-17 arbeitete
P. in der Politischen Abteilung beim Generalgouverneur in Belgien, dann ging er an die noch junge Rechtswissenschaftliche Fakultät der
Univ. Frankfurt/Main, wo er am Aufbau des Rechtsvergleichenden Instituts mitwirkte. 1927 wurde er an die
Univ. Hamburg berufen (Emeritierung 1939). Den Zeitumständen sich anpassend, stellte
P. 1937 einen Aufnahmeantrag in die NSDAP, nachdem er bereits im Vorläufer des
NS-Dozentenbundes, der Reichsschaft Hochschullehrer im
NS-Lehrerbund, Gaufachberater gewesen war. In seinen Schriften schlug sich dies nicht nieder.
P.s Forschungsgebiete umfaßten Bürgerliches Recht, Zivilprozeß- und Konkursrecht sowie Internationales Privat- und Prozeßrecht; letzteres bildete bis in die 30er Jahre den Schwerpunkt seiner Arbeit. Er war Mitgründer der „Vereinigung deutscher Zivilprozeßlehrer", ferner Mitherausgeber der Reihe „Beiträge zum Zivilprozeß“ und des Sammelwerks „Das Zivilprozeßrecht der Kulturstaaten“ (1920), das als Vorarbeit zur deutschen Prozeßreform konzipiert war. Diesem Ziel dienten auch, ebenfalls unter
P.s Mitherausgeber- und Autorschaft, die „Rheinische Zeitschrift für Zivil- und Prozeßrecht" (1909-26), 1927 ersetzt durch die „Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht“ (RabelsZ), sowie die Zeitschrift „Judicium“ (1928-33). Später wandte sich
P. vor allem dem Internationalen Privat- und Prozeßrecht zu. Sein großes Verdienst liegt darin, in herausragenden dogmatischen Arbeiten stets die Bedürfnisse der Rechtspraxis berücksichtigt zu haben. – Ehrenbürger d.
Univ. Frankfurt/M. (1949);
korr. Mitgl. d.
Ak. d. Wiss. u. d.
Lit., Mainz, u. d. Associazione Italiana fra gli Studiosi del Processo Civile, Bologna;
Mitgl. d.
Dt. Rats f.
internat. Privatrecht.
Werke ↑
Über d. Eventualaufrechnung im Prozeß, 1922;
Die Einrede d. Rechtskraft im Aufwertungsprozeß, 1925;
Prozeßprobleme, 1930;
Vorträge
üb. Konkursrecht, 1932 (
u. d. T.: Der Konkurs, 1932,
41968);
Sittenwidrige Lieferungsbedingungen, 1943,
21944;
Der Grundsatz d. Entscheidungseinklangs im
internat. Privatrecht, Ein
Btr. z. Lehre
v. Renvoi, 1951;
Gerichtsbarkeit u.
internat. Zuständigkeit als selbständige Prozeß Voraussetzungen, in:
Zs. f. ausländ, u.
internat. Privatrecht 11, 1937, S. 337-483;
Zur Geschäftsfähigkeit d. Ausländer in
Dtld., Ein
Btr. z. Problematik d.
Art. 7 EGBGB,
ebd. 15, 1949, S. 189-239;
Werden d. Partei- u. Prozeßfähigkeit e. Ausländers
n. seinem Personalstatut
od. n. d. Sachnormen d. lex fori beurteilt? Ein
Btr. z. Lehre
v. d. zivilprozessualen Kollisionsnonnen, in: Zs f. Zivilprozeß 64, 1951, S. 249-84.
Literatur ↑
Zs. f. ausländ, u.
internat. Privatrecht 22, 1957, S. 493 f.;
Mitt. d. uralten
Geschl. d. Herren R., H. 71, 1957, S. 2
(P);
M. Grimm, in:
Lb. Hamburg. Rechtslehrer,
veröff. v. d.
Rechtswiss. Fak. d.
Univ. Hamburg aus Anlaß d. fünfzigj. Bestehens d.
Univ. Hamburg 1919-1969, 1969, S. 61-66
(P);
W. Lewald, in:
NJW 1957, S. 1226;
N. Paech u. U. Krampe, Die Rechts- u.
Staatswiss. Fak. –
Abt. Rechtswiss., in: E. Krause, L. Huber u. H. Fischer (
Hg.), Hochschulalltag im „Dritten Reich“, Die Hamburger
Univ. 1933-1945, II, 1991, S. 865-912;
G. Schiedermair, in: Juristen-
Ztg. 1957, S. 681;
M. Wolf, in: Juristen an d.
Univ. Frankfurt a. M.,
hg. v. B. Diestelkamp u. M. Stolleis, 1989, S. 57-66
(P);
Dt.GB 135, 1965, S. 329
(P);
Rdhb.;
Frankfurter Biogr.;
Nassau. Biogr.Autor ↑
Michaela ReinkenhofEmpfohlene Zitierweise ↑
Reinkenhof, Michaela, „Pagenstecher, Alexander Ludwig Max“,
in: Neue Deutsche Biographie
20
(2001), S.
2 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117679801.html