<< Daimler, Paul
Dalberg, von. >>
Daisenberger, Joseph Alois
Bearbeiter des Passionsspieles in Oberammergau,
* 30.5.1799 Oberau (Oberbayern),
† 20.4.1883 Oberammergau. ((römisch)-katholisch)
Genealogie
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| Literatur
| Autor
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Genealogie ↑
Aus oberbayerischer Bauern-
u. Handwerkerfamilie;
V Michael (1758–1801), Bauer in Oberau;
M Kath. (1768–1846),
T des Hammerschmieds Joseph Pichler in Oberau.
Leben ↑
Daisenberger studierte am Gregorianum in Landshut, wurde 1821 zum Priester geweiht und war 1831-45 in Uffing, von 1845-69 hoch angesehen in Oberammergau Ortspfarrer. Seit 1850 bis zu seinem Lebensende bemühte sich der literarisch gebildete und vielseitig begabte Mann um Text- und Spielgestaltung der Passion. Durch ständige Überarbeitung des Textes suchte er einerseits den Anschluß an den Zeitgeschmack, wahrte jedoch pietätvoll die für Oberammergau bezeichnenden, einen spätmittelalterlichen Kern im Durchgang durch Barock, Klassizismus und Realismus abwandelnden Spieltraditionen. Selbst Schüler von Pater O. Weis, des Bearbeiters von 1811 und 1815, schuf Daisenberger in Fortführung der klassizistischen Tendenzen seines Lehrers neue Prologe im sapphischen Versmaß. Damit trug er zur Erhaltung der charakteristischen Praefigurationen (der in lebenden Bildern dargestellten Verbindung alttestamentlicher Vorbilder mit der neutestamentlichen Erfüllung) bei, die 1750 durch Rosner im Anschluß an das Barockdrama in den Text eingeformt wurden. „Mustergültig“ nannte E. Devrient Daisenbergers Spielleitung, dessen Wirken einen noch heute gespielten Text hervorbrachte und den Weltruf der Oberammergauer Passion mitbegründete. Seine historischen Arbeiten, die er neben einer Übersetzung der Antigone, einem neuen Text der „Kreuzesschule“ (1875) und verschiedenen Übungsstücken für die Oberammergauer Spielgemeinschaft schrieb, sind von lokalem Interesse.
Werke ↑
Gesch. d. Dorfes Oberammergau, = Obb. Archiv, 20.
Bd., 1858; Die Grafen
v. Eschenloh,
ebd., 36.
Bd., 1877; Die Früchte d. Passionsbetrachtung, vorgestellt in 5 Predigten, 1868;
Hist.-topogr. Beschreibung d. Pfarrei Oberammergau, 1880.
Literatur ↑
Denkmäler d. Oberammergauer Passionslit.,
hrsg. v. F. Feldigl, 1922;
H. Diemer, Oberammergau
u. s. Passionsspiele,
bearb. v. F. X. Bogen
|rieder,
41930;
Oberammergau
u. s. Passionsspiel 1950, amtl. Führer,
hrsg. v. d. Gemeinde Oberammergau, 1950, S. 45
u. 72
ff. (P);
A. Roth, Zwölf Oberammergauer Ahnentafeln, 1934.
Autor ↑
Karl RichterEmpfohlene Zitierweise ↑
Richter, Karl, „Daisenberger, Joseph Alois“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
487 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118678620.html
Daisenberger, Alois
Name: Daisenberger, Alois
Namensvariante: Daisenberger, Joseph Alois
Lebensdaten: 1799 bis 1883
Beruf/Lebensstellung: Bearbeiter des Oberammergauer Passionsspiels
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Richter, KarlPND: 118678620