Name
Crusius, Gottlieb Leberecht
Namensvarianten
Crusius, G. L.
Lebensdaten
1730 bis 1804
Geburtsort
Steinpleis bei Werdau
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Lebensstellung
Kupferstecher
Konfession
evangelisch
Autor NDB
Werner Teupser
Autor ADB
-
GND
123097959

Crusius, Gottlieb Leberecht

Kupferstecher, * 22.9.1730 Steinpleis bei Werdau, 3.3.1804 Leipzig. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Gottlieb (1688–1754), Mag., Pfarrer in Steinpleis u. Langenhessen b. Werdau, S des Joh. Gg., Ratsherr u.|Handelsmann in Chemnitz (E des Balthasar [1550–1630], luth. Theol. u. lat. Dramatiker, s. ADB IV); M Regina Elis., T des Carl Sigismund Conrad, kursächsischer Kommissionsrat u. Amtmann des Vogtländischen Kreises in Reichenbach, u. der Anna Elis. Döring aus Torgau; B Siegfr. Leberecht s. Genealogie (2), Carl Leberecht (1740–79), Kupferstecher, u. a. Illustrator v. Rousseaus „Nouvelle Héloise“, seine Arbeiten sind oft nur schwer v. denen seines Bruders zu unterscheiden; N Wilh. s. (2).

  • Leben

    C. kam nach kurzer Vorbildung in Zwickau 1749 nach Leipzig. Er wandte sich zunächst der reinen Zeichenkunst zu und lieferte bereits 23jährig Zeichnungen für Kupfer. Bald begann er nach der Anleitung Leipziger Stecher selbst Porträts und Vignetten zu stechen. Das Billet zum „Großen Konzert“ in Leipzig von 1755 ist seine erste, reizvolle, gestochene Arbeit. Neben und in Gemeinschaft der Leipziger Stecher arbeitete er zahlreiche Stichillustrationen zu Samuel Lenz' „Becmanus enucleatus“, unter denen seine Fürstenbildnisse, Friedrich V. von Dänemark und Johann III. Sobiesky, hervorragen. In engere Arbeitsgemeinschaft trat er mit seinem jüngeren Bruder Carl Leberecht, indem beide für den bald zu Ansehen gekommenen Verlag eines anderen Bruders, Siegfried Leberecht, (1766 in Leipzig gegründet) stachen. Hervorzuheben sind ihre großen kolorierten Kupfer für die „Botanisch-ökonomische Beschreibung der Gräser“ (1766). Gemeinsam entstanden auch die schönen Nachstiche nach H. F. Gravelot zur Leipziger Ausgabe von Marmontels „Contes moraux“ und viele Blätter für Weißes „Kinderfreund“ und „ABC-Buch“. C. erfuhr durch einen Pariser Aufenthalt (1766–69) westeuropäische Anregungen. Ein Stich nach Schenau „L'amour conduit par la Folie“ (signiert „Croutchioux“!), die 12 Blatt der Ornamentstichfolge „Cappriccj, Ire partie“, ebenso die selbst entworfene Stichfolge „Gegenstände der Tugend und des Lasters“ verraten den echten Geschmack und eine gediegene persönliche Note, die in seinen Vignetten, Signeten, Exlibris, in den eigenen Entwürfen und den vielen Nachstichen nach H. F. Gravelot, J. E. Schenau, J. C. Sysang, J. W. Mechau, J. D. Schubert, C. Horny, Chodowiecki und andere mit französischer Spielart sich offenbaren. Nach Art und Umfang ihres achtungswürdigen Schaffens nehmen beide Brüder, die in gemeinsamen Arbeiten „G. L. et C. L. Crusii“ signierten, nicht nur im Rahmen der lokalen Verlagsstecher-Illustratoren eine hervorgehobene Stellung in der Stilphase des Rokoko-Klassizismus ein. - Das gesamte C.-Oeuvre befindet sich als Vermächtnis der Nachkommen des Verlegers Siegfried Leberecht C. im Museum der bildenden Künste zu Leipzig.

    • Literatur

        G. Wustmann, Der Leipziger Kupf. im 16., 17. u. 18. Jh., in: Neujahrsbll. d. Bibl. u. d. Archivs d. Stadt Leipzig III, 1907, S. 69, 73, 87 f. u. 105 f.;  M. Lanckoronska-R. Oehler, Buchill. d. 18. Jh.s in Dtld., Österr. u. d. Schweiz I, 1932, S. 64;  ThBLGB I, 1935.

  • Autor

    Werner Teupser
  • Empfohlene Zitierweise

    Teupser, Werner, "Crusius, Gottlieb Leberecht" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 430 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd123097959.html
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Crusius, Gottlieb Leberecht

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