<< Cramer, Henning
Cramer-Klett, Theodor von, Freiherr >>
Cramer-Frey, Conrad
Kaufmann und Wirtschaftspolitiker,
* 11.5.1834 Volken bei Flaach (Kanton Zürich),
† 6.1.1900 Zürich. (reformiert)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinr. C.-Gysler (1792–1854), Landwirt in Volken,
S des Küfers Hans Jakob (
* 1758) in Volken
u. der
Elis. Schuler (
* 1767);
M Anna Gysler (
* 1798);
⚭ Olten 1860 Louise (
* 1836),
T des
Kaufm. Frey in Aarau,
B des
Frdr. Frey-Herosé (1801–73), chemischer Industrieller, Chef des
Genstabs der Armee gegen den Sonderbund, Nationalrat, Bundesrat
u. Bundespräsident (1854
u. 1860); kinderlos.
Leben ↑
Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Zürich trat Cramer-Frey in Aarau eine Stelle als Buchhalter an. 1862 wurde er Leiter eines seinem Schwiegervater nahestehenden Exportgeschäftes in Bahia, das er unter der Firma Frey und Salzmann zu hoher Blüte brachte. Die Entwicklung war so glänzend, daß 1868 in Pernambuco ein Zweiggeschäft gegründet werden konnte. Brasiliens Krieg mit Paraguay machte Cramer-Frey schwer zu schaffen. Nach 1870 leitete er die Unternehmungen von Zürich, dann von Aarau aus. Die Angliederung eines dritten Hauses in Rio de Janeiro erfolgte im Jahre 1878; 1883 wurde das Stammhaus in Bahia liquidiert. Ende 1895 zog er sich ganz vom Geschäft zurück. Es wurde unter der Firma Meili, Diethelm & Compagnie, Nachfolger von Cramer-Frey, Zürich, Pernambuco und Rio de Janeiro weitergeführt. Als Präsident der Zürcher Handelskammer seit 1882 konnte er seine Erfahrungen und Fähigkeiten einem weiten Kreise nutzbar machen, ebenso als Vorsitzender des Schweizerischen Handels- und Industrievereins und als Mitglied des Zürcher Kantonsrates. 1883 trat er an Alfred Eschers Stelle in den Nationalrat. Cramer-Frey war und blieb eine maßgebende Autorität für Zollpolitik, Münz-, Bank- und Eisenbahnwesen. Die wichtigsten Aufgabe im Nationalrat erfüllte er als Berater des Bundesrates und Delegierter. Als schweizerischer Bevollmächtigter wirkte er unter anderem bei den Handelsvertrags-Verhandlungen mit Frankreich und Spanien (1882) und Italien (1882 und 1889) mit. Seit 1885 arbeitete er auf eine Zentralisation des zersplitterten schweizerischen Banknotenwesens hin; doch erlebte er die Erfüllung seiner Bestrebungen nicht mehr. Die 1905 ins Leben gerufene Schweizerische Nationalbank muß weitgehend als Cramer-Freys Werk betrachtet werden. Dr. jur. publ. et cam. honoris causa.
Werke ↑
u. a. Die Münzfrage, Zürich 1881; Der schweizer.-
franz. Handelsvertrag, Annahme
od. Verwerfung?,
ebd. 1882; Zur Reform d. schweizer. Banknotenwesens,
ebd. 1885.
Literatur ↑
R. P. Meyer, C.
C.-F., Zürich 1946
(P);
A. Frey, in:
BJ V (
W u. Tl. 1900);
HBLS.
Autor ↑
Hans Rudolf SchmidEmpfohlene Zitierweise ↑
Schmid, Hans Rudolf, „Cramer-Frey, Conrad“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
393
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd129587648.html
Cramer-Frey, Conrad
Name: Cramer-Frey, Conrad
Lebensdaten: 1834 bis 1900
Geburtsort: Volken bei Flaach (Kanton Zürich)
Sterbeort: Zürich
Beruf/Lebensstellung: Kaufmann; Wirtschaftspolitiker
Konfession: reformiert
Autor NDB:
Schmid, Hans RudolfPND: 129587648