<< Amthor, Eduard Gottlieb
Ancillon >>
Amya
Kupfermeisterfamilie in Aachen.
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Die Amya stammen ab von
Johann dem Älteren (
† vor 1490), der mit seinem Sohne
Johann dem Jüngeren 1465 das Messinggewerbe von Dinant (Hauptsitz der wallonischen Messingindustrie vor Eroberung der Stadt 1466 durch Karl den Kühnen) her in Aachen auf der vom Rat überwiesenen Pletschmühle eingeführt hat. Eine weitere 1610 von einem Nachkommen angekaufte Mühle im nahegelegenen Gebiet der Reichsabtei Burtscheid trug nach der Familie auch späterhin noch den Namen Amya-Mühle (1900 abgebrochen). – Die Nachfahren dieses ersten Aachener Amya und seiner anderen Söhne
Gilles und
Leonard des Alten trennten sich später in protestantische und katholische Linien. Die dem lutherischen Glauben zugewandten Familienglieder verließen in und nach den Aachener Religionswirren größtenteils die Stadt und ließen sich in Straßburg und Lübeck, dann in Schweden und Holland nieder. Ein Abkömmling des holländischen Zweiges,
Gilles, ist als Konsul der Generalstaaten in Cadix am 5.11.1686 von Kaiser Leopold I. in den Freiherrnstand erhoben worden. – Mitglieder der katholischen Linie spielten im 18. Jahrhundert in der Aachener Kupferschlägerzunft und als Schöffen und Ratsherren eine maßgebliche Rolle. Von ihnen nahm der schon im Verzeichnis der Kupferschläger 1768 genannte
Johann Jakob Bruno am politischen Leben seiner Vaterstadt als Führer der „Neuen Partei“ in den Aachener Ratswirren des Jahres 1786 entscheidenden Anteil.
Literatur ↑
ADB I; H. F. Macco, Aachener Wappen u. Genealogien I, 1907, S. 8-15; R.
A. Peltzer,
Gesch. d. Messingindustrie u. d. künstler.
Arbb. in Messing (Dinanderies) in Aachen u. d. Ländern
zw. Maas u. Rhein
v. d. Römerzeit bis
z. Gegenwart, in:
Ztschr. d. Aachener
Gesch.-
Ver.,
Bd. 30, 1908, S. 235-463;
G. Dechamps,
Btrr. z. Gesch. d. Familie
A., Oberhausen 1938
(als Ms. gedr.).
Autor ↑
Walter KaemmererEmpfohlene Zitierweise ↑
Kaemmerer, Walter, „Amya“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
264
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd138044236.html
<< Am Wasen, Hans
Anacker, August Ferdinand >>
Amya, Johann
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Amya: Johann
A.
, Vater, und
Johann
A.
, Sohn, welche in der zweiten Hälfte
des 15. Jahrhunderts von Amiens in der Picardie nach Achen
übersiedelten, machten sich hier um die Fabrication des Messings
sehr verdient. Der Achener Magistrat wies ihnen im J. 1465 eine
Mühle in der Stadt, die sogenannte Pletschmühle auf der
Adalbertsstraße, und 25 Gulden jährlich zur Unterstützung an. Noch
im J. 1786 war ein Jakob
A.
Vorsteher der Kupferschlägerzunft in Achen.
Die confessionellen Wirren, welche am Ende des 16. und am Anfange
des 17. Jahrhunderts die Bewohner der alten Krönungsstadt
entzweiten, und der allgemeine Stadtbrand vom Jahre 1656
versetzten der blühenden Industrie den Todesstoß. Jene veranlaßten
die Messingfabricanten, welche meist dem reformirten Bekenntnisse
angehörten, ihren Betrieb nach dem zwei Stunden von Achen
entfernten Stolberg zu verlegen, wo er noch heute blüht, dieser
richtete die in Achen noch bestehenden Messingfabriken zu
Grunde.
Autor ↑
Haagen.
Empfohlene Zitierweise ↑
Haagen, Friedrich, „Amya, Johann“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
(1875), S.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd138044236.html?anchor=adb
Amya
Name: Amya
Lebensdaten: unbekannt
Beruf/Lebensstellung: Aachener Kupfermeisterfamilie
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Kaemmerer, WalterAutor ADB:
Haagen, FriedrichPND: 138044236