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Conwentz, Hugo Wilhelm

Botaniker, Begründer des deutschen Naturschutzes, * 20.1.1855 Danzig-Sankt Albrecht, 12.5.1922 Berlin-Schöneberg.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Albert Wilh., Kaufm. in Danzig; beide Eltern aus Mennonitenfamilie, deren Vorfahren aus Holland nach Westpreußen eingewandert waren; 1919 Greta Ekelöf aus Stockholm; kinderlos.

Leben  
Nach dem Studium in Breslau und Göttingen (vorwiegend beschreibende Naturwissenschaft) waren von Einfluß auf Conwentz' weitere Laufbahn die Breslauer Botaniker F. Cohn und H. R. Goeppert. Von letzterem 1876 als Assistent nach Breslau berufen, arbeitete er vornehmlich auf paläobotanischem Gebiet und nahm 1879 eine Berufung zum Leiter des neugegründeten Westpreußischen Provinzialmuseums in Danzig an, ein Amt, das er 30 Jahre innehatte. In diese Zeit fallen seine wesentlichen paläobotanischen Arbeiten, insbesondere über die Bernsteinflora des Baltikums. Daneben trieb er auch pflanzengeographische und vorgeschichtliche Studien. Die Heimatkunde Westpreußens förderte Conwentz in zahlreichen Vorträgen und Schriften. Angesichts der wachsenden Industrialisierung betonte er - hierin liegt sein besonderes Verdienst - als Erster die Notwendigkeit des Naturschutzes und gewann die behördlichen Stellen für seine Sache. Dies führte 1906 zur Einrichtung der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalspflege in Preußen, die Conwentz als Staatlicher Kommissar zunächst von Danzig, dann von Berlin aus hauptamtlich leitete. Hier entfaltete er bis zu seinem Tode eine intensive und erfolgreiche organisatorische Tätigkeit für den Gedanken des Naturschutzes und seine Auswertung im Schulunterricht. Conwentz gilt durch sein Institut und seine Veröffentlichungen sowie durch seine Vortragstätigkeit in verschiedenen Ländern als Begründer des deutschen und europäischen Naturschutzes überhaupt.

Werke  
u. a. Die versteinten Hölzer aus d. norddt. Diluvium, 1876; Flora d. Bernsteins, 1886; Monogr. d. balt. Bernsteinbäume, 1890; Moorbrücken im Tal d. Sorge, 1891; Die Eibe in Westpreußen, 1892; Seltene Waldbäume in Westpreußen, 1895; Vorgesch. Wandtafeln f. Westpreußen, 1897; Forstbotan. Merkb. d. Prov. Westpreußen, 1900; Die Gefährdung d. Naturdenkmäler u. Vorschläge zu ihrer Erhaltung, 1904; Heimatkde. in d. Schule, 1904, 21906; Merkb. d. Naturdenkmalspflege, 1918; Heimatkde. u. Heimatschutz in d. Schule I, 1922; Hrsg.: Zs.: Btrr. z. Naturdenkmalspflege, 1907 ff.; Naturdenkmäler, 1907 ff.

Literatur  
Berr. d. Dt. Botan. Ges. 40, 1922 (P); Btrr. z. Naturdenkmalspflege 9, 1923 (W-Verz.); Botan. Archiv 3, 1923, S. 8; M. Boie, H. C. u. s. Heimat, 1940 (P); W. Schoenichen, in: DBJ IV, S. 21-25 (u. Tl. 1922, W, L).

Autor  
Stefan Vogel
Empfohlene Zitierweise  

Vogel, Stefan, „Conwentz, Hugo Wilhelm“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 347 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118676806.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 347

PND: 118676806
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Index

Conwentz, Hugo

Name: Conwentz, Hugo
Namensvariante: Conwentz, Hugo Wilhelm
Lebensdaten: 1855 bis 1922
Geburtsort: Danzig-Sankt Albrecht
Sterbeort: Berlin-Schöneberg
Beruf/Lebensstellung: Botaniker; Begründer des deutschen Naturschutzes
Konfession: mennonitische Eltern
Autor NDB: Vogel, Stefan
PND: 118676806

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Conwentz, Hugo

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118676806

Normdaten
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