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NDB-Artikel

<< Commer, Franz Aloys Theodor     Conrad, Johannes Ernst >>

Compenius (Cum Peny), Esaias

Orgelbauer, * um 1560 Eisleben (?), 1617 Frederiksborg bei Kopenhagen. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Berühmte Orgelbauerfamilie des 16. u. 17. Jh.; V Heinr. d. Ä. ( 1611), Orgelbauer u. Organist, in Eisleben u. Nordhausen nachweisbar, spielte b. Luthers Leichenfeier die Orgel; B Heinr. d. J. ( 1631), baute im Dom v. Magdeburg eine große Orgel (45 Stimmen auf 3 Manualen u. Pedal); 1 K; N Ludw. ( 1671), baute u. a. die Orgel der Weimarer Schloßkirche, auf der Joh. Seb. Bach gespielt hat.

Leben  
Compenius erlernte bei seinem Vater den Orgelbau und arbeitete bei ihm bis 1589. Dann ließ er sich als selbständiger Orgelbauer in Magdeburg nieder, von wo aus er verschiedene Orgeln baute. Compenius war der bedeutendste Orgelbauer seiner Zeit. Arbeiten für das Domstift Halberstadt (unter anderem Orgel für Sankt Martini in Croppenstedt bei Halberstadt, 1603-13) brachten ihn in eine wertvolle Verbindung mit Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg, Bischof von Halberstadt. 1605 wurde er zum fürstlich braunschweigischen Orgel- und Instrumentenmacher ernannt. Nach dem Plan des Herzogs und unter Direktion des Hofkapellmeisters Michael Praetorius baute er 1610 für das Schloß Hessen südlich von Wolfenbüttel eine kunstvolle Orgel, deren gesamtes Pfeifenwerk aus Holz hergestellt wurde. Mit Praetorius verband ihn eine enge Freundschaft, deren Niederschlag sowohl in der|Organographia des Praetorius erkennbar ist, als auch in Compenius' Traktat „Orgeln Verdingnis“ (herausgegeben von F. Blume, in: Kieler Beiträge zur Musikwissenschaft, 1936). 1612 ging er wieder nach Magdeburg und baute unter anderem 1615 sein größtes Werk, die Orgel in der Stiftskirche zu Bückeburg, deren Prospekt mit Prinzipal 12' noch erhalten ist. Die von ihm für Schloß Hessen erbaute Orgel schenkte die Witwe des Herzogs ihrem Bruder, König Christian IV. von Dänemark. Compenius nahm 1617 die Überführung und Aufstellung dieser Orgel in Schloß Frederiksborg vor. Durch die pietätvolle Behandlung, besonders auch bei der Überholung (1895) durch Cavaillé-Col, Paris, wurde das wertvolle Instrument bis heute im originalen Zustand erhalten.

Literatur  
ADB IV; M. Praetorius, Syntagma musicum II, Wolfenbüttel 1619; A. Hammerich, Eine hist. Orgel…, in: Bull, de la Société Union Musicologique 2, Den Haag 1922, S. 65 ff.; Th. Schneider, Die Orgelbauerfam. C, in: Archiv f. Musik-F 2, 1937 (Neuaufl. in Vorbereitung); H. Klotz, in: MGG.

Autor  
Thekla Schneider
Empfohlene Zitierweise  

Schneider, Thekla, „Compenius, Esaias“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 334-335 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd124381901.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 334-335
Erwähnungen: 
NDB 20 (2001), S. 669 in Artikel Praetorius
ADB 4 (1876), S. 436 Familienartikel

PND: 124381901
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Index

Compenius, Esaias

Name: Compenius, Esaias
Namensvariante: Cum Peny, Esias
Lebensdaten: um 1560 bis 1617
Geburtsort: Eisleben (?)
Sterbeort: Frederiksborg bei Kopenhagen
Beruf/Lebensstellung: Orgelbauer
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Schneider, Thekla
Autor ADB: Bruhns, Christian
PND: 124381901

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Compenius, Esaias

PND
124381901

Normdaten
Personennamendatei (PND)
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