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Colloredo-Waldsee, Joseph Maria Graf von|
kaiserlich-königlicher Feldmarschall,
* 11.9.1735 Regensburg,
† 26.11.1818 Wien. ((römisch)-katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Rudolph
s. (8);
B Franz
s. (2), Hieronymus
s. (5); ledig.
Leben ↑
1752 trat Colloredo-Waldsee in die kaiserliche Armee ein. Infolge Bewährung im Siebenjährigen Krieg machte er schnell Karriere. Nach dem Friedensschluß 1763 wurde er Generalfeldwachtmeister, 1769 Inhaber des Infanterieregiments Nummer 57, 1771 Feldmarschalleutnant und 1773 Hofkriegsrat. 1775 mit dem Inspektorat über sämtliche Grenzertruppen betraut, begleitete Colloredo-Waldsee 1777 Kaiser Joseph II. auf seiner Reise nach Frankreich. Im Erbfolgekrieg 1778 befehligte er eine Division und wurde im folgenden Jahr zum General-Artillerie-Direktor ernannt. Als solcher nahm er umfassende Reformen vor: Die Tragweite der Geschütze wurde genau festgelegt, die Salpeterwerke vermehrt, der Bestand der Feldartillerie sowie die Zahl der Kadetten in den Artillerieregimentern erhöht, die Geschützbohrung zu Ebergassing und die Gewehre der Infanterie und der Jäger verbessert und schließlich auf Colloredo-Waldsees Anraten 1786 das „Bombardierkorps“, eine Lehrtruppe der Artillerie, errichtet. Im selben Jahr wurde Colloredo-Waldsee zum Feldzeugmeister ernannt. Die Früchte seiner Arbeit zeigten sich im Türkenkrieg 1788/90, insbesonders bei der Belagerung von Belgrad, wobei Colloredo-Waldsee persönlich die Beschießung leitete. Sein Lohn war die Beförderung zum Feldmarschall (1789). Beim Aufmarsch einer Observationsarmee gegen Preußen 1790 übernahm Colloredo-Waldsee nach dem Ableben Laudons das Kommando über dieselbe, wandte sich aber nach dem Reichenbacher Vertrag wieder dem weiteren Ausbau der Artillerie zu. 1805 wurde er zum Staats- und Konferenzminister ernannt und übernahm für den nach Italien abgehenden Erzherzog Carl die Führung der Geschäfte des Kriegsministeriums, welche er auch 1809-14 führte. Mit der neuen Verfassung des Staatsrates von 1814 erhielt Colloredo-Waldsee den Titel eines Chefs der Sektion des Kriegswesens.
Literatur ↑
ADB IV;
J.
v. Szöllösy, Tagebuch gefeyerter Helden
u. wichtiger krieger. Ereignisse d. neuesten Zeit. Fünfkirchen 1837, S. 366 f.;
F. Gatti,
Gesch. d.
k. u. k. Techn. Militärak. II, 1905;
O. Criste, Erzhzg. Carl
v. Österr., 1912;
Wurzbach:
ÖBL.
Portraits ↑
Ölgem. (Heeresgesch.
Mus. Wien
u. Schloß Opočno/Böhmen); Ehrenbuch unserer Artillerie,
hrsg. v. Reichsbund d. Artillerievereinigungen Österr.s, I, Wien 1935, S. 71.
Autor ↑
Johann Christoph Allmayer-BeckEmpfohlene Zitierweise ↑
Allmayer-Beck, Johann Christoph, „Colloredo-Waldsee, Joseph Maria Graf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
328
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd133473155.html
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Colloredo-Waldsee, Rudolf >>
Colloredo-Mels und Waldsee, Joseph
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Colloredo-Mels und Waldsee: Joseph, Graf v.
C., österreichischer Feldmarschall, Staats- und Conferenzminister, Geheimer Rath und Kämmerer, Großprior des Johanniterordens in Böhmen, Oesterreich, Mähren etc., Generalartillerie-Director etc., einer der verdienstvollsten Männer in der österreichischen Kriegsgeschichte. Geb. 11. Sept. 1735 zu Regensburg, betrat er die militärische Laufbahn als Cornet in einem Cürassierregiment, mit welchem er zum erstenmale am Schlachttage von Lowositz sich im blutigen Waffenspiele erprobte. Er nahm an verschiedenen Kämpfen des siebenjährigen Krieges Theil und wird fast immer mit Auszeichnung genannt. Während der Friedensepoche von 1763 bis 1778 avancirte
C. zum General und Feldmarschalllieutenant, kam in den Hofkriegsrath, erhielt die Oberleitung der Militärgrenze und begleitete Joseph II. auf der Reise nach Frankreich. Nach seiner Rückkehr nahm er sodann Antheil an dem baierischen Erbfolgekriege und wurde hierauf zum Generaldirector der Artillerie ernannt. In dieser Eigenschaft machte er sich um diese wahrhaft außerordentlich verdient und ihm verdankt dieselbe jene trefflichen Einrichtungen, welche die österreichische Artillerie bald zum hochgeachteten Vorbilde für andere Armeen machte. Schon im Türkenkriege von 1788 und 1789 bewährten sich seine Anstalten aufs trefflichste;
C. nahm an beiden Feldzügen Antheil und unterstützte Laudon namentlich bei der Belagerung und Eroberung Belgrads. Zum Feldmarschall erhoben, erhielt er nach Laudon's Hinscheiden das Obercommando der Beobachtungsarmee an der preußischen Grenze. Nachdem die Verwicklungen durch den Reichenbacher Congreß eine friedliche Lösung gefunden, übernahm
C. neuerdings die oberste Leitung des Artilleriewesens, dem er sich wie früher mit unermüdetem und erfolgreichem Eifer widmete. War es ihm auch nicht mehr gegönnt, in Person ins Feld zu ziehen, so haben doch die Leistungen dieser Waffe in den bedeutungsvollen Jahren von 1813 und 1814 Colloredo's Verdienste um dieselbe ins hellste Licht gesetzt. Bis zu seinem, am 26. Nov. 1818 zu Wien
|erfolgendem Ableben wirkte
C. unermüdlich. Er hinterließ ein ehrenhaftes Andenken nicht nur als Krieger, sondern auch als Mensch, da die seltenste Herzensgüte sich mit anderen trefflichen Eigenschaften des Charakters in ihm vereinigte. Colloredo's Verdienste um den Staat durften durch kein äußeres Ehrenzeichen zur Anerkennung gelangen, da ihm die Demuth desjenigen Ordens, dem er sich frühzeitig angelobt hatte, die Annahme des ihm nach der Eroberung Belgrads angetragenen Großkreuzes des Theresienordens verbot.
Literatur ↑
Ritter v. Rittersberg, Biograph. d. ausgez. verstorb. u. lebend. österr. Feldh. S.93. Hirtenfeld, Oesterr. Milit.-Lexikon, S. 734. Oesterr. Milit. Zeitschrift, Jahrg. 1819. IV. Bd.
Autor ↑
v. Janko.Empfohlene Zitierweise ↑
Janko, Wilhelm Edler von, „Colloredo-Mels und Waldsee, Joseph“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
4
(1876), S.
419-420
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd133473155.html?anchor=adb
Colloredo-Waldsee, Joseph Graf von
Name: Colloredo-Waldsee, Joseph Graf von
Namensvariante: Colloredo-Waldsee, Joseph Maria Graf von
Namensvariante: Colloredo-Wels und Waldsee, Joseph Graf von
Lebensdaten: 1735 bis 1818
Geburtsort: Regensburg
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: k. k. Feldmarschall; österreichischer Staatsmann
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Allmayer-Beck, Johann ChristophAutor ADB:
Janko, Wilhelm Edler vonPND: 133473155