<< Amon, Anton Blasius
Amort. >>
Amon, Placidus
Benediktiner und Philologe,
* 10.12.1700 Waldhausen (Oberösterreich),
† 1759 Traiskirchen (Niederösterreich).
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Georg Amon, Gärtner in Waldhausen.
Leben ↑
Amon legte 1719 das Ordensgelübde in Melk ab und wurde 1726 zum Priester geweiht. Als gelehrter Benediktiner machte er sich um die Bekanntmachung altdeutscher Literaturdenkmäler verdient, zu deren Herausgabe ihn Bernhard Pez ermuntert hat. Über Abschrift und Vorarbeit ist Amon nicht hinausgekommen. Seine Abschriften (Predigten, Benediktinerregel, moralische Gedichte des
sog. Anonymus Mellicensis,
vgl.: Kleinere mittelhochdeutsche Erzählungen, herausgegeben von A. Leitzmann, I, Die Melker Handschrift, 1904; ferner Trojanerkrieg, Weltchronik
u. a.), meist nach Handschriften in österreichischen Klöstern, überließ er 1750 an Johann Christoph Gottsched, mit dessen Nachlaß sie in den Besitz der „Gesellschaft der schönen Wissenschaften und freyen Künste“ zu Leipzig und nach deren Auflösung in die Sächsische Landesbibliothek zu Dresden gelangten. Von einem Teil dieser Abschriften ließ Johann Christoph Adelung wiederum getreue Abschriften herstellen, die in der Berliner Staatsbibliothek verwahrt werden. Einige andere Vorarbeiten Amons sind im Kloster Melk. – Für die Gelehrtengeschichte seiner Zeit ist der erhaltene Briefwechsel wichtig, den Amon 1735-52 um der Ausgabe mittelhochdeutscher Texte willen mit Johann Georg Wachter in Leipzig, mit Philipp Lambacher in Wien, mit Magnus Ziegelbauer in Zwiefalten und anderen Gelehrten, vor allem mit Gottsched führte. Endlich plante Amon schon früh ein umfangreiches deutsches Wörterbuch, in dem auch ältere Sprache, Berufs- und Standessprachen zu Wort kommen sollten, das aber in der Richtung einer verpflichtenden Gemeinsprache Gottschedischer Prägung angelegt werden müsse. Wachter gab dazu gute Ratschläge, Gottsched selber munterte auf und scheint irgendwie an eine ausfeilende, nachtragende Mitarbeit gedacht zu haben. Amons Wörterbuchplan erörtert das Verhältnis von deutschem Wortgut und Fremdwort und prüft die Frage der Einbürgerung von Fremdwort und Lehnwort. Leider sind alle Vorarbeiten verloren; nur der Briefwechsel mit Wachter und Gottsched gibt Nachricht von einem Unternehmen, das in der Geschichte des deutschen Wörterbuchs überhaupt einen Platz beanspruchen darf.
Literatur ↑
O. Basler, P.
A., ein
Btr. z. d. Anfängen d. altdt.
Stud. in
Österr. im 18.
Jh., in: Germanica,
Festschr. f. E. Sievers, 1925, S. 1-38 (4
Hss.-Proben).
Autor ↑
Otto BaslerEmpfohlene Zitierweise ↑
Basler, Otto, „Amon, Placidus“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
256
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135592232.html
Amon, Placidus
Name: Amon, Placidus
Lebensdaten: 1700 bis 1759
Geburtsort: Waldhausen (Oberösterreich)
Sterbeort: Traiskirchen (Niederösterreich)
Beruf/Lebensstellung: Benediktiner; Philologe
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Basler, OttoPND: 135592232