<< Coccejus, Johannes
Coch, Georg Theodor >>
Coccyus (Gauch), Sebastian
Pädagoge,
* 1504 oder 1505 Cannstatt (Württemberg),
† 28.9.1562 Bebenhausen bei Tübingen. (lutherisch)
Genealogie
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Genealogie ↑
⚭ Schwäbisch Hall 1530 Anna,
T des Haalmeisters
Gg. Müller in Schwäbisch Hall
u. der Else Ulrich; 15
K.
Leben ↑
Coccyus war circa 1527-31 Collaborator III. Klasse an der Lateinschule in Schwäbisch Hall, wurde 1531 Präzeptor in Schwabach und 1532 in Dinkelsbühl. 1533-47 leitete er als Präzeptor die Lateinschule in Schwäbisch Hall, bis er bei Einführung des Interims als Mitarbeiter von Johannes Brenz weichen mußte. 1547 ließ er sich in Heidelberg immatrikulieren; wo er früher studiert hat, ist unbekannt. 1548 erscheint er als Superattendent und Lesemeister am Stift in Öhringen. Von 1551 bis zu seinem Tod war er als Lehrer und Erzieher des Prinzen Eberhard am württembergischen Hof; als solcher erscheint er in der Tübinger Matrikel 1551. - Die Anstellung in Hall war für Coccyus entscheidend. Mit der Durchführung der Reformation in der Reichsstadt hatte das Schulwesen neuen Auftrieb bekommen, er hat dort die Lateinschule zu hoher Blüte gebracht. In der Schulordnung von 1543 gab er einen Rechenschaftsbericht über seine Arbeit und legte zugleich den Boden für die weitere Entwicklung, bekam auch Einfluß auf weitere Schulordnungen, wie die württembergische von 1559. Als Humanist legte Coccyus besonderen Wert auf sichere Beherrschung der lateinischen Sprache (Lektüre der lateinischen Klassiker), forderte eine gute Lehrmethode
(non multa, sed multum), die auf die Fas
|sungsgabe der Schüler Rücksicht nehme und die Freude an der Arbeit wecke. Der christlichen Unterweisung maß er besondere Bedeutung zu. Hier spürt man den Einfluß des Reformators Brenz. In seiner Übersetzung der (22) Brenzischen Türkenpredigten (Nürnberg 1532) zeigt er sich als trefflicher Beherrscher der deutschen Sprache. Im Einverständnis mit Brenz führte er den theologischen Kampf mit Kaspar Schwenckfeld. Dessen heftige Entgegnungen zeigen, wie ernst dieser seinen Gegner nahm. Der Ruf nach Stuttgart schien ein Ruf aus der Enge in die Weite, führte Coccyus jedoch aus der Weite in die Enge.
Werke ↑
Weitere W Qua ratione pueri Halae Suevorum instituantur, priusquam mittantur ad academias, syntagma S. Cocij, 1543
(Schulordnung ungedr.); Kurtze Verzeychnüß
Seb. Coccyi Constantini auf Herr Caspar Schwenkfelders Büchlein
v. d. göttl. Herrlichkeit d. Menschheit Christi in d. Glorien, 1543
(Vorrede Hall 16.11.1542, Landgf. Phil. v. Hessen gewidmet); Verlegung d. zwölf Ursachen, mit welchen Caspar Schwenckfeld vermeint zu erweisen, das d.
hl. Geist Christi Leib nit in
u. aus d. Maria Leib erschaffen habe, Marburg 1546
(Vorrede v. J. Brenz).
Literatur ↑
K. Kern, Die schwäb. Schulordnung
v. J. 1543
u. ihre Beziehungen
z. d.
württ. Schulordnung 1559, 1901;
ders., in:
Württ. Franken,
NF 8, 1903, S. 78-108;
ders., S.
C., Erzieher
u. Lehrer d. Prinzen
Eberh. v. Württ. 1551-1562, in:
Mitt. d.
Ges. f.
dt. Erziehungs-
u. Schulgesch. 15, 1905, S. 100-17;
G. Lenckner,
Btrr. z. Lebensgesch. d. S.
C., in:
Württ. Franken,
NF 20/21, 1939/40, S. 283-88.
Autor ↑
Otto HaugEmpfohlene Zitierweise ↑
Haug, Otto, „Coccyus, Sebastian“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
303 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119643537.html
Coccyus, Sebastian
Name: Coccyus, Sebastian
Namensvariante: Gauch, Sebastian
Lebensdaten: 1504 oder 1505 bis 1562
Geburtsort: Cannstatt (Württemberg)
Sterbeort: Bebenhausen bei Tübingen
Beruf/Lebensstellung: Pädagoge
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Haug, OttoPND: 119643537