<< Cloëtta, Max
Closener, Fritsche >>
Cloos, Hans
Geologe,
* 8.11.1885 Magdeburg,
† 26.9.1951 Bonn. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ulrich (1852–1906),
Reg.-
u. Baurat;
M Elis. Heckel;
⚭ Elli,
Schwägerin des
Komp. Adolf Busch (
s. NDB III),
T des Musikdirektors Hugo Grüters (1851–1928) in Bonn; 4
K.
Leben ↑
Cloos studierte Naturwissenschaft, insbesondere Geologie in Bonn, Jena und Freiburg (Breisgau). Der Promotion 1909 folgte unmittelbar eine Forschungsreise nach Südwestafrika, wo er auf das Thema seines Lebens stieß: Raumgewinnung und -gestaltung der Intrusionsgesteine (vergleiche Goethe, Luisenburg im Fichtelgebirge!). 1911-13 betätigte er sich als Erdölgeologe in Niederländisch Indien. Tektonische Arbeiten mit neuer Methodik verschafften ihm schon 1919 die Berufung als Ordinarius nach Breslau. 1926 ging er nach Bonn. Weitere Forschungsreisen führten 1925 und 1926 nach Norwegen und Schweden, 1927 in die Vereinigten Staaten, ebenso 1933 und 1948, während 1929 und 1936 nochmals Südafrika das Ziel war. - 1923 hatte Cloos die Schriftleitung der „Geologischen Rundschau“ übernommen und prägte dieser Zeitschrift den Stempel auf; seit 1931 führte er auch den Vorsitz der Geologischen Vereinigung. Sind alle Schriften streng objektiv ganz der Sache gewidmet, so ist „Gespräch mit der Erde“ (1947,
21949) völlig den Subjekt-Objekt-Beziehungen erwachsen. Es ist die Autobiographie eines in 4 Erdteilen viel gereisten Geologen und spiegelt berechtigten Stolz auf eigene Leistungen. Durchgeistigung des Stoffes, Begeisterung des Jüngers der Naturwissenschaft finden selten so edle Form und müssen auch den nicht-fachmännischen Leser mitreißen. Geologie als „Musik der Erde“ (Einleitung) wird zur Quelle von „Frieden und Liebe“ (Nachwort). Bildhaft-farbige Sprache ist hier zur Kunstform vorangetrieben. Die Wirkung der Persönlichkeit erstrahlt unmittelbar aus und entzündet sich am organisch-anorganischen Grenzgebiet. Ein Magma, das die harte Erdkruste gestalten hilft, periphere Kräfte der festen Erdrinde, die den Glutfluß wecken und drängen, wachsen aus frühesten Felderlebnissen des jungen Geologen ständig im ganzen Lebenswerk in einer Synthese der Betrachtungen des ganzen Planeten zusammen. - Mitglied der preußischen Akademie der Wissenschaften, der Geologischen Gesellschaften von Finnland, London und Amerika, Ehrenmitglied der Deutschen Geologischen Gesellschaft und der Naturforschenden Gesellschaft von Schaffhausen. 1948 Verleihung der amerikanischen Penrose-Medaille und der deutschen Leopold von Buch-Plakette.
Werke ↑
Weitere W Der Erongo, in:
Btr. z. geol. Erforschung
dt. Schutzgebietes, 1919; Der Mechanismus tiefvulkan. Vorgänge, 1921; Geol. d. Schollen in schles. Tiefengesteinen, in:
Abhh. d. Preuß. Geol. Landes-Anstalt, 1920; Tektonik
u. Magma I, II, ebenda 1922/24; Der Gebirgsbau Schlesiens
u. d. Stellung seiner Bodenschätze, 1922; Einführung in d. tekton. Behandlung magmat. Erscheinungen (Granittektonik) I: Das Riesengebirge, 1925; Die Plutone d. Passauer Waldes, 1926; Zur experimentellen Tektonik, in: Die Naturwiss., 1931; Zur Mechanik großer Brüche
u. Gräben, in:
Zbl. f. Mineral. Geol., 1932; Der Gang einer Falte (Deecke-Festschr.), in: Fortschr. d. Geol.-Paläontol. 9, 1933; Zur tekton. Stellung d. Saargebietes, in:
Zs. d. Dt. Geol.
Ges., 1933; Einführung in d. Geol., 1936; Geol.,
Slg. Göschen,
Bd. 13,
21942;
zahlr. Aufsätze in: Geol.
Rdsch., Stuttgart.
Literatur ↑
E. Bederke, in:
Zs. d.
dt. geol.
Ges. 104, 1952, S. 553-57
(P);
S.
v. Bubnoff, in: Geol.
Rdsch., 1953
(P). - Zu V Ulrich: BJ XI (
Tl. 1906,
L);
zu
Hugo Grüters: DBJ X (
Tl. 1928,
L);
P. Frank-W. Altmann, Kurzgefaßtes Tonkünstler-
Lex.,
141936.
Autor ↑
Edwin HennigEmpfohlene Zitierweise ↑
Hennig, Edwin, „Cloos, Hans“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
294
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118521276.html