Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

ADB-Artikel

<< Clodius, Christian August     Clodius, David >>

Clodius, Christian August Heinrich

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Clodius: Christian August Heinrich C., geb. 21. Sept. 1772 in Altenburg, † 30. März 1836 in Leipzig, Sohn des Leipziger Professors Christ. Aug. C. (s. d.), erhielt nach dem frühen Tode des Vaters durch seine sehr begabte Mutter (s. o.) eine treffliche Erziehung, so wie in dem Böttcher'schen Institute eine allseitige Vorbildung und bezog 1787 als frühreifes Genie geltend die Universität Leipzig, wo er Philologie und Jurisprudenz studirte und sich zugleich eifrig mit Kant beschäftigte. Nachdem er bereits 1794 ein Bändchen "Gedichte" veröffentlicht hatte, habilitirte er sich 1795 als Docent durch eine Abhandlung "De poëseos generibus" und wurde 1800 außerordentlicher und 1811 ordentlicher Professor der praktischen Philosophie, welch letztere Stelle er mit einer Dissertation "Apologia Ulpiani" und einer Rede "Apologia Hobbesii" antrat. Auf eine Uebersetzung der Fabeln Lafontaine's (1803, 2 Bde.) folgte "Entwurf einer systematischen Poetik (1804, 2 Bde.), hierauf ein philosophischer mehrfach an Rousseau anknüpfender Roman "Fedor, der Mensch unter Bürgern" (1805, 2 Bde.), sodann "Grundriß der allgemeinen Religionslehre" (1808). Während er durch die Professur und als Decan der Facultät zur Abfassung mehrerer Programme veranlaßt war ("De iure naturali in artem redigendo", 1817, — dieses in deutscher Bearbeitung von Hohenthal, 1833; "De philosophiae conceptu, quem Kantius cosmicum appellat", 1826; "De philosophia morum", 1835; "De virtutibus, quas cardinales appellant", in sieben verschiedene Programme, 1818—836, vertheilt, deren letztes nach dem Tode des Verfassers Drobisch veröffentlichte) und gleichzeitig sich für die deutsche Litteratur das Verdienst erwarb, daß er Seume's "Spaziergang nach Syrakus" in neuen Auflagen (1815—19) und desselben Gedichte (1815) nebst dessen zu Ende geführter Selbstbiographie (1813), sowie auch "Klopstock's Nachlaß" (1821, 2 Bde.) herausgab, arbeitete er in denselben Jahren sein philosophisches Hauptwerk aus "Gott in der Natur, in der Menschengeschichte und im Bewußtsein" (1818 22, 5 Bde.). Ein Gedicht "Eros und Psyche", welches er schon in den Jugendjahren begonnen hatte, gab nach seinem Tode Crusius heraus (1839). S. N. Nekrolog d. Deutschen, 14. Jahrg. 1836, S. 281. C., welcher in seinen Schriften eine ausgedehnte Litteratur-Kenntniß und eine zuweilen unangenehme Breite der Darstellung zeigt, hatte noch in seiner "Poetik" den Kantischen Kategorien wenigstens einigen Einfluß gestattet, aber sowie er bereits in der "Religionslehre" den ihm eigenen Standpunkt gewonnen hatte, übte er in den erwähnten Programmen eine stets sich steigernde, ja heftige Polemik gegen Kant und den Formalismus der Kantianer. Seine positive Auffassung erinnert vielfach an Jacobi und könnte, wenn es zulässig wäre, dergleichen neue Terminologie zu schaffen, füglich und richtigst als ein durchgeführter Religionismus bezeichnet werden. Er nimmt von vorneherein Bewußtsein als identisch mit Religion, und während er sich gegen Indifferentismus, gegen Materialismus, gegen todten Supranaturalismus und gegen Rationalismus wendet, sucht er (in seinem Hauptwerke) aus der Tiefe des religiösen Gefühles eine Physikotheologie und hierauf dieser entsprechend eine Historikotheologie zum Behufe eines in religiöser Ethik liegenden Abschlusses zu entwickeln.

Autor  
Prantl.
Empfohlene Zitierweise  

Prantl, Carl von, „Clodius, Christian August Heinrich“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 334-335 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd104074361.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
ADB 4 (1876), S. 334-335
Erwähnungen: 
NDB 3 (1957), S. 292*

PND: 104074361
Artikel drucken

Index

Clodius, Christian August Heinrich

Name: Clodius, Christian August Heinrich
Lebensdaten: 1772 bis 1836
Beruf/Lebensstellung: Philosoph; Schriftsteller
Konfession: lutherischer Vater
Autor ADB: Prantl, Carl von
PND: 104074361

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Clodius, Christian August Heinrich

PND
104074361

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Professorenkataloge
Professorenkatalog der Universität Leipzig

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München

Quellennachweise
Historische Vorlesungsverzeichnisse der Universität Leipzig

Nachlässe der SLUB

Nachlässe
Kalliope