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NDB-Artikel

<< Cleyn, Franz     Clodius. >>

Clocken (Glocken, zer Klocken, de Campana), Peter van der

Kaufmann, Bürgermeister von Köln, 1481/82.


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
S Peter ( vor 12.2.1473 in Wien).

Leben  
Clocken wurde 1451 vom Wollenamt in den Rat gewählt. Seit 1467 gehörte er abwechselnd als Bürgermeister (1469/70, 1473/74, 1477/78, 1480), Rentmeister und Stimmeister der Gruppe des Rates an, die in den wichtigen Jahren des Neußer Krieges die Geschicke Kölns leitete. Seine persönliche Bedeutung trat hervor, als er vom Herbst 1474 bis März 1475 als Abgesandter seiner Stadt am kaiserlichen Hofe weilte. Von Kaiser Friedrich III. und Markgraf Albrecht von Brandenburg dem engsten Rate zugezogen, betrieb er dort den für Köln lebenswichtigen Anmarsch des Reichsheeres nach Neuß. Auch während der folgenden Monate in den Verhandlungen um Materialbeschaffung, den Differenzen um den Waffenstillstand und der Fühlungnahme mit Frankreich stand er als Mittler zwischen dem Kaiser und Köln. Nach dem Kriege war Clocken zugleich als Mitglied der Kommission zur Regelung der Schwierigkeiten, die sich aus dem vom Kaiser neu verliehenen Zoll ergaben, maßgebend an der städtischen Finanzpolitik zur Behebung der großen Kriegsschulden beteiligt. Diese löste im Herbst 1481 einen Aufstand der Zünfte aus, der sich mit|gegen Clocken richtete. Rechtfertigung und Sieg des Rates ein halbes Jahr später hat er nicht mehr erlebt.

Literatur  
ADB XLVII; L. Ennen, Gesch. d. Stadt Köln III, 1869; Die Chroniken d. dt. Städte, Bd. 14, 1877; A. Ulrich, Akten z. Neußer Krieg 1472-75, in: Ann. d. Hist. Ver. f. d. Niederrhein 49, 1889, S. 1 ff.; W. Stein, Akten z. Gesch. d. Vfg. u. Verwaltung d. Stadt Köln im 14. u. 15. Jh. I/II, 1893 bis 1895, = Publ. d. Ges. f. rhein. Gesch.kde. 10; B. Kuske, Qu. z. Gesch. d. Kölner Handels u. Verkehrs II, 1917, = ebenda, 33; F. Priebatsch, Pol. Korr. d. Kf. Albrecht Achilles I (1470-74), 1894, S. 692, Nr. 890, II (1475–80), 1897; W. Holtschmidt, Die Kölner Ratsvfg. vom Sturz d. Geschlechterherrschaft bis z. Ausgang d. MA 1396 bis 1513, in: Btrr. z. Gesch. d. Niederrheins 21, 1906/07, S. 1-59.

Autor  
Henny Grüneisen
Empfohlene Zitierweise  

Grüneisen, Henny, „Clocken, Peter van der“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 291 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136187471.html

ADB-Artikel

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Clocken, Peter von der

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Clocken: Peter von der C., Kölner Bürgermeister. Ihn wählte im J. 1451 das Wollenamt zum Mitgliede des Rathes, dem er seitdem ununterbrochen bis zu seinem Tode angehörte. Die Bürgermeisterwürde bekleidete er seit dem Jahre 1469 vier Mal, ein Beweis des großen Ansehens, dessen er sich im Rathe erfreute. Eine hervorragende Gelegenheit, sein Geschick als Staatsmann zu beweisen, bot ihm der Neußer Krieg. Die Stadt entsandte ihn an den kaiserlichen Hof zur Betreibung der Hülfe. Er erreichte denn auch die Entsendung von Truppen seitens mehrerer Reichsstände und veranlaßte schließlich den Kaiser zum Erscheinen auf dem Kriegsschauplatze. Der Rheinzoll, den die Stadt zur Entschädigung für die Kriegskosten vom Kaiser erhielt, verursachte ihm viel Mühen. Er gehörte zu der die Aufsicht über den Zoll führenden Commission, den sogen. Zollherren, und mußte eine Gesandtschaft zu den dem Zolle hartnäckig widerstrebenden rheinischen Kurfürsten nach Capellen übernehmen.
Die letzten Lebensjahre wurden C. durch die revolutionäre Bewegung verbittert, welche sich in Köln zu Anfang der 80er Jahre gegen den Rath erhob infolge der hauptsächlich durch den Krieg verschuldeten finanziellen Bedrängniß der Stadt. Sein Name stand mit an der Spitze des Verzeichnisses der von den Revolutionären proscribirten Rathsherren. Inmitten der gegen ihn gerichteten Angriffe bewies er persönlichen Muth. In der Rathssitzung forderte ihn Johann Hemmersbach, der Anführer der Aufrührer, mit schnöden Worten zur Rechtfertigung der städtischen Wirthschaftspolitik auf. Die unwürdige Behandlung brach dem gequälten Mann das Herz. Wenn er auch nicht, wie der Chronist berichtet, unmittelbar nach diesen Vorgängen sich aufs Sterbelager gelegt hat, so haben diese doch zweifellos zu seinem bald darauf erfolgten Tode viel beigetragen.

Literatur  
Ennen, Geschichte d. Stadt Köln III, passim. — Deutsche Städtechroniken XIV (Schluß). — Ulrich in den Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, Heft 49. — Diemar, Die Entstehung des deutschen Reichskriegs gegen den Herzog Karl den Kühnen von Burgund in Westdeutsche Zeitschrift f. Geschichte u. Kunst XV, 60 ff.

Autor  
Herm. Keussen.
Empfohlene Zitierweise  

Keussen, Hermann, „ Clocken, Peter von der“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 47 (1903), S. 500 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136187471.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 291 f.
ADB 47 (1903), S. 500

PND: 136187471
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Index

Clocken, Peter van der

Name: Clocken, Peter van der
Namensvariante: Glocken, Peter van der
Namensvariante: Klocken, Peter zer
Namensvariante: zer Klocken, Peter
Namensvariante: Campana, Peter de
Namensvariante: de Campana, Peter
Namensvariante: van der Glocken, Peter
Namensvariante: van der Glocken, Peter
Namensvariante: Peter van der Clocken
Namensvariante: Peter van der Glocken
Namensvariante: Peter zer Klocken
Namensvariante: Peter de Camapna
Lebensdaten: erwähnt 1451, gestorben 1481 oder 1482
Beruf/Lebensstellung: Bürgermeister von Köln
Konfession: katholisch
Autor NDB: Grüneisen, Henny
Autor ADB: Keussen, Hermann
PND: 136187471

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Clocken, Peter van der

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136187471

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