<< Clausius, Rudolf Julius Emanuel
Claviez, Emil >>
Clauß, Gustav Ernst Friedrich
Geodät,
* 19.3.1871 Landau (Pfalz),
† 6.10.1938 München. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Rob. Nik. (
† 1919), Bäcker,
S des Seilers
Joh. Ludw.;
M Elis. Marie,
T des Winzers
u. Küfers
Joh. Nik. Pister;
⚭ München 1907 Maria Juliane,
T des Kaserneninspektors Franz
Ferd. Hoerauf in München
u. der Anna
Elis. Buhl; 4
K.
Leben ↑
Clauß studierte Vermessungswissenschaft an der Technischen Hochschule München. Seit 1895 am Bayerischen Landesvermessungsamt tätig, leitete er wissenschaftlich und organisatorisch die Landesdreiecks- und -höhenmessung in Bayern. 1919 wurde er Mitglied der Bayerischen Erdmessungskommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1930 Honorarprofessor an der Technischen Hochschule München (Lehrauftrag über Katastertechnik seit 1926). Durch die erfolgreiche Anwendung des damals in Deutschland noch nicht eingeführten Basismeßverfahrens mittels Drahtmessung (Verwendung des Jäderin-Apparates anstelle des Bessel-Apparates) im Zusammenhang mit der Erneuerung des bayerischen Hauptdreiecksnetzes seit dem 1. Weltkrieg sowie durch die Darstellung einer solchen Basismessung in „Die Längenbestimmung einer neuen Grundlinie für das bayerische Landesdreiecksnetz“ (in: Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1930) verhalf er dem Verfahren zu noch heute allgemeiner Geltung. Eingehend widmete er sich der Frage der zweckmäßigsten Ausgleichungsmethode sowie der Verwertung Laplacescher Punkte zur Sicherung der Orientierung von Dreiecksnetzen. In Zusammenarbeit mit S. Finsterwalder stellte er für die Überführung der bayerischen Landeskoordinaten in Gauß-Krüger-Koordinaten der 9°- und 12°-Meridianstreifen Rechenformeln auf. Diese Arbeit sowie seine Untersuchung über den Zusammenschluß süddeutscher Dreiecksnetze mit den Dreiecksketten der preußischen Landesaufnahme zur Gewinnung einheitlicher geographischer Koordinaten sind einige seiner vielen nachwirkenden Beiträge zur einheitlichen Gestaltung des deutschen Vermessungs- und Kartenwesens. Im Auftrag des Beirats für das Vermessungswesen, dem er seit 1922 angehörte, bearbeitete Clauß das Normenblatt Din 3025 über Begriffe, Benennungen und Formelgrößen in der Geodäsie, wodurch er für diese eine international anerkannte Bezeichnungsweise anbahnte.
Werke ↑
Weitere W Das Verhältnis d. Gaußschen
u. Soldnerschen Bildkugel
z. Besselschen Erdellipsoid,
Diss. TH München 1914;
vollst. Verz. (18 Veröff.) bei W. Bayer, in:
Zs. f. Vermessungswesen 65, 1936, S. 401-06,
u. in: Allg. Vermessungsnachrr., 1936, S. 281-85.
Literatur ↑
Allg. Vermessungsnachrr., 1938, S. 536
(P); M. Kneißl, Die Entwicklung d. neuen bayer. Hauptdreiecksnetzes, in:
Nachrr. aus d. Reichsvermessungsdienst, Reichsamt f. Landesaufnahme,
Jg. 17, 1941, S. 102
(W); G. Straßer, Grundlinienmessungen in Bayern, Vermessung
u. Karte in Bayern, in: Festschr.
z. 150-J.-Feier d. bayer. Vermessungswesens, 1951, S. 51-53
(W).
Autor ↑
Hanns VeitEmpfohlene Zitierweise ↑
Veit, Hanns, „Clauß, Gustav Ernst Friedrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
278
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd130651796.html
Clauß, Gustav
Name: Clauß, Gustav
Namensvariante: Clauß, Gustav Ernst Friedrich
Lebensdaten: 1871 bis 1938
Geburtsort: Landau (Pfalz)
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Geodät
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Veit, HannsPND: 130651796