Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Ammende, Ewald     Ammon, von >>

Ammerbach, Elias Nikolaus

Organist, * um 1530 Naumburg, begraben 29.1.1597 Leipzig. (lutherisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Anton Nikolaus Ammerbach, Notar und Kammerschreiber in Naumburg, Stadtchronist (1547); 1) Leipzig Eva, T des ehrbaren Jakob Reckhals, 2) Leipzig 12.4.1574 Lucretia, T des Dr. Kaspar Kister, 3) Leipzig 3.10.1575 Martha ( 27.7.1598), T des David Stein in Pegau; 12 K., u. a. Elias Ammerbach (1593–1660), Organist, Ratsherr und Bürgermeister in Geithain.

Leben  
Ammerbach war im Winterhalbjahr 1548/49 an der Universität Leipzig immatrikuliert. Um seine organistische Ausbildung zu vervollkommnen, hat er sich nach seiner eigenen Aussage „in fremde Land zu fürtrefflichen Meistern begeben“. Von Neujahr 1561 bis April 1595 wirkte Ammerbach als Organist an der St. Thomaskirche in Leipzig. Infolge seiner sprunghaften Natur und ständigen Geldnot kam viel Unruhe in sein Leben. Ammerbach krönte mit seinen beiden Sammlungen von Orgelstücken die Überlieferung der älteren deutschen Orgeltabulaturen. Diese weitschichtig aufgebauten Unterrichts- und Spielwerke zeigen eine systematische Anlage vom einfachen Satz Note gegen Note bis zu kunstreich verzierten fünfstimmigen Tonsätzen. Da die Melodien seiner Sammlungen nur teilweise in anderen Quellen nachzuweisen sind, müssen sie auch als wichtiges Lied- und Auffangreservoir der Tänze und Lieder des 15. und 16. Jahrhunderts gelten.

Werke  
Orgel- od. Instrument-Tabulatur, Leipzig 1571; Ein neu künstlich Tabulaturbuch, ebenda 1575.

Literatur  
ADB I; R. Wustmann, E. A., in: Sammelbde. d. Internat. Musikges. 11, 1909/10; A. Schering, Musikgesch. in Beispielen, 1931; W. Ehmann, Alte Liedsätze f. Orgel od. Klavier, 1939; ders., in: MGG.

Autor  
Wilhelm Ehmann
Empfohlene Zitierweise  

Ehmann, Wilhelm, „Ammerbach, Elias Nikolaus“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 253 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11911139X.html

ADB-Artikel

<< Ammenhausen, Konrad von     Ammersbach, Heinrich >>

Ammerbach, Elias Nicolaus

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Ammerbach: Elias Nicolaus A. (Amerbach, Amorbach; auch unter seinen Vornamen Elias Nicolaus, "sonst Ammerbach genannt"), Organist des 16. Jahrh. Aus seinen Tabulaturbüchern von 1571 und 75 wissen wir,|daß er in diesen Jahren Organist an der Thomaskirche zu Leipzig gewesen ist, und ferner erzählt er uns in der Vorrede des ersten, daß er von Jugend auf großen Trieb zur Musik gehabt und in fremden Ländern bei vortrefflichen Meistern studirt habe; doch sind diese Länder und Meister uns ebenso unbekannt wie seine übrigen Lebensverhältnisse. Merkwürdig ist er durch seine Orgel- und Clavierbücher, welche neben technischen Anweisungen für Behandlung der Tasteninstrumente, eine Menge Tonstücke von verschiedener Art und verschiedenen Componisten in deutscher Tabulatur enthalten: "Orgel oder Instrument Tabulatur. Ein nützlichs Büchlein, in welchem notwendige erklerung der Orgel oder Instrument Tabulatur, sampt der Application, auch fröliche deutsche Stücklein vnd Muteten, etliche mit Coloraturen abgesatzt, Desgleichen schöne deutsche Tentze, Galliarden vnd Welsche Paßometzen zu befinden etc. Leipzig, durch Jacob Berwalds Erben, Anno 1571". Die "Instruction für die anfahenden Discipel der Orgelkunst" handelt in 5 Capiteln von den Claves, der Tabulatur, der Applicatur für die rechte und linke Hand, den Mordenten und Concordanten, dem Accordiren oder Reinstimmen der Tasteninstrumente. Dann folgen die für Orgel oder Clavier abgesetzten geistl. und weltl. Lieder und Tänze, 88 Stücke in 3 Theilen. Eine Anzahl derselben tragen keine Verfassernamen, die übrigen sind von Matth. le Maistre, Joh. Baptista, Wolf Heinz, Ant. Scandellus, Orl. Lassus, Ivo de Vento. Einiges über dieses Werk s. in Marpurg, "Krit. Briefe" II. 196 ff.; über die darin vorkommende Applicatur, A. v. Dommer, Lex. 58. Eine 2. Aufl. erschien Nürnberg 1583. — "Ein new kunstlich Tabulaturbuch, darin sehr gute Moteten vnd liebliche deutsche Tenores jetziger zeit vornehmer Compon. auff die Orgel vnd Instrument abgesetzt, beydes den Organisten vnd der Jugendt dienstlich. Mit gantzem Fleis zusammen gebracht, auffs beste colorirt, vberschlagen etc. durch Eliam Nicolaum Ammorbach etc. Leipzig durch Johann. Beyer, in verlegung Dietrich Gerlachs zu Nürnberg. Im Jar 1575." Enthält 40 Tonstücke von J. Berchem, Clemens non Papa, Crecquillon, Dresler, Gastritz, Orl. Lassus, Meiland, Scandellus, Ivo de Vento und Ungenannten (s. Becker, Tonw. 265). Die unbenannten Tonsätze in beiden Büchern mögen von A. selbst herstammen, doch wissen wir nichts Näheres davon und kennen überhaupt keine durch Ammerbach's Namen als seine Producte sicher beglaubigten Stücke, auch in anderen gleichzeitigen Sammelwerken sind solche nirgend zu sinden. Uebrigens besagen die Titel seiner Orgelbücher nur, daß die Stücke von ihm abgesetzt und colorirt, also claviermäßig eingerichtet, mit Gängen und Passagenwerk ausgeschmückt und in Tabulatur gebracht seien. Stammen die darin befindlichen unbenannten Tonsätze wirklich von A. her, so hat er wol zu den Besseren seiner Zeit gehört, doch sind sie noch nicht genügend untersucht und verglichen. Jedenfalls aber greift Schilling's Lex. I. 180 etwas zu dreist ins Blaue, wenn es ihn für einen "großen, vielleicht den größten Contrapunktisten des 16. Jahrh., der sich damals durch die Herausgabe vieler vortrefflicher Compositionen für Orgel und Clavier allgemein bekannt gemacht habe", erklärt. Auch war A. nicht der erste, der in Deutschland Orgel- und Claviersachen durch den Druck publicirt hat; denn Arnold Schlicke's "Tabulaturen etlicher lobgesang vnd liedlein vff die orgeln vnd lauten" etc., war schon 1512 durch Peter Schöffer in Mainz gedruckt worden. Nur in Bezug auf die Herausgabe von Tänzen für Clavier und galanten Clavierstücken mag Ammerbach's Priorität gelten.

Autor  
v. Dommer.
Empfohlene Zitierweise  

Dommer, Arrey von, „Ammerbach, Elias Nicolaus“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 402-403 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11911139X.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 253
ADB 1 (1875), S. 402-403

PND: 11911139X
Artikel drucken

Index

Ammerbach, Elias Nikolaus

Name: Ammerbach, Elias Nikolaus
Namensvariante: Amerbach, Elias Nikolaus
Namensvariante: Amerbach, Nicolaus
Namensvariante: Amorbach, Elias Nikolaus
Namensvariante: Amorbach, Nicolaus
Namensvariante: Ammerbach, Nicolaus
Namensvariante: Ammerbach, Elias Nicolaus
Lebensdaten: um 1530 bis begraben 1597
Geburtsort: Naumburg
Sterbeort: Leipzig
Beruf/Lebensstellung: Organist; Komponist
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Ehmann, Wilhelm
Autor ADB: Dommer, Arrey von
PND: 11911139X

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Ammerbach, Elias Nikolaus

PND
11911139X

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München

Nachlässe
Kalliope