Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Chun, Carl     Chwalkowski, Samuel >>

Chvostek, Franz

Internist, * 3.10.1864 Wien, 17.4.1944 Burg Groppenstein im Mölltal (Kärnten). ((römisch)-katholisch, später Mitglied der germanischen Glaubensgemeinschaft)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Franz (21.5.1835-16.11.1884), 1871-74 Leiter der Klinik Duchek, dann der internen Abt. des Garnisonspitales 1 in Wien, Vf. zahlr. Arbb. z. Pathologie u. Therapie v. Gehirn-, Rückenmark- u. Nervenkrankheiten, der Basedowschen Krankheit, der Leberkrankheiten, z. Anwendung u. Verwertung des elektrischen Stromes, nach ihm das Fazialisphänomen b. Tetanie benannt, S des Gerbermeisters Vinzenz in Mistek (Mähren) u. der Ther. Skridlo; M Leop. Kath. Franz. Aloisia, T des k.k. Reg.-Arztes im Garnisonspital 2 in Wien Alois Režac u. der Kath. Morawec; ; Wilhelmine Kruder (); 1 S.

Leben  
Chvostek beendete 1888 sein Medizinstudium in Wien. Seit 1886 Aspirant in der internen Klinik Heinrich Bambergers, war er 1890-92 Assistent in der Psychiatrischen Klinik unter Theodor Meynert, arbeitete dann in der Internen Klinik Otto Kahlers und dessen Nachfolgers Edmund von Neußer. 1897 wurde er außerordentlicher Professor und Leiter der internen Abteilung des Sophienspitales, supplierte dann drei Semester die verwaiste Lehrkanzel Leopold von Schrötters. 1909 ordentlicher Professor, wurde er 1911 Ordinarius bei Übernahme der für ihn gegründeten IV. Medizinischen Klinik; nach Neußers Tod (1913) stand er der III. Medizinischen Klinik vor. 1933 legte er sein Lehramt nieder. - Ein glänzender Beobachter, war Chvostek Gegner der fortschreitenden Mechanisierung in der Medizin und der Überwertung der Laboratoriumsmethoden. Seine neurologische Ausbildung befähigte ihn zu fruchtbarer Bereicherung des Grenzgebietes zwischen Neurologie und interner Medizin. In späteren Jahren beschäftigten ihn vor allem die Erkrankungen der Drüsen mit innerer Sekretion. Immer wieder wies er auf die Bedeutung der Konstitution für das Krankheitsgeschehen, zum Beispiel beim Morbus Basedow, bei der Leberzirrhose, hin und wurde damit zum Begründer der modernen Erbbiologie und -pathologie. Er erkannte die Bedeutung der Tonsillen für die Genese des Gelenkrheumatismus und schuf damit die Grundlage der Lehre der Herdinfektion. Die Anämie pankreatogenen Ursprungs trägt seinen Namen.

Werke  
u. a. Üb. d. Verhalten d. sensiblen Nerven, d. Hörnerven- u. d. Hautleitungswiderstandes b. Tetanie, in: Zs. f. klin. Med., 1891; Üb. d. Einfluß v. Krankheiten auf d. respirator. Gaswechsel u. üb. Sauerstofftherapie (vorläuf.Mitt.), in: Wiener klin. Wschr., 1891, Nr. 33 (mit Prof. Kraus); Ein Fall v. ischäm. Lähmung infolge v. Embolie d. Art. femoralis, in: Jb. f. Psychiatrie, 1891; Üb. alimentäre Glykosurie b. Morbus Basedowii, in: Wiener klin. Wschr., 1892; Üb. d. Wesen d. paroxysmalen Hämoglobinurie, Wien 1894; Zur Ätiol. d. akuten Gelenkrheumatismus (mit Prof. Kraus), Wien 1898; Konstitution u. Blutdrüsen, in: Wiener klin. Wschr., 1912, Nr. 1 (Antrittsvorlesung); Morbus Basedowi u. d. Hyperthyreosen, in: Enz. d. klin. Med., 1917.

Literatur  
Med. Dtld. III, o. J.; E. Foerster, in: Wiener klin. Wschr., 1934, Nr. 40; O. Gerke, in: Dt. med. Wschr., 1944, Nr. 25/26; H. Kahler, in: Wiener med. Wschr., 1944, Nr. 21/22; E. Risak, in: Wiener klin. Wschr. 1944; K. Thums, ebd.; L. Schönbauer, Das med. Wien, Wien 21947; Fischer I, 1932, ÖBL. - Zu V Franz: Wiener med. Bll., 1884, Nr. 47; Wiener med. Presse, 1884, Nr. 47; Berliner klin. Wschr., 1884, Nr. 48; Wiener med. Wschr., 1864, Nr. 47; Allg. Wiener med. Ztg., 1884, Nr. 47, 48; BLÄ II, 1930; ÖBL.

Autor  
Leopold Schönbauer
Empfohlene Zitierweise  

Schönbauer, Leopold, „Chvostek, Franz“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 253 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd133623009.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 253

PND: 133623009
Artikel drucken

Index

Chvostek, Franz

Name: Chvostek, Franz
Lebensdaten: 1864 bis 1944
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Burg Groppenstein im Mölltal (Kärnten)
Beruf/Lebensstellung: Internist
Konfession: katholisch; germanische Glaubensgemeinschaft
Autor NDB: Schönbauer, Leopold
PND: 133623009

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Chvostek, Franz

PND
133623009

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope