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Amerbach, Veit >>
Amerbach, Johannes
Drucker,
* um 1440 Amorbach,
† 25.12.1513 Basel.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V höchstwahrscheinlich Peter Welcker, Bürgermeister in Amorbach;
⚭ 21.9.1483 Barbara, verwitwete
T des Ratsherrn Leonhard Ortenberg in Basel:
S Bruno Amerbach (1485–1519), Drucker, Basilius Amerbach (1489–1535), Drucker und Sekretär, Bonifacius Amerbach (s. 2); 1
T; E Basilius Amerbach (s. 1).
Leben ↑
Da Amerbach in Paris studiert hat und zum Magister Artium promoviert wurde, ist er höchstwahrscheinlich identisch mit dem Johannes Welker, diocesae Herbipolensis, der in Paris 1461 Baccalaureus Artium und 1462 Magister wurde. Er schloß sich dort Johann Heynlin de Lapide und den Druckern der Sorbonne an; später sah er Rom und arbeitete als Drucker in Vendig. Seit 1478 druckte er als Johannes de Amerbach in Basel; 1481 wurde er zunftgenössig; 1482 erwarb er das Haus zum Kaiserstuhl in Kleinbasel: am 5.5.1484 kaufte er das Bürgerrecht
(Meister Hanns von Emmerpach der Trugker). Für 1495 ist in der Amorbacher Stadtrechnung ein zweimaliger Besuch Meister Hans Welckers von Basel bezeugt. Etwa seit 1500 druckte Amerbach in Gemeinschaft mit seinen fränkischen Landsleuten Johannes Petri und Johannes Froben. Seine Produktion, in deren Dienst er namhafte Gelehrte zu stellen wußte, richtete sich vorwiegend auf das Große: In mächtigen Folianten erschienen bei ihm
u. a. Ambrosius, Augustin, die Bibel mit Glossen und Postillen (
z. T. im Auftrag Antonius Kobergers), das Corpus juris canonici; die Ausgabe des Hieronymus war bei seinem Tode schon so weit vorbereitet, daß Froben, unterstützt von Erasmus, das Werk 1516 herausbringen konnte.
Literatur ↑
ADB I;
ferner Nachweise in: Die
A.-Korrespondenz,
hrsg. v. A. Hartmann I (1481–1513), 1942, S. XXIII;
J. Heimberger, Amorbacher Persönlichkeiten, 1929, S. 5.
Portraits ↑
vielleicht Kunstmus. Basel, Inv.-
Nr. 671
v. unbek. Meister (
vgl. O. Fischer in:
Ztschr. f. Schweizer.
Archäol. u.
Kunstgesch.,
Bd. 7, 1945).
Autor ↑
Alfred HartmannEmpfohlene Zitierweise ↑
Hartmann, Alfred, „Amerbach, Johannes“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
247 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd123073189.html
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Amerbach, Johann
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Amerbach: Johann
A.
, (Magister Johannes. Hans v. Amorbach, Emmerpach,
Emrebach), Baseler Buchdrucker, geb. 1444
(nicht 1434) zu Reutlingen und laut der von seinem Sohn verfaßten
Grabschrift † 1. Jan. 1514,
arbeitete nachdem er in Paris unter Johannes a Lapide studirt
hatte, in Anton Koburgers Officin in Nürnberg und gründete dann
zwischen 1475 und 1480 eine Druckerei in Basel, die ihm unter den
Gelehrten in Deutschland bald einen berühmten Namen machte. "Am
mitwuchen post inventionem crucis" (5.
Mai) 1484 erhielt er das Bürgerrecht in Basel. Durch eigene
Gelehrsamkeit befähigt und von Reuchlin, Wimpheling, Leontorius,
Pellican, Conon u.
A.
unterstützt, hat er sich namentlich durch seine
trefflichen Ausgaben des Augustin, Hieronymus und andrer
Kirchenväter neben zahlreichen sonstigen Drucken ein großes
Verdienst erworben. Für manche Arbeiten verband er sich mit
Froben, z. B. für die erst 1516—1526 unter seinen Söhnen in 9
Bänden Fol. erschienene Ausgabe des Hieronymus. Er war einer der
ersten, welcher die lateinische Type an Stelle der gothischen
verwandte und seine beim Augustin gebrauchte Type ist lange Zeit
mustergültig geblieben. — Verheirathet mit Barbara Ortenberg, geb.
1453, † 1513,
hatte er außer 2 Töchtern 3 Söhne: Bruno, geb. 1485, † 12. Oct.
1519, der, nachdem er zu Paris
Theologie studirt, im väterlichen Hause den Wissenschaften lebte;
Basilius, Magister und Buchdrucker zu Basel, geb. 1488, † 1535 und
Bonifacius, geb. 1495 (s.
d.)
Literatur ↑
Fechter in den Beiträgen z. Baseler Gesch. Bd. 2. (1843) 169 f.
und ders. im Baseler Taschenb. v. 1863 S. 255 f. Stockmeyer und
Reber, Baseler Buchdruckergesch. S. 30. Didot,
essai sur la typographie: Maintaire, annales typogr. Bd. I. 140.
Autor ↑
Mühlbrecht.
Korrektur: Die Angabe, daß Joh. Amerbach zu Reutlingen geboren sei, ist falsch. Sie geht auf eine unrichtige Correctur zurück, welche Jean de la Caille in seiner Histoire de l'Imprimerie etc., 1689, an der freilich falschen Mittheilung J. Saubert's (Historia bibliothecae reipublicae Noribergensis, 1643, p. 117) vornahm, wonach ein Joh. de Auerbach 1469 in Reutlingen gedruckt hätte. Vgl. des Unterzeichneten Aufsatz: Ist Joh. Amerbach ... von Reutlingen gewesen? im Centralblatt für Bibliothekswesen III, 1886, S. 345 fgg.
Steiff.
Empfohlene Zitierweise ↑
Mühlbrecht, Otto, „Amerbach, Johann“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
398
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd123073189.html?anchor=adb
Amerbach, Johannes
Name: Amerbach, Johannes
Namensvariante: Meister Hanns von Emmerpach der Trugker
Namensvariante: Johannes de Amerbach
Namensvariante: Welcker, Johannes
Namensvariante: Emrebach, Hans von
Namensvariante: Emmerpach, Hans von
Namensvariante: Welker
Namensvariante: Welcker
Namensvariante: Magister Johannes
Namensvariante: Hans von Amorbach
Namensvariante: Amerbach, Johann
Lebensdaten: um 1440 bis 1513
Geburtsort: Amorbach
Sterbeort: Basel
Beruf/Lebensstellung: Drucker
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Hartmann, AlfredAutor ADB:
Mühlbrecht, OttoPND: 123073189