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NDB-Artikel

<< Cellarius, Michael     Celtis, Konrad >>

Cellarius (Hauskeller), Simon

Komponist, * vermutlich vor 1500, 1544 Kohren (Sachsen).


LebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Die Herkunft von Cellarius ist nicht belegt, jedoch finden sich im 16. Jahrhundert in Sachsen mehrere Musiker gleichen Namens, so daß er ebenfalls von dort stammen dürfte. Erwiesen ist seine Tätigkeit als Kantor an Sankt Marien in Zwickau von 1521-22. Bei seinem Tode bekleidete er ein Pfarramt, wie uns aus der Reformationszeit eine Reihe von Musikertheologen, so Ducis, Resinarius und andere, bekannt sind. Sein Kantorat zeigt, daß er früh zum Luthertum übergetreten war, wie viele seiner Komponistengeneration in Mitteldeutschland. So erscheint Cellarius auch mit Werken in den ersten Druckausgaben des bekannten Wittenbergers Georg Rhau. Sein Schaffen steht ganz unter dem Aspekt der Reformation. Die Psalmen im sogenannten Fauxbourdonstil (streng akkordlicher Satz über den Psalmton, choraliter notiert) sind ausschließlich für den gottesdienstlich-liturgischen Gebrauch bestimmt. Die Motetten (1538, Rhaus Sammlung ist von Melanchthon eingeleitet!) verkörpern die neue Lehre in musikalischer Hinsicht, daß die Musik mit dem Schriftwort eins und unlöslich verbunden sei; während die Hymnen (in Rhaus berühmter Sammlung, von 134 Hymnen, unter anderem von Walter, Finck, Stolzer, auch Senfl und Josquin des Prés, der Lieblingskomponist Luthers) mehr einer freieren musikalischen Gestaltung Raum lassen, wobei sich ein gediegenes handwerkliches Können bei Cellarius erkennen läßt.

Werke  
2 lat. Sätze (Mot.), 4stimmig, bei G. Rhau Selectae Harmoniae, Wittenberg 1538; 2 lat. Psalmen bei G. Rhau, Vesperarum Precum Officia. ebenda 1540; 2 lat. Hymnen, 4- u. 5stimmig, bei G. Rhau, Sacrorum Hymnorum Liber I, ebenda 1542; 2 lat. Psalmen, 4stimmig, in Ms. 73, Ratsschulbibl. Zwickau; 1 lat. Satz, 4stimmig, Ms. 940/941, Bibl. Proske, Regensburg.

Literatur  
R. Vollhardt, Bibliogr. d. Musikwerke in d. Ratsschulbibl. zu Zwickau, in: Mhh. f. Musikgesch., 1893-96; G. Pietzsch, Zur Pflege d. Musik an d. dt. Universitäten etc., in: Archiv f. MusikF VII, 1942, S. 95; F. Blume, Die ev. Kirchenmusik, 1931, S. 62 ff.; W. Brennecke, Die Hs. A. R. 940 bis 941 d. Proske-Bibl. zu Regensburg, 1953; H. Albrecht, in: MGG, Sp. 945.

Autor  
Günther Schmidt
Empfohlene Zitierweise  

Schmidt, Günther, „Cellarius, Simon“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 181 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135707781.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 181

PND: 135707781
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Index

Cellarius, Simon

Name: Cellarius, Simon
Namensvariante: Hauskeller, Simon
Lebensdaten: vermutlich vor 1500 bis 1544
Sterbeort: Kohren (Sachsen)
Beruf/Lebensstellung: Komponist
Konfession: katholisch; lutherisch
Autor NDB: Schmidt, Günther
PND: 135707781

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Cellarius, Simon

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135707781

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