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Carlowitz, Carl Adolf von
sächsischer und preußischer Offizier,
* 21.7.1771 Großhartmannsdorf,
† 20.1.1837 Breslau. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
B Ant. s. (3), Hans
Gg. s. (5);
⚭ Zbosy (Böhmen) 1797 Josepha
Gfn. v. Pötting
u. Persing (1775–1834,
kath.); 4
S, 3
T.
Leben ↑
Der Tod des Vaters 1796 zwang Carlowitz zum Verzicht auf die militärische Laufbahn und zur Übernahme des ihm überkommenen Familienmajorats (Großhartmannsdorf, Kuckuckstein und so weiter). In der ländlichen Abgeschiedenheit fand er Zeit, durch eifriges Studium sein Wissen zu vertiefen. Gemeinsam mit Gust. Dinter veröffentlichte er Zeitungsartikel gegen die „Dunkelmänner“, in denen er sich um die Verbesserung des Lehr- und Erziehungswesens bemühte. Er stand in regem Gedankenaustausch mit Gelehrten und Künstlern, unter anderem mit Heinrich von Kleist. Während des Aufenthalts des Dichters in Dresden unterstützte ihn Carlowitz finanziell und gab ihm für die Zeitschrift „Phöbus“ ein Verlagsprivilegium in Kuckuckstein. Die freundschaftlichen Beziehungen, die ihn wie seinen Bruder auch mit Novalis verbanden, brachten ihm den Geist der Romantik nahe und verstärkten seine Sehnsucht, das Vaterland von der napoleonischen Fremdherrschaft zu befreien. Da ihm keine andere Wahl blieb, trat er 1809 wieder in das sächsische Heer ein und zeichnete sich in den Schlachten von Wagram und Linz aus. Er erhielt als Zeichen der Anerkennung 1810 das Kommando über ein sächsisches Jägerkorps. Seit der Niederlage 1812 versuchte Carlowitz den sächsischen König zum Bündnis mit den vereinigten preußisch-russischen Truppen gegen Napoleon zu bewegen. Wiederholt unternahm er im März und April 1813 - von Torgau aus - Reisen nach Dresden, um mit dem Freiherrn vom Stein und dem russischen Kaiser Verbindung anzuknüpfen. Im Auftrage des Zaren ging er Ende April 1813 nach Prag, um den noch immer zögernden sächsischen König für die Seite der Verbündeten zu gewinnen. Da diese Versuche scheiterten, blieb Carlowitz im Dienste der Verbündeten. Nach der Schlacht von Leipzig wurde er im russischen Generalgouvernement unter Repnin Chef des Kriegswesens und Führer des „Banners der freiwilligen Sachsen“, das sich die endgültige Befreiung des deutschen Vaterlandes zum Ziel gesetzt hatte. 1815 erhielt Carlowitz seinen Abschied aus dem sächsischen Militärdienst und begab sich in preußische Dienste: 1815/16 war er preußischer Armeegesandter bei der österreichisch-italienischen Armee, 1816 Inspekteur der Landwehr in Halle, dann in Merseburg, 1822 Kommandant von Magdeburg, 1824 Vizegouverneur von Mainz und seit 1829 bis zu seinem Tode Gouverneur von Breslau. In keiner dieser Stellungen hat sich Carlowitz in besonderer Weise hervorgetan, wie überhaupt für seine späteren Jahre eine gewisse Resignation kennzeichnend war. Er widmete sich in immer stärkerem Maße seinen privaten Neigungen.
Literatur ↑
Neuer
Nekr. d. Deutschen.
Jg. 15, 1837, S. 131
ff.;
Rud. Müller, Der Banner d. freiwilligen Sachsen in
d. J. 1813-15, in:
Schrr. d.
Ver. f.
Gesch. Leipzigs 9, 1909, S. 113
ff.;
O. E. Schmidt, Kursächs. Streifzüge, 1930,
s. Bd. 7 (Gesamtreg.
z. Bd. 1-7, S. 106);
ders., Drei Brüder
C., 1934;
H. Schieckel, Der Banner d. freiwilligen Sachsen 1813. Die
soz. Zusammenkunft
u. d. Herkunft seiner
Mitgl., = Archivmitt. 5, 1955, H. 1;
Priesdorff IV, S. 168-72
(P).Autor ↑
Ruth GottlöberEmpfohlene Zitierweise ↑
Gottlöber, Ruth, „Carlowitz, Carl Adolf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
148
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116456272.html
Carlowitz, Carl Adolf von
Name: Carlowitz, Carl Adolf von
Lebensdaten: 1771 bis 1837
Geburtsort: Großhartmannsdorf
Sterbeort: Breslau
Beruf/Lebensstellung: sächsischer und preußischer Offizier
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Gottlöber, RuthPND: 116456272