<< Ambros, Michael Hermann
Am Bühl, Johann Ludwig >>
Ambrosch, Joseph Julius Athanasius
klassischer Philologe und Archäologe,
* 18.12.1804 Berlin,
† 24.3.1856 Breslau. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joseph Karl Ambrosch (1759–1822), Sänger und Schauspieler;
M Charlotte Zander aus Rathenow.
Leben ↑
|Nach philologischen Studien bei A. Boeckh und Ph. K. Buttmann promovierte Ambrosch 1829 in Berlin zum
Dr. phil. Durch die Fürsprache Ch. K. J. von Bunsens, dem er empfohlen war und der ihn sehr schätzte, erhielt er das Stipendium Preukianum und konnte 1830-33 am jungen archäologischen Institut in Rom arbeiten. Er beschäftigte sich in dieser Zeit mit Handschriften-Studien (Vorarbeiten zu einer Ausgabe des Dionysios von Halikarnass) und mit topographischen Forschungen. E. Gerhard führte ihn in die Archäologie ein. 1833 habilitierte er sich in Berlin und wurde 1834 zum außerordentlichen, 1839 zum ordentlichen Professor der Philologie und Archäologie ernannt. Ambrosch erwarb sich in der Folgezeit einen Namen durch mehrere Veröffentlichungen auf dem Gebiet der römischen Religionsgeschichte und Topographie. Diese Abhandlungen sind bedeutsame Vorarbeiten für die großen zusammenfassenden Werke J. Marquardts und G. Wissowas. -1848 wurde Ambrosch als Abgeordneter in die Paulskirche gewählt, spielte jedoch nie eine besondere politische Rolle.
Werke ↑
De Lino,
Diss. Berlin 1829; 2 kurze
Anz. im Bulletino dell'Istituto di Corrispondenza Archeologica, 1830, S. 143 f. u. 250 ff.; De Charonte Etrusco, 1037;
Stud. u. Andeutungen auf d. Gebiet d. altröm. Bodens u. Cultus I, 1839; Üb. d. Religionsbücher d. Römer, 1843; Prooemium quaestionum pontificalium,
Univ.-
Progr. Breslau 1847; Quaestionum pontificalium c. I, II, III,
Univ.-
Progr. Breslau 1040–51.
Literatur ↑
ADB I
(auch f. Joseph Karl A.); O. Nippold, Ch. K. J.
Frhr. v. Bunsen I, 1008, S. 372 f.; K. Bursian,
Gesch. d.
class. Philol. in
Dtld., 1885, S. 818, 1057, 1215; Das Frankfurter Parlament in Briefen u. Tagebüchern,
hrsg. v. L. Bergstrüsser, 1929
(Briefe v. A. u, a.).
Autor ↑
Albrecht DihleEmpfohlene Zitierweise ↑
Dihle, Albrecht, „Ambrosch, Joseph Julius Athanasius“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
243 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116297530.html
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Ambrosy, Johann Baptist >>
Ambrosch, Joseph Julius Athanasius
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Ambrosch: Joseph Julius
Athanasius
A.
, geb. in Berlin
1804, † als ordentlicher
Professor der Philologie und Archäologie in Breslau am 29. März 1856, ein hochverdienter Forscher
über römische Alterthümer. Von seinem Vater, Jos. Karl
A.
, einem Sänger und Componisten (s. d.) erbte er Sinn
und Talent für Musik. Auf dem Friedrich-Wilhelms-Gymnasium
gebildet, als Student von Buttmann und Böckh geschätzt, wurde ihm
bald nach seiner Promotion mit einer tüchtigen Dissertation "De Lino", 1829, das Glück zu Theil, Bunsen
empfohlen zu werden. Er erhielt das von diesem von neuem ins Leben
gerufene Stipendium Preukianum zu seiner wissenschaftlichen
Ausbildung in Rom, wo er 1830—33 als Freund des Bunsen'schen
Hauses von Gerhard und Bunsen in die Archäologie eingeführt wurde.
Sein Aufenthalt fiel in die lebendige Zeit der ersten Blüthe des
archäologischen Instituts, an dessen Arbeiten er sich eifrig
betheiligte. Ihn beschäftigte der Plan zu einer kritischen Ausgabe
des Dionysius von Halikarnaß, dessen Handschrift in der
Chigi'schen Bibliothek er verglich, — indessen ist dieser Plan
nicht ausgeführt worden, — daneben archäologische und
topographische Studien. 1833 habilitirte er sich als Privatdocent
in Berlin und wurde 1834 als Professor in Breslau angestellt, wo
er eine erfolgreiche und gewissenhafte Thätigkeit ausübte.
A.
besaß gediegene Kenntnisse, rastlosen Fleiß und einen
feinen, ideenreichen Geist. Von diesen legen auf dem Gebiete der
Topographie und monumentalen Archäologie seine Aufsätze in der
Beschreibung der Stadt Rom und den Schriften des archäologischen
Instituts, sowie besonders seine gelehrte und scharfsinnige, wenn
auch im Resultat zweifelhafte Schrift: "De
Charonte Etrusco commentatio antiquaria". Vratisl. 1837,
einen vollgültigen Beweis ab. Aber sein eigenthümliches Verdienst
liegt anderswo. Von dem Boden und der Stadtgeschichte Roms
ausgehend, machte er es sich zur Aufgabe, in die Entstehung und
Ausbildung der nationalrömischen Religion, ihre Lehre,
Glaubenssätze und priesterliche Verfassung einzudringen, und diese
neue Seite der Forschung hat er nicht allein neben Hartung zuerst
angeschlagen, sondern auch in seinen unvollendeten Forschungen
solide begründet. Den Anfang machen seine Studien und Andeutungen
im Gebiet des altrömischen Bodens und Cultus". Erstes (und
einziges) Heft. Breslau 1839. Auf topographische, nicht überall
sichere aber stets gründliche Untersuchungen fußend, sondert er
die ursprünglichen Bestandtheile der römischen und sabinischen
Religion, schildert den Einfluß der spätern Könige, die
Einmischung der griechischen Litteratur und Religion, um mit der
allmählichen Vollendung der römischen Religion zu schließen. Die
treffliche Abhandlung "Ueber die Religionsbücher der Römer", Bonn
1843, stellt den
|Inhalt der heiligen Bücher,
insbesondere der Indigitamenta, dar; die
daran sich anschließenden Programme: "Prooemium
quaestionum pontificalium", 1847 und "Quaestionum pontificalium caput. I. II. III."
(1848—51) die Zusammensetzung und Wirksamkeit der
Priestercollegien, wie der Pontifices und Flamines. Obgleich
unvollendet, haben diese Abhandlungen zu den spätern Arbeiten über
religiöse Alterthümer einen dauernden Grund gelegt.
Autor ↑
Urlichs.
Empfohlene Zitierweise ↑
Urlichs, „Ambrosch, Joseph Julius Athanasius“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
391-392
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116297530.html?anchor=adb
Ambrosch, Joseph Julius Athanasius
Name: Ambrosch, Joseph Julius Athanasius
Lebensdaten: 1804 bis 1856
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Breslau
Beruf/Lebensstellung: Archäologe; klassischer Philologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Dihle, AlbrechtAutor ADB:
UrlichsPND: 116297530