Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Amberg, Wilhelm August Lebrecht     Amberger, Joseph >>

Amberger, Christoph

Maler, * wahrscheinlich um 1505 (Geburtsort unbekannt), zwischen 1.11.1561 und 19.10.1562 Ausburg.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
T des Augsburger Malers Leonhard Beck.

Leben  
Amberger galt als einer der besten Augsburger Bildnismaler seiner Zeit, der Aufträge Karls V., des Adels und des vornehmen Bürgertums ausführte. Von seinen Lehrjahren wissen wir nichts. Möglicherweise war er Schüler H. Burgkmairs. Beeinflußt hat ihn außerdem Leonhard Beck und in seinen späteren Jahren der Venetianer Paris Bordone. Als frühestes Werk kennen wir das 1527 datierte Bildnis des Anton Welser des Jüngeren. In dem Porträt des Jörg Hermann von 1530 (Wien, Galerie Harrach) zeigt sich sein Stil voll ausgebildet. 1532 malte er den damals 32jährigen Kaiser Karl V. In seiner Teutschen Akademie erzählt Joachim von Sandrart eine Anekdote, die an dies viel bewunderte Bildnis anknüpft. Der Kaiser ehrte Amberger durch die Überreichung einer Gnadenkette. Auch bei der Restaurierung von Tizians Gemälde Karls V. (nach der Schlacht von Mühlberg) von 1548 war er beteiligt. Ein gutes Beispiel seines italienisierenden Spätstils ist das Bildnis des Sebastian Münster von 1552. Die Porträtkunst, die Ambergers Ansehen begründete, steht an Sicherheit der Zeichnung und dem völlig Ausgewogenen der Bildauffassung hinter der von H. Holbein dem Jüngeren zurück, aber sie ist bedeutend durch ihre ruhige Vornehmheit der Haltung, malerische Behandlung und die Pracht der Farben. - Außer den Bildnissen malte Amberger einige Altartafeln. Als sein Hauptwerk gilt das Triptychon im Augsburger Dom, das 1554 datiert und signiert ist und ehemals den Altar des Hauptchores zierte. Die Mitteltafel zeigt die Madonna im Gefolge von musizierenden Engeln, der linke Flügel den heiligen Ulrich, der rechte die heilige Afra. Im Giebelfeld ist eine Kreuzigung dargestellt, auf der Predella sieben Heilige. Zu den beiden Flügelbildern ist eine Zeichnung in London (British Museum) erhalten. Die Augsburger St. Anna Kirche birgt das letzte signierte und 1560 datierte Werk Ambergers, eine Altartafel mit der Darstellung Christi und der klugen und törichten Jungfrauen. Auf diesen späten, farbenfreudigen Gemälden verrät Amberger nicht nur die Freude an der Darstellung des Stofflichen, sondern eine fast südliche Weichheit in der Farbgebung. Auch bei der in Augsburg viel geübten Fassadenmalerei hat Amberger mitgewirkt. Jedoch ist auch von seinen Fresken für das Badhaus der Fugger ebenso wenig erhalten wie von den uns überlieferten Außenmalereien anderer Augsburger Maler. Wir kennen außerdem sieben Zeichnungen von Amberger (Wien, Nationalbibliothek, Dresden, Kupferstichkabinett), die auf einen Auftrag von 1548 hin als Entwurfsskizzen und spätere Visierungen (die uns aber nicht erhalten sind) für das Maximiliansgrabmal in Innsbruck angefertigt wurden. Die Chlodwigstatue dieses Denkmals geht auf Ambergers Zeichnung in Dresden zurück. – Die Erkenntnis der Bedeutung Ambergers ist erst im Wachsen, eine größere Monogra|phie beim Deutschen Verein für Kunstwissenschaft in Vorbereitung.

Werke  
Weitere W Anton Welser d. J. (1527, Frhr. v. Welsersche Familienstiftung, Neunhof); Jörg Hermann (1530, Wien, Gal. Harrach); Wilhelm Mörz u. Afra Rem (1533, Augsburg, Maximilians-Mus., Predella, Augsburg, St. Anna Kreuzgang); Christian Fugger (1541, München, Staatsgem.-Slgg.); Hieronymus Sulezer (1542, Gotha, Landesmus.); K. Peutinger u. Frau, geb. Welser (1543, Augsburg, Maximilians-Mus.); Christ. Baumgartner (1543, Wien, Kunsthistor. Mus.); Hzg. Ludwig v. Bayern (ebenda); weitere Bildnisse in den Slgg. v. Augsburg, Braunschweig, Florenz, Leningrad, Madrid, New York u. Wien.

Literatur  
ADB I; P. v. Stetten, Aus d. Gesch. d. Stadt Augsburg, Augsburg 1765, S. 84, 135 ff.; E. Haasier, Der Maier Ch. v. Augsburg, 1894 (L); M. Geissberg, Der dt. Einblattholzschnitt in d. 1. Hälfte d. 16. Jh.s, 1924; J. v. Sandrart, Teutsche Ak., hrsg. v. R. A. Peltzer, 1925, S. 81; R. A. Peltzer, Ch. A., Stud. z. d. Entwürfen f. d. Figuren d. Maximiliansgrabmals, in: Schwäb. Mus., 1926, S. 147; A. Feulner, in: Btrr. z. Gesch. d. dt. Kunst II, 1928, S. 442-48; A. Schröter, in: Münchner Jb. d. bildenden Kunst, NF VII, 1930, S. 117 bis 119; V. Oberhammer, Die Bronzestandbilder d. Maximiliangrabmals, Innsbruck 1935; K. Feuchtmayr, Chr. A. u. Jörg Hermann, in: Münchner Jb. d. bildenden Kunst, NF, Bd. 13, 1938/39, S. 78 bis 86; E. F. Bange, Die dt. Bronzestatuetten d. 16. Jh.s, 1949, S. 54 ff.; N. Lieb, Ch. A., in: Dt. Kunst, 8, 1942 (12); ders., Die Fugger u. d. Kunst, 1952; ThB.

Autor  
Margarete Braun-Ronsdorf
Empfohlene Zitierweise  

Braun-Ronsdorf, Margarete, „Amberger, Christoph“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 241-242 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd121365298.html

ADB-Artikel

<< Amberg, Martin von     Ambrosch, Joseph Karl >>

Amberger, Christoph

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Amberger: Christoph A. , vortrefflicher Maler, geb. um 1500, † um 1570; Doppelmayr ("Histor. Nachrichten von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern" 1730) läßt ihn von Nürnberg stammen; so viel ist aber gewiß, daß seine Kunst durchaus der Augsburger entspricht, und er in Augsburg von 1530—1560 nachweisbar ist. Man gibt ihn gewöhnlich als Schüler Hans Holbein's des Jüngern aus, doch ganz mit Unrecht; seine Bildnisse zeigen keine andere Verwandtschaft mit demselben, als die sich aus der gleichen Zeit und Schule erklärt. Dagegen kann vielleicht Hans Burgkmair als sein Lehrer betrachtet werden. 1532 malte A. das Bildniß Kaiser Karls V., wovon das Original nach Woltmann in der Galerie der Akademie zu Siena sich befindet. Im folgenden Jahre verfertigte er die Bildnisse des Wilhelm Mörz und der Afra Rehm, im Maximiliansmuseum zu Augsburg; dann die Wiederholung des letztern und als Gegenstück dazu einen männlichen Kopf, in dem man einen Verwandten der Afra vermuthen darf, in der Sammlung würtembergischer Alterthümer zu Stuttgart. Man vermuthet, daß er sich bald darauf nach Italien begeben habe. Im J. 1542 malte er die Bildnisse des Matthias Schwartz und seiner Frau der Barbara Mangollt, jetzt im Besitz des Ministers von Friesen in Dresden, völlig beglaubigt durch eine alte Nachricht im Trachtenbuche des Schwartz. Amberger's berühmtestes Bildniß ist das Bild Sebastian Münster's, des Kosmographen, im Berliner Museum, es ist trefflich colorirt und lebendig aufgefaßt. Seine religiösen Bilder beanspruchen weniger Bedeutung als seine Bildnisse; die hervorragenderen darunter sind: "der große Altar mit der Madonna im Dom zu Augsburg", bezeichnet C. A. 1554, und "Christus mit den klugen und thörichten Jungfrauen" von 1560 in der St. Annakirche daselbst. Die drei Bilder in der Münchener Pinakothek, "hl. Dreifaltigkeit", "Maria mit dem Kind" und "der hl. Rochus" sind mit Unrecht auf seinen Namen geschrieben. In allen diesen Werken gibt sich im Sinne der Augsburger Schule die Richtung aufs Malerische kund, sein Pinsel ist verhältnißmäßig breit und weich, seine Empfindung fein, die Zeichnung hat aber nicht die Schärfe und Genauigkeit der bessern frühern deutschen Meister. Besonders sieht man, wie er sich an den reichen Brüsten der italienischen, vorzüglich venetianischen, Kunst genährt hat. Nach Holbein's Tod dürfte er der beste deutsche Bildnißmaler gewesen sein. Begreiflich darum, daß seine Werke sehr gewöhnlich unter dem Namen Holbein's gehen.
A. Woltmann in J. Meyer's Künstlerlexicon.

Autor  
W. Schmidt.
Empfohlene Zitierweise  

Schmidt, Wilhelm, „Amberger, Christoph“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 390 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd121365298.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 241-242
ADB 1 (1875), S. 390
Erwähnungen: 
NDB 24 (2010), S. 3 in Artikel Schwarz, Matthäus

PND: 121365298
Artikel drucken

Index

Amberger, Christoph

Name: Amberger, Christoph
Lebensdaten: wahrscheinlich um 1505 bis 1561 oder 1562
Sterbeort: Ausburg
Beruf/Lebensstellung: Maler; Bildnismaler
Konfession: katholisch
Autor NDB: Braun-Ronsdorf, Margarete
Autor ADB: Schmidt, Wilhelm
PND: 121365298

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Amberger, Christoph

PND
121365298

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Editionen
Joachim von Sandrart: «Teutschen Academie» & «Iconologia Deorum», 1675-1680

Digitaler Portraitindex

Nachlässe
Kalliope