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NDB-Artikel

<< Callenbach, Franz     Callisen >>

Callenberg, Johann Heinrich

evangelischer Missionar, * 12.1.1694 Molschleben bei Gotha, 16.7.1760 Halle.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Michael, Bauer in Molschleben; Halle 1733 Beata Amalia (1711–62), T des Simon Peter Gasser (1676–1745), o. Prof. der Jurisprudenz u. der Kameralistik in Halle, GR, Kriegs- u. Domänenrat, Senior des Schöppenstuhles (s. ADB VIII [L]), u. der Joh. Elis. Sellentin; 2 K.

Leben  
Callenberg studierte von 1715 ab Philologie und Theologie in Halle. 1727 wurde er dort außerordentlicher, 1735 ordentlicher Professor der orientalischen Philologie, 1739 Doktor und ordentlicher Professor der Theologie unter Beibehaltung der orientalischen Professur. In ganz jungen Jahren schon bekannte er sich unter dem Einfluß eines Gothaer Predigers J. Müller, später A. H. Franckes und des Stuttgarter Prälaten Hochstetter zum Missionsgedanken und wandte sich speziell der Juden- und Mohammedanermission zu. Das von ihm gegründete Institutum Judaicum (1728-1792 laufende Institutsberichte) sandte circa 20 Judenmissionare (unter anderem Stephan Schulz) in alle möglichen Länder Europas und Asiens aus. Zur Herstellung von Missionsschriften gründete Callenberg eine Spezialdruckerei und ließ hebräische, arabische, persische, türkische und andere Lettern gießen. Das Arabische hatte er insbesondere bei dem mehrfach in Halle sich aufhaltenden Orientalisten Salomon Negri aus Damaskus studiert. Wertvoll war seine soziale Betreuung von Judenchristen.

Werke  
W. u. a. Ber. v. einem Versuch, d. Jüd. Volk z. Erkenntnis d. christl. Wahrheit anzuleiten, nebst 16 Fortss., 3 Bde., Halle 1728-29; Nachr. v. einem Versuch, d. verlassenen Mohamedaner z. heilsamen Erkenntniß Christi zu bringen, ebenda 1739; Verz. b. Meusel, Verstorb. Schriftst. II, S. 6-8.

Literatur  
ADB III; G. Dalman, Kurzgefaßtes Hdb. d. Mission unter Israel, 1893; K. S. Latourette, A Hist. of the Expansion of Christianity, New York-London 1939, S. 61, 76; J. J. Moser, Btr. z. einem Lex. d. jetztlebenden Luth.- u. Ref. Theologen, Züllichau 1740, S. 119-138; PRE.

Autor  
Franz Lau
Empfohlene Zitierweise  

Lau, Franz, „Callenberg, Johann Heinrich“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 96 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd104160055.html

ADB-Artikel

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Callenberg, Johann Heinrich

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Callenberg: Johann Heinrich C., protestantischer Theolog, geb. 12. Jan. 1694, † 16. Juli 1760, ein Bauernsohn aus Molschleben im Gothaischen, besuchte das Gymnasium in Gotha unter dem Rectorat Vockerodt's und bezog 1715 die Universität Halle, um Philologie und Theologie zu studiren. Schon als Jüngling trug er sich mit Missionsgedanken und zwar wünschte er an der|Bekehrung der Mohammedaner zu arbeiten. So war es ihm sehr erwünscht, durch längere Anwesenheit Salomon Negri's in Halle Gelegenheit zur Erlernung des Arabischen zu erhalten. Er brachte es darin bis zum Sprechen. Auf seine innere Entwicklung übte der vertraute Umgang mit Francke großen Einfluß. Seit 1727 lehrte er als außerordentlicher Professor der Philologie an der Universität, ward 1735 ordentlicher Professor, 1739 Doctor und ordentlicher Professor der Theologie mit Beibehaltung der Professur der orientalischen Sprachen. Von Francke angeregt, wandte er seine Gedanken auf die Mission unter den Juden, die durch ihn großen Aufschwung gewann. Er gründete 1728 das nach ihm benannte Institut (auch Institutum judaicum), welches zunächst in einer eigenen Druckerei zahlreiche zweckdienliche Schriften zur Verbreitung unter den Juden veröffentlichte, dann Candidaten der Theologie als Missionäre entsandte, die bis nach Vorderasien kamen, und endlich sich der zum Christenthume übergetretenen Juden annahm. Die Erfolge des Instituts, welches auch auf Belebung der orientalischen Sprachstudien in Halle wirkte, waren nicht so unbedeutend, wie man es bisweilen darstellt. C. gab eine Reihe fortlaufender Berichte darüber heraus. Auch seinen auf die Mohammedaner bezüglichen Plan nahm er wieder auf und ließ Schriften für sie drucken, erreichte jedoch hiermit nichts. Das Institutum judaicum dagegen bestand bis 1791, wo es mit den Francke'schen Stiftungen vereinigt ward.

Literatur  
Ein Verzeichniß seiner zahlreichen kleinen Schriften bei Meusel im Lexikon II, 6 ff.

Autor  
Plitt.
Empfohlene Zitierweise  

Plitt, Gustav Leopold, „Callenberg, Johann Heinrich“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 707-708 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd104160055.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 96
ADB 3 (1876), S. 707-708

PND: 104160055
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Index

Callenberg, Johann Heinrich

Name: Callenberg, Johann Heinrich
Lebensdaten: 1694 bis 1760
Geburtsort: Molschleben bei Gotha
Sterbeort: Halle
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Missionar; Theologe; Orientalist
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Lau, Franz
Autor ADB: Plitt, Gustav Leopold
PND: 104160055

Weitere Informationen

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Callenberg, Johann Heinrich

PND
104160055

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