<< Runge, Wilhelm Tolmé
Runge, Friedlieb Ferdinand >>
Runge, Christoph der Jüngere
Drucker und Verleger,
* 1619 Berlin,
† 11.12.1681 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Georg (
† 1638), Drucker,
S d. Christoph
d. Ä. (
† 1607), Drucker aus Neudamm (Neumark), übernahm um 1599 d. Druckerei im Gymnasium
z. Grauen Kloster in
B. (beide s.
ADB 29);
M N. N.;
⚭ 1)
N. N.,
T d. Christian Sigmund Fischer, Rats- u. Handelsherr in
B., 2) Sidonie (
† 1671),
T d. Johann Rösner, Archidiakon zu
St. Marien in
B., 3) 1674 Maria Katharina (
⚭ 2] David Saalfeld,
† 1686, Drucker),
T d. Peter Thesendoff, Pfarrer d. Prenzlauer
St. Nikolai-Kirche; 14
K ,
u. a. Christoph (
† n. 1740), Drucker.
Leben ↑
Als
R. 1644 die Werkstatt seines Großvaters von seiner Mutter übernahm, hatte er zuvor vier Jahre an der
Univ. Frankfurt/O. verbracht. Die Geschäfte der Druckerei gingen anfangs nicht gut; noch 1654 mußte er um Stundung seiner Schulden beim Kurfürsten nachsuchen. 1655 erhielt
R. das Privileg für eine Berliner Zeitung, die „Berlinischen Einkommenden, Ordinar= & Postzeitungen“. Damit war er der erste Drucker in Berlin, der regelmäßig eine Zeitung herausbrachte. Seit 1648 war es ihm außerdem erlaubt, die eigene Produktion zu verkaufen.
R. legte sich eine große Menge von Schrifttypen zu (
u. a. Hebr., Syr., Arab., Äthiop. u.
Griech.), die ihn bald als spezialisierten Drucker weit über Berlin hinaus bekannt machten. Gesangbücher wurden unter seiner Verlagsproduktion besonders wichtig. Schon seine Mutter hatte 1640 das erste
luth. Gesangbuch Berlins gedruckt, das von Johannes Crüger (1598–1662) herausgegeben worden war.
R. pflegte die Verbindung mit Crüger weiter und veröffentlichte dessen „Praxis pietatis melica“ seit 1644 in vielen Auflagen. Seit 1650 kamen die „Geistlichen Lieder und Psalmen“ hinzu, in denen
u. a. Paul Gerhardts Kirchenlieder abgedruckt wurden, aber auch einige von
R.s eigenen Gedichten. 1659 mußte
R. das Graue Kloster verlassen und ein Haus neben der Parochialkirche beziehen. 1664 verlor er seine Vormachtstel
|lung in Berlin durch die Privilegierung eines weiteren Buchdruckers, Georg Schulze (
† 1685) aus Guben. Bis zu seinem Lebensende hatte
R. ständig um die Erneuerung seiner Privilegien zu kämpfen. Sein Geschäft ging nach seinem Tod an seine dritte Frau über, die die Druckerei und den Verlag 1704 an Johann Lorenz (
† 1733) verkaufte.
Literatur ↑
ADB 29;
Rudolf Schmidt,
Dt. Buchhändler,
Dt. Buchdrucker, 6
Bde., 1902-08;
E. Consentius, Die Berliner
Ztgg. bis
z. Reg. Friedrichs d. Gr., 1904;
A. Georgi, Die Entwicklung d. Berliner Buchhandels bis
z. Gründung d.
Börsenver. d.
dt. Buchhändler 1825, 1926;
Die
dt. Ztgg. d. 17.
Jh., Ein Bestandsverz. mit
hist. u.
bibliogr. Angaben, zus.gest.
v. E. Bogel u. E. Blüm, 1971, I, S. 16 ff.;
III, S. 29 ff.;
A. Laminski, Die älteste Berliner
Ztg. in d.
Nikolaibibl. zu Berlin, in:
Zbl. f.
Bibl.wesen, H. 103, 1989, S. 114-17;
ders.,
ebd. H. 104, 1990, S. 320-22;
Brandenburg. Gel. I
(W, L).
Autor ↑
Regina MahlkeEmpfohlene Zitierweise ↑
Mahlke, Regina, „Runge, Christoph der Jüngere“,
in: Neue Deutsche Biographie
22
(2005), S.
262-263
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd128479957.html
Runge, Christoph
Name: Runge, Christoph
Namensvariante: Runge, Christoph der Jüngere
Lebensdaten: 1619 bis 1681
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Drucker; Verleger
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Mahlke, ReginaPND: 128479957