<< Busse, Johann Friedrich Christoph
Busse, Otto Emil Franz Ulrich >>
Busse, Carl Heinrich August Ludwig (Louis)
Philosoph,
* 27.9.1862 Braunschweig,
† 13.9.1907 Halle/Saale. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ernst
Heinr. Ludw. (1827–1905),
S des
Wilh. Gottfr., beide Kaufleute, aus Pfarrerfamilie,
u. der Joh. Henriette Michahelles;
M Anna Emeline Rosalie Droste (1827–80);
⚭ Kath. Hallwas.
Leben ↑
Busse studierte in Leipzig, Innsbruck, Berlin. Er hörte bei W. Dilthey, G. Lasson, H. Ebbinghaus, F. Paulsen und promovierte 1885. 1887
|ging er für 5 Jahre als Professor für Philosophie an die Universität Tokio und las dort in englischer Sprache über Logik, Erkenntnistheorie, Ethik, Ästhetik und Geschichte der Philosophie. Nach seiner Rückkehr habilitierte er sich in Marburg und gab seine Vorlesungen in Tokio, seinen dortigen Hörern gewidmet, unter dem Titel „Philosophie und Erkenntnistheorie“ heraus. Es geht ihm dabei vor allem um das Problem der Möglichkeit der Metaphysik. Wie er selbst ausspricht, sind es besonders Lotze, Kant und Hume, die auf ihn Einfluß geübt hatten, wenn auch die beiden letzteren ihn zum Widerspruch reizten, während die Einwirkung Lotzes „sich in ihrer ganzen Tendenz und Haltung deutlich in seinem Buche verrate“. 1896 wurde er als Ordinarius nach Rostock, 1898 nach Königsberg, 1904 nach Münster und 1907 nach Halle berufen. Seit 1902 leitete er die Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik. Sein Hauptwerk „Geist und Körper, Seele und Leib“ (1903,
21913, herausgegeben von E. Dürr, der im Nachwort seine eigene „Funktionstheorie" vertritt) kann als das klassische Werk über das Problem des psycho-physischen Zusammenhanges um die Jahrhundertwende bezeichnet werden. Es stellt, wie er selbst sagt, den Versuch dar, eine möglichst umfassende, alle Gesichtspunkte berücksichtigende Behandlung der Streitfrage „Wechselwirkung oder Parallelismus“ zu geben und seine Stellungnahme zu ihr zu begründen. Er entscheidet sich nach einer Widerlegung des Materialismus und einer eingehenden Abwägung der beiderseitigen Argumente für die Wechselwirkung als „einwandfrei dem Parallelismus vorzuziehende Theorie“. Das Leib-Seele-Problem steht bei Busse - freilich als Zentrum - selbst wieder im Rahmen seines Lebensanliegens der Begegnung von Erkenntniskritik und Metaphysik. Unter Zugrundelegung der Lotzeschen Dreiheit: Prinzipien, Tatsachen, Werte kommt Busse zu einer „idealistisch-spiritualistischen Metaphysik“, die Körperwelt ist nur Erscheinung der Realität für den auffassenden Geist.
Werke ↑
Weitere W Btrr. z. Entwicklungsgesch. Spinozas, 5 T., in: Vjschr. f.
wiss. Philos. 10, 1886,
u. Zs. f.
Philos. u. phil. Kritik 90/91, 1887, 92, 1888, 96, 1889; Die Wechselwirkung
zw. Leib
u. Seele
u. d. Gesetz d. Erhaltung d. Energie, in: Festschr. f. Ch. Sigwart, 1900; Immanuel Kant, 1904 (
weit. Kantschrr. s. Ueberweg III, S. 726 f., 732);
s. a. Ueberweg IV, S. 369 f.
Literatur ↑
R. Falkenberg, Die Weltanschauungen d. großen Denker d. Neuzeit,
21905,
41909;
ders., in:
Zs. f.
Philos. u. phil. Kritik 131, 1907, S. 1;
BJ XII (
Tl. 1907,
L).
Autor ↑
Aloys WenzlEmpfohlene Zitierweise ↑
Wenzl, Aloys, „Busse, Carl Heinrich August Ludwig“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
75 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117183857.html
Busse, Ludwig
Name: Busse, Ludwig
Namensvariante: Busse, Carl Heinrich August Ludwig
Namensvariante: Busse, Carl Heinrich August Louis
Lebensdaten: 1862 bis 1907
Geburtsort: Braunschweig
Sterbeort: Halle/Saale
Beruf/Lebensstellung: Philosoph
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Wenzl, AloysPND: 117183857