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Alvinczy, Joseph
Leben
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Leben ↑
Alvinczy: Joseph
Frhr. v.
A.
de
Berberek, österr.
Feldmarschall, geb. 1735 zu Alvincz in Siebenbürgen, † als der letzte
seines Geschlechtes zu Ofen
25. Nov. 1810. Mit 15
Jahren in Graf Franz Guilais Regiment eingetreten, erwarb er die
ersten Lorbeeren im 7jährigen Kriege bei Torgau 1760, Schweidnitz
1761 und Teplitz 1762, zeichnete sich als Oberst des 19.
Infant.-Regiments 1773 beim Ueberfall von Habelschwert aus,
leitete darauf die militär. Erziehung des Thronfolgers, Erzherzogs
Franz. Im Türkenkrieg kämpfte er darauf mit Auszeichnung unter
Loudon, ohne jedoch die ihm gewordene Aufgabe der Erstürmung
Belgrads lösen zu können. 1789 zum Feldmarsch.-Lieutenant
avancirt, nahm er von 1790—95 an den Kämpfen in Belgien und
Nordfrankreich Theil, wo er sich 1792 bei Neerwinden und 1794 bei
Chatillon, Nouvion, Landrecy, Charleroy und Fleurus hervorthat,
auch (21. Mai 1794) zum Feldzeugmeister und Großkreuz des
Maria-Therisien-Ordens aufrückte. Hauptsächlich seinen
Rathschlägen folgend, entsetzte am 16. Juni 1795 der Herzog von
York Charleroy. Noch im selben Jahre ward
A.
in den Hofkriegsrath berufen. Als jedoch 1796 Beaulieu
(s. d.) sich aus der Lombardei nach Tirol zurückziehen mußte und
das Commando niederlegte, erhielt
A.
den Auftrag, die entmuthigte Armee für Wurmser zu
reorganisiren, und nachdem er dies mit großem Geschicke vollführt,
den Tiroler Landsturm zu formiren. Als aber Wurmser nach der
Schlacht von Bassano, 8. Sept. 1796, mit den Ueberresten seiner
Armee in Mantua eingeschlossen war, erhielt
A.
den Oberbefehl über die österr. Armee in Italien,
zunächst um Mantua zu entsetzen. Damit begann die bedeutendste und
keineswegs ruhmlose, aber freilich auch unglücklichste Periode
seiner Laufbahn. Seine Armee, zum großen Theil aus neugeworbenen
Soldaten bestehend und ohne die genügende Zahl von Officieren,
ermangelte zu sehr des inneren Haltes. Freilich war auch, ihm
gegenüber, Bonaparte's Armee ermattet und sehr zersplittert.
Anfangs drang daher
A.
aus Tirol siegreich vor; vergebens warf sich ihm
Bonaparte persönlich bei Caldiero am 12. Nov. entgegen und es
bedurfte der dreitägigen Schlacht von Arcoli, 15—17. Nov., um
A.
zum Rückzug hinter die Brenta zu zwingen (22. Nov.).
Als Anfang Januars 1797 die Feindseligkeiten wieder begannen und
A.
gegen die Etsch rückte, gelang es Bonaparte, der sich
zu einer Theilung seiner schwachen Kräfte nicht verlocken ließ,
bei Rivoli a. d. Etsch so frühzeitig Stellung zu nehmen, daß er am
14. Jan. die Oesterreicher im Aufmarsch angreifen konnte und sie
trotz heldenmüthigster Gegenwehr entscheidend schlug.
A.
mußte sich hinter die Piave zurückziehen und Wurmser
in Mantua am 2. Febr. capituliren. —
A.
, dessen Gesundheit ohnehin unter den Anstrengungen
dieses Winterfeldzugs schwankte, ward darauf abberufen, aber zum
Zeichen ungetrübten Ansehens beim Kaiser zugleich zum Geheimerath
ernannt und mit dem Generalcommando in Ungarn betraut, welchen
Posten er bis zu seinem Tode bekleidete. Auch ward ihm das
Präsidium der für Reorganisation der Armee niedergesetzten
Commission übertragen. — Am 7. Sept. 1808 ward er zum
Feldmarschall ernannt.
Literatur ↑
Oesterr. Milit. Zeitschr. 1813, II.
Abth. 2, S. 79 f.
Autor ↑
v. Janko.
Empfohlene Zitierweise ↑
Janko, Wilhelm Edler von, „Alvinczy, Joseph“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
379
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135708869.html?anchor=adb
Alvinczy de Berberek, Johann Freiherr von
Name: Alvinczy de Berberek, Johann Freiherr von
Namensvariante: Alvinczy de Berberek, Joseph Freiherr von
Lebensdaten: 1735 bis 1810
Beruf/Lebensstellung: österreichischer General; Feldmarschall
Konfession: katholisch?
Autor ADB:
Janko, Wilhelm Edler vonPND: 135708869