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<< Reiffenstuel, Hanns     Reigersberg, Heinrich Aloys Graf von >>

Reiffenstuel, Simon

Hofbrunn- und –zimmermeister, * um 1574 Pfarrei Gmund, 8.2.1620 Pfarrei Gmund.


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Hanns (s. 1).

Leben  
R. erwarb als junger Mann in Lyon in künstlichen Brunnenwerken neue Kenntnisse, bevor er v. a. im Wasserbau, aber auch im Bau- und Zimmererwesen in der Umgebung des Tegernsees tätig war. 1596 trat er in den hzgl. Dienst, wurde 1600 Schiffmeister, kurz darauf Hofzimmermeister und 1602 Brunnmeister. Er baute 1603 Uferbefestigungen bei Straubing und reparierte 1605 das Brunnenwerk zu Kraiburg. Zeitweise war er gemeinsam mit seinem Vater tätig, den Hzg. Wilhelm V. am 3.12.1616 mit dem Bau der Soleleitung einschließlich Hebewerken, Wasserrädern, Zuleitungen, Triftbächen, Holzauffangeinrichtungen, Siedeanlagen und Wohnhäusern beauftragte. R. konstruierte die neuartigen, von Wasserrädern angetriebenen Kolbenpumpen für die sieben Hebewerke, mit denen die Sole in Hochbehälter befördert wurde, um von dort im natürlichen Gefalle bis zum nächsten Pumpwerk zu laufen. Anstatt in Siegsdorf lag die Endstation der Soleleitung nunmehr in Traunstein, wo am 5.8.1619 der erste Sud erfolgte. Erstmals war es gelungen, eine Flüssigkeit mittels Pumpen über ein Gebirge hinwegzuleiten. Die 32,7 km lange Soleleitung, die hauptsächlich aus Fichtenholzdeicheln bestand, überwand einen Höhenunterschied von ca. 250 m; sie stellte eine technische Meisterleistung dar, die zu den imposantesten ihrer Zeit gehörte und knapp 200 Jahre in Betrieb war. Erst mit dem Bau einer neuen Soleleitung 1808-10 und der leistungsfähigeren Wassersäulenmaschinen Georg v. Reichenbachs war das Werk der beiden R. überholt.

Literatur  
zu Hanns u. Simon ADB 27; M. Flurl, Ältere Gesch. d. Saline Reichenhall, 1809, S. 37-42; J. Obermayer, Die Pfarrei Gmund am Tegernsee u. d. R., 1868; H. Freydank, Zur Gesch. d. Saline Traunstein, 1935, S. 520-22; N. Lieb, Münchner Barockbaumeister, 1941, S. 30-33; H. Kurtz, Die Soleleitung v. Reichenhall nach Traunstein 1617–19, 1978 (beschränkt sich auf d. techn. Leistung); A. Kleinschroth, Simon R. and his hydraulic work around the year 1600, in: Hydraulics and Hydraulic Research, A Historical Review, 1987, S. 89-92 (P); P.-G. Franke u. A. Kleinschroth, Kurzbiogrr. Hydraulik u. Wasserbau, 1991 (P); W. Staller, Hanns u. Simon R., in: Jb. d. Hist. Ver. f. d. Chiemgau 7, 1995, S. 91-120 (P), 8, 1996, S. 74-85; B. Klingmann, Die Salinenanlage Traunstein in d. Kftl. Hofmark Au, 1999; ThB.

Portraits  
Hanns mit Söhnen u. Ehefrauen, Gedenktafel, Anfang 17. Jh. (Totenkapelle d. Pfarrkirche Gmund); Ölgem. zu Simon (München, Hauptverw. d. Bayer. Berg-, Hütten- u. Salzwerke AG).

Autor  
Walter Staller
Empfohlene Zitierweise  

Staller, Walter, „Reiffenstuel, Simon“, in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 329 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119552183.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 21 (2003), S.  329
Erwähnungen: 
NDB 21 (2003), S. 328*
ADB 27 (1888), S. 694 Familienartikel

PND: 119552183
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Index

Reiffenstuel, Simon

Name: Reiffenstuel, Simon
Lebensdaten: 1574 bis 1620
Geburtsort: Pfarrei Gmund
Sterbeort: Pfarrei Gmund
Beruf/Lebensstellung: Wasserbaumeister
Konfession: katholisch
Autor NDB: Staller, Walter
PND: 119552183

Weitere Informationen

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Reiffenstuel, Simon

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119552183

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