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<< Alvensleben, Joachim     Alvensleben, Johann Friedrich Karl >>

Alvensleben, Johann Friedrich

preußischer, braunschweigischer und großbritischer Staatsminister, * 9.1.1657 Halle, 21.9.1728 (Hannover). (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Gebhard von Alvensleben (s. 4); 1686 Adelheid Agnes von der Schulenburg; 5 K überlebend, u. a. Rudolf Anton von Alvensleben (1688–1737), großbritischer und hannoverischer Geheimer Rat und Staatsminister, Karl August von Alvensleben (1698–1746), Geheimer Kammerrat.

Leben  
Alvensleben studierte in Leipzig und Saumur und bildete sich auf Reisen durch die Niederlande, England, Frankreich, Italien und die Schweiz. 1686 ernannte ihn Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel zum Hofrat. 1687 führte Alvensleben der Republik Venedig ein braunschweigisches Truppenkontingent gegen die Türken zu. 1688 von Kurfürst Friedrich III. zum brandenburgischen Kammerrat und Kriegsrat berufen, wurde er 1691 zum wirklichen Geheimen Rat ernannt, blieb aber zugleich in braunschweigischen Diensten und behielt Wohnsitz auf seinen Gütern. 1703 verhandelte Alvensleben während des Nordischen Krieges in Danzig mit Schweden. Seit 1719 hannoverischer Staatsminister, erbat er 1726 den Abschied. Die von König Friedrich Wilhelm I. 1717 befohlene Ablösung des Lehnskanons führte unter Leitung des Ministers Alvensleben zur letzten Adelsfronde gegen die preußische Krone, die trotz der Entscheidung des Reichsgerichts zugunsten der Ritterschaft, wie der Protektion Kaiser Karls VI. (Edikt vom 1.2.1725) und der Mehrzahl der Reichsstände erfolglos blieb. Der politische Briefwechsel Alvenslebens mit Leibniz umfaßt 129 Blatt (Staatsbibliothek Hannover). Er diente der Wahrung des Reichsgedankens gegenüber der aufstrebenden Macht Preußens und des Welfenhauses. Im Auftrage Alvenslebens erbaute der braunschweigische Hofarchitekt Hermann Korb 1694 bis 1702 das Schloß Hundisburg, ein Hauptwerk des Barock in Niedersachsen, mit bedeutenden Gartenanlagen. Umfassend gebildet, Gelehrter und Kunstsammler, schuf Alvensleben eine große Bibliothek, die u. a. Leibniz benutzte. Als Staatsmann im Dienste verschiedener Dynastien, zugleich als Polyhistor und Mäzen ist Alvensleben typisch für den „homo universalis“ des Hochbarock.

Literatur  
O. v. Heinemann, Gesch. v. Braunschweig u. Hannover, 1884–92; E. Bodemann, Die Leibniz-Hs. d. Kgl. Bibl. z. Hannover, 1895; L. v. Ranke, 12 Bücher preuß. Gesch., Krit. Ausg. v. G. Küntzel, 3 Bde., 1930; U. v. A., Die braunschweig. Schlösser d. Barockzeit, 1937.

Portraits  
Stich v. J. G. Wolffgang, Berlin 1729.

Autor  
Udo von Alvenslebenergänzt [d. Red.]
Empfohlene Zitierweise  

Alvensleben, Udo von, „Alvensleben, Johann Friedrich“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 233 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135708745.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S.  233 f.
Erwähnungen: 
NDB 1 (1953), S. 232*
NDB 1 (1953), S.  234*

PND: 135708745
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Index

Alvensleben, Johann Friedrich von

Name: Alvensleben, Johann Friedrich von
Lebensdaten: 1657 bis 1728
Geburtsort: Halle
Sterbeort: (Hannover)
Beruf/Lebensstellung: Staatsmann
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Alvensleben, Udo von
PND: 135708745

Weitere Informationen

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Alvensleben, Johann Friedrich von

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135708745

Normdaten
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