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NDB-Artikel

<< Burckhardt, Johannes Friedrich Paul     Buresch, Karl >>

Burdach, Carl Ernst Konrad

Germanist, * 29.5.1859 Königsberg, 18.9.1936 Berlin. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Otto B., Landgerichtsrat, S des Joh. Frdr. Hager, sächsischer Offz., der in russischen Diensten das Veterinärwesen der baltischen Provinzen organisieren sollte u. v. dort nicht zurückkehrte, so daß seine aus Österr. stammende Witwe den Königsberger Physiologen Karl Frdr. B. (1776–1847) heiratete, der ihren S aus 1. Ehe adoptierte, er wurde bekannt durch sein unvollendetes Hauptwerk „Die Physiologie als Erfahrungswissenschaft“ (v. seinem B Ernst [1801–76] hrsg. unter dem Titel „Anthropologie für das gebildete Publikum“) u. seinen großen Einfluß auf die damals so unruhige Studentenschaft; M Mathilde (1829–66), T des Kaufm. u. Gutsbesitzers Jos. Ferd. Friedländer in Berlin aus der bekannten Fam. Friedländer u. der Iris Reißert; ledig.

Leben  
Burdach studierte deutsche und klassische Philologie in Königsberg (1876), Leipzig (1876/77 und 1877/79) und Bonn (1877). Die Dissertation, mit welcher der Schüler von F. Zarncke und R. Hildebrand sich vorstellte, „Reinmar der Alte und Walther von der Vogelweide“ (1880, 21928), bedeutete eine Wendung der Minnesangforschung; die herrschende biographisch-chronologische Betrachtungsweise wurde hier durch eine stil- und geistesgeschichtliche ergänzt. In Wilhelm Scherer, dem Burdach während eines anschließenden anderthalbjährigen Studienaufenthalts in Berlin nahetrat, stieß er auf den wahlverwandten Geist. Mit der Lösung der von Scherer gestellten Preisaufgabe über die Sprache des jungen Goethe siedelte er sich auf dem zweiten Forschungsgebiet, der Goethephilologie, an, dem ein gewichtiger Teil seiner Lebensarbeit gewidmet blieb. 1884 in Halle habilitiert, wurde er 1887 außerordentlicher und 1894 ordentlicher Professor daselbst. Sein Buch „Vom Mittelalter zur Reformation“ (1893) kündigte thematisch ein neues Forschungsziel an, in dessen Dienst er 1897-99 eine Reise nach Bibliotheken und Archiven in Böhmen, Mähren, Schlesien, Österreich, Italien, Schweden und Paris unternahm; das Ergebnis dieser Reise hat Plan und Durchführung des von Burdach angeregten, in Obhut der Preußischen Akademie der Wissenschaften erwachsenen Sammelwerks „Vom Mittelalter zur Reformation“ (1912 folgende) bestimmt, dessen Kernstück die Ausgabe des von Burdach wiederentdeckten Prosadialogs „Der Ackermann aus Böhmen“ darstellt. 1902 wurde er auf die neu begründete hauptamtliche Forschungsstelle für deutsche Sprachwissenschaft bei der Preußischen Akademie berufen und hat darüber hinaus als Mitglied verschiedener Kommissionen (Deutsche, Luther-, Humboldt-, Leibniz-, Dilthey-Kommission) erheblichen Einfluß auf die Arbeit der Akademie geübt. - Burdachs durchaus aufs Universelle gerichtetes Bestreben hat in der Deutung der Quellen zweifellos oft die schmalen Grundlagen der Erkenntnis überflogen, doch haben seine Entdeckungen und Ideen der Forschung neue reiche Impulse zugetragen.

Werke  
Weitere W B.-Bibliogr. 1880-1930, zusammengestellt v. P. Piur, 1930 (P); seit 1930 in: K. B., Die Wiss. v. dt. Sprache, 1934 (P); Der Gral, F üb. seinen Ursprung u. seinen Zusammenhang mit d. Longinuslegende, in: F z. Kirchen- u. Geistesgesch., Bd. 14, 1938.

Literatur  
Einl. zu: K. B., Antrittsrede, in: SB d. preuß. Ak. d. Wiss., 1902, S. 793-96 (anonym); Adresse an K. B. z. 50jähr. Dr.-Jubiläum, ebenda, 1930, S. 685 f.; J. Nadler, in: Sudetendt. Jb., NF 1, 1930 bis 1931, S. 23-28 (P); H. Bork, in: Geistige Arbeit, Nr. 11, 1934, S. 12; P. Piur, Zum 75. Geburtstag v. K. B., in: FF 10, 1934, S. 199; ders., K. B. z. Gedächtnis, in: ZDP 62, 1937, S. 106-12; J. Petersen, Gedächtnisrede auf K. B. u. A. Hübner, in: SB d. preuß. Ak. d. Wiss., 1937, S. CXX bis CXXX. - Zu Karl Frdr.: ADB III; Scholz, in: Altpreuß. Biogr. I, 1941 (auch f. Ernst).

Portraits  
in Rhdb. I.

Autor  
Günther Jungbluth
Empfohlene Zitierweise  

Jungbluth, Günther, „Burdach, Carl Ernst Konrad“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 41 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118668056.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 41
Erwähnungen: 
NDB 20 (2001), S. 552 in Artikel Pniower, Otto
NDB 23 (2007), S. 217 in Artikel Schmidt, Wieland

PND: 118668056
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Index

Burdach, Konrad

Name: Burdach, Konrad
Namensvariante: Burdach, Carl Ernst Konrad
Lebensdaten: 1859 bis 1936
Geburtsort: Königsberg
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Germanist
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Jungbluth, Günther
PND: 118668056

Weitere Informationen

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Burdach, Konrad

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118668056

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