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Burckhardt
Burckhardt
Basler Geschlecht.
Leben ↑
Die Burckhardt bilden nach Zahl (von 1523 bis heute über 2000 Geburten), Dauer der Blüte und Vielfalt der Leistungen das bedeutendste Ratsgeschlecht der Stadt Basel zwischen der Reformation und 1900. Stammvater ist
Christoph (Stoffel,
* Britznach im Obermünstertal, Breisgau als Hintersasse des Klosters Sankt Trudpert,
† 1578 Basel), in Basel 1521 zünftig zu Safran, 1523 Bürger. Von seinen Nachkommen gründeten die fünf Söhne aus zweiter Ehe (mit der Oberstzunftmeistertochter Gertrud Brand [1516–1600])
Hieronymus, Theodor, Hans Rudolf, Samuel und
Daniel eigene, nach ihnen benannte Linien, welche mit Ausnahme der zweitletzten bis heute bestehen. Mit den noch älteren Schichten der Basler Bevölkerung durch Einheiraten sofort eng verbunden, tauchte das Geschlecht kurz nach 1600 im Rat auf und lieferte seit der Mitte des 17. Jahrhunderts der Universität eine Reihe von Gelehrten. Regelmäßig war es von da an auch unter den politischen „Häuptern“ der Stadt vertreten, so insbesonders ohne Unterbrechung im Bürgermeisteramt zwischen 1666 und 1731. Mit ihrer weiten Verzweigung im 18. Jahrhundert differenzierten sich die einzelnen Linien nach Vertretern der reichen und baufreudigen Fabrikantenschicht, der Geistlichkeit und des Handwerkerstandes, aus welchen einige Goldschmiede hervorragen. Das Wiederergreifen hoher Ämter begann gegen 1800; hierin betätigten sich jetzt fast ausschließlich einige hochbegabte Familien des noch heute sich weiter stark ausbreitenden Theodorstammes, dessen jüngere Linien zahlreiche Talente in Wissenschaft und Kunst aufweisen. Noch 1906/07 saßen die Burckhardt zu dritt im Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt. Fast alle Mitglieder des Geschlechts gehören dem reformierten Bekenntnis baslerischer Prägung an. Einzelne Abzweigungen sind nach Deutschland, Frankreich und Italien gewandert, neuerdings auch nach Zürich. Die Orthographie des Namens hat sich konsequent erst im 19. Jahrhundert durchgesetzt.
Im Sinne einer Auswahl sollen hier erwähnt werden aus der
Hieronymus-Linie: außer
Johann Ludwig (siehe
2)
a)
Johann Jacob (1577 bis 1629), Oberstzunftmeister, Vermittler auf der Lindauer Konferenz 1622;
b)
Johann Balthasar (1642-1722), Bürgermeister, Vermittler im Frieden von Aarau 1712, Vater des c)
Hieronymus (1680–1737), Antistes der Basler Kirche, Urgroßvater des d)
Peter (1742–1817), Bürgermeister und Landammann der Schweiz 1812-15. Aus der
Theodor-Linie: außer
Jacob siehe (1) und
Carl siehe (3) e)
Jacob (1642–1720), wie sein Vater und Großvater Professor der Jurisprudenz, nassauischer Hofrat; f)
Carl Christoph (1862–1915), Zivilgerichtspräsident, Regierungsrat und Nationalrat, Schöpfer des Trennungsgesetzes zwi
|schen Kirche und Staat in Basel, Sohn des g)
Carl (1831–1901), Ratsherr, und Vater des h)
Carl Jacob (
1891-1974), Historiker und Schriftsteller, Hochkommissar des Völkerbundes in Danzig, Präsident des Internationalen Roten Kreuzes, 1945-49 Gesandter der Schweizer Eidgenossenschaft in Paris; i)
Carl Felix (1824–1885) bekleidete als letzter das Basler Bürgermeisteramt (bis 1875) und war ein Sohn des k)
Carl (1795–1850), Bürgermeister; l)
Christoph (1631–1705), Oberstzunftmeister, unter seinen Nachkommen m)
Friedrich (1830–1913), Rektor des Gymnasiums, Professor der Mathematik, Freund Arnold Böcklins; n)
Albert (1854–1911), Professor der schweizerischen Geschichte, Konservator des Historischen Museums, Regierungsrat; o)
Walther (1871–1939), Professor des Staatsrechts in Lausanne, später des Staats- und Völkerrechts in Bern; p)
Emanuele (1744–1820), in neapolitanischen Diensten als Generalkapitän und Vizekönig (1802–20) von Sizilien. Aus der
Hans Rudolf-Linie: q)
Johann Jacob (1614-90), Bürgermeister und 1683 Vermittler zwischen den Religionsparteien in Glarus. Aus der
Daniel-Linie: r)
Daniel (1863–1949), Konservator der Basler Kunstsammlung und Professor der Kunstgeschichte, Entdecker des Malers Konrad Witz.
Burckhardt, Jacob Christoph
Burckhardt, Johann Ludwig
Burckhardt, Carl Emanuel