<< d'Alton, Richard Graf
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Meister Altswert
Lehrdichter, 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts.
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Leben ↑
Meister Altswert ist im Elsaß beheimatet, die erhaltenen Dichtungen mag der Fahrende bürgerlicher Herkunft in reiferen Jahren, etwa 1380, verfaßt haben. In „Der Tugende Schatz“ nennt Altswert sich mit dem Decknamen
Nieman; auch der Name
Altswert ist vielleicht gar nicht sein Familienname, sondern erst am Ende seiner literarischen Laufbahn angenommen. Diese Namensnennung geschieht nur am Schluß der 286, überall fälschlich als „Altes Schwert" zitierten Verse, die in allen drei Handschriften den anderen Dichtungen vorausgehen und offensichtlich eine Widmung der nachfolgenden Werke an seine Gönnerin darstellen. Im „Kittel“ und „Der Tugende Spiegel“ huldigt er ihr unter dem Siegel G (Margret?) wie ein Minnesänger und Liebhaber seiner Herrin in der Form einer Minneallegorie: Der Dichter kommt im Traum in Frau Venus' Land
bzw. den Venusberg, empfängt Minnelehren, preist die Tugend seiner Geliebten und empfängt für sie kostbare Geschenke. Im „Spiegel“ ist die Traumeinkleidung ins Bürgerliche gewandt: hier ist es ein Kaufmann, der ihm einen wunderbaren Stahlspiegel schenkt, in dem er seine makellose Herrin erblickt. Der Hang zu Gelehrsamkeit und Allegorien kennzeichnet seine bürgerliche Herkunft, andererseits ist er den Heldenepen, vor allem „Dietrichs Ausfahrt“ verpflichtet. Seine Originalität und Reimkunst sind nicht groß, aber seine Schilderung der Kleidermode und Sitten im damaligen Elsaß ist kulturhistorisch interessant.
Werke ↑
W. Holland u.
A. Keller, Meister
A., in:
Bibl. d. Literar.-
Ver. 21, 1850.
Literatur ↑
ADB I;
K. Meyer, Meister
A.,
Diss. Göttingen 1889;
H. Becker, Meister
A. als Plagiator, in:
ZDP 53, 1928, S. 161-66;
Ehrismann II, 2, 2, 1935, S. 498 f.;
E. Schröder, Meister
A. u. seine Dame, in:
ZDA 74, 1937, S. 64;
H. Niewöhner, in:
Vf.-Lex. d. MA I, 1933,
Sp. 69-71.
Autor ↑
Hellmut RosenfeldEmpfohlene Zitierweise ↑
Rosenfeld, Hellmut, „Meister Altswert“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
230
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd101044127.html
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Altzenbach, Gerhard >>
Altswert
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Altswert: Meister
A.
, ein allegorischer Name, anknüpfend an ein vom Dichter
gebrauchtes Gleichniß, das alte Schwerter den neuen und gesetzte
Männer den jungen Liebhabern vorziehen lehrt; die Rede machte,
heißt es am Schlusse, Meister Altswert. Demselben Dichter gehört
auch ein zweites Gedicht, "der Kittel", das in einer Handschrift
mit dem obenerwähnten unmittelbar und ungetrennt
zusammengeschrieben ist. Der Dichter zieht darin mit einem Knechte
aus, um Frau Venus aufzusuchen, findet sie auch und schildert ihr
die neue Minne im Elsaß. In dieser Gegend also war der Verfasser
heimisch und ihm
|werden wir wegen der gleichen
localen Beziehungen auch ein drittes Gedicht, "der Tugenden
Schatz", zuschreiben dürfen, worin er, von einem Zwerge in den
Venusberg geführt, von Frau Venus eine zwölfzackige Krone (jede
Zacke bezeichnet eine Tugend) für seine Geliebte zuerkannt erhält;
hier nennt er sich mit anderem allegorischem Namen Niemand und
zeigt sich ebenfalls im Elsaß heimisch. Herausgegeben sind die
auch durch Sprache, Stil und Ausdruck sich als Werke Eines
Dichters erweisenden Gedichte mit ein paar andern, wahrscheinlich
Hermann von Sachsenheim gehörigen Stücken von Holland und Keller:
"Meister Altswert." Tübingen 1850.
Autor ↑
Bartsch.
Empfohlene Zitierweise ↑
Bartsch, Karl, „Altswert“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
374-375 unter Altswert
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd101044127.html?anchor=adb
Meister Altswert
Name: Meister Altswert
Namensvariante: Altswert
Namensvariante: Nieman
Lebensdaten: erwähnt um 1380, gestorben 2. Hälfte 14. Jahrhundert
Beruf/Lebensstellung: Lehrdichter; Minnesänger
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Rosenfeld, HellmutAutor ADB:
Bartsch, KarlPND: 101044127