<< Burchard II.
Burchard >>
Burchard von Oberg
Bischof von Hildesheim (seit 1557),
† 23.2.1573.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Ministerialen, die
v. 14.
Jh. ab mehrere Domherrn in Hildesheim stellten; Bodo
v. Oberg, Abt
v. St. Michael in Hildesheim war 1367 Führer in der Schlacht
v. Dinklar gegen den
Hzg. v. Braunschweig, Wulbrand
v. Oberg war Notar an der Rota
u. seit 1480 Inhaber mehrerer Pfründen;
V Ritter Burchard (
gef. 1522 in der Hildesheimer Stiftsfehde);
M aus der
Fam. v. Steinberg.
Leben ↑
|Bis zur Durchführung der Reformation in der Stadt (1542) Dechant des Kollegiatstiftes Sankt Andreas, seit 1553 Domdechant, treu katholisch und kirchlich gesinnt, am 31.3.1557 zum Bischof gewählt, konnte Burchard wegen Widerspruchs der Stadt und Schwierigkeiten mit dem Domkapitel erst am 30.11.1562 feierlich vom Wohldenberg, wo er bis dahin Wohnung genommen, in Stadt und Dom einziehen. Die vom Mainzer Weihbischof 1567 vorgenommene Konsekration mußte in der Klosterkirche zu Marienrode erfolgen. Burchard war ernstlich und mit Erfolg bemüht um Festigung der nach dem Tode seines der Reformation zuneigenden Vorgängers, des unsittlichen Herzogs Friedrich von Holstein, noch bestehenden dürftigen Reste des Katholizismus und um Neubelebung des Glaubens und Kultus bei dem weithin zersetzten Klerus und dem wenigen dem alten Glauben treu gebliebenen Volk. Die an den Protestantismus verlorenen Güter gab er formell auf, um die noch erhaltenen zu sichern. Doch hörten trotzdem die Schwierigkeiten nicht auf. Steuerwald wurde zurückerworben, Peine und das Große Stift nicht. Letzteres wurde seit 1568 durch Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel protestantisch. Die von Burchard seit 1567 mit dem bayerischen Herzogshaus aufgenommenen Beziehungen wegen eines Koadjutors und eventuellen Nachfolgers wiesen dem Domkapitel den Weg zur Rettung der Diözese, die mit nur kurzer Unterbrechung für fast 200 Jahre von dort ihre Bischöfe erhielt. Hierdurch und durch die von ihm eingeleitete kirchliche Reform wurde Burchard zum
pater patriae, wie ihn die Grabinschrift nennt.
Literatur ↑
J. Oldecop, Chronic,
hrsg. v. K. Euling, 1892;
J. Brandis, Diarium,
hrsg. v. M. Buhlers, 1902;
A. Bertram, Die Bischöfe
v. Hildesheim, 1896, S. 139-45;
ders.,
Gesch. d. Bistums Hildesheim II, 1916, S. 203-75
(P);
Dict. Hist. Géogr. X, 1938,
Sp. 1234 f.
Autor ↑
Konrad AlgermissenEmpfohlene Zitierweise ↑
Algermissen, Konrad, „Burchard von Oberg“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
25 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135883814.html
Burchard
Name: Burchard
Namensvariante: Burchard von Oberg
Namensvariante: Oberg, Burchard von
Lebensdaten: erwähnt 1542, gestorben 1573
Beruf/Lebensstellung: Bischof von Hildesheim
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Algermissen, KonradPND: 135883814