<< Bumke, Oswald
Bungert, Friedrich August >>
Bumm, Ernst
Gynäkologe,
* 15.4.1858 Würzburg,
† 2.1.1925 München. ((römisch)-katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Kasp. (1813–85), Lehrer an der Taubstummenanstalt in Würzburg,
S des Kasp.
u. der Anna Krimm;
M Barb. (1824–98),
T des
Joh. Gutbrod
u. der Franziska Feller;
B Franz (1861–1942), Jurist,
Präs. des Reichsgesundheitsamtes (1905–26), mehrfacher Dr. med.
h. c., Dr. med. vet.
h. c., Anton (1849–1903), Psychiater in München;
⚭ Würzburg 1897 Lilli (1875–1938),
T des
Prof. der Pathologie
u. Therapie in Würzburg
Wilh. (
v.) Leube (1842–1922)
u. der Natalie Strecker; 3
S, 1
T.
Leben ↑
Bumm studierte in Würzburg Medizin, promovierte 1880 und habilitierte sich 1885 für Geburtshilfe und Gynäkologie in Würzburg, 1894 erhielt er das Ordinariat in Basel, 1900 in Halle, 1904 in Berlin; zugleich war er mit der Leitung der Universitätsfrauenklinik der Charité beauftragt. Seine Tätigkeit als Arzt, Forscher und Universitätslehrer fällt in die Zeit des größten Aufschwunges der neueren Medizin. Seine speziellen Arbeitsgebiete - Geburtshilfe und Gynäkologie - verdanken, wie alle operativen klinischen Fächer, ihre damalige glänzende Entwicklung vor allem den Fortschritten der Bakteriologie und dem Ausbau der operativen Technik. Damit sind auch die wichtigsten wissenschaftlichen Arbeitsgebiete von Bumm genannt. Seine Bedeutung besteht darin, daß er als erster systematisch die Erkenntnisse der Bakteriologie für sein Fachgebiet nutzbar gemacht und zur Lösung bestimmter klinischer Fragestellungen mit Erfolg bakteriologische Methoden angewandt hat. Die heute gültige Lehre von der weiblichen Gonorrhoe gründet sich im wesentlichen auf seine und seiner Schüler Forschungen. In die bakteriologische Gruppe seiner Arbeiten gehören ferner wichtige Beiträge zur Bakteriologie des Wochenbettfiebers und der operativen Infektionen. Die geburtshilfliche und gynäkologische Operationstechnik ist durch Bumm weiter ausgebaut worden. Er hat mit seinem „Grundriß zum Studium der Geburtshilfe” (1902,
14/151922) einen neuen Lehrbuchtyp geschaffen, der vor allem dadurch, daß meisterhafte Illustrationen in einem bis dahin unbekannten Ausmaß zur Demonstration verwendet werden, die Ausgestaltung der folgenden medizinischen Lehrbücher wesentlich beeinflußt hat.
Werke ↑
s. Zbl. f. Gynäkol. 49, 1925, S. 183.
Literatur ↑
K. Franz, in: Archiv f. Gynäkol. 123, 1924/25, H. 2/3;
K. Warnekros, E.
B., 1925;
Pagel (W);
Fischer I, 1932
(W).
-
Zu B Franz:
Reichs-Gesundheitsbl. 16, 1941
(P);
zu B Anton:
J. Pagel, in:
BJ VIII, S. 62 f. (
u. Tl. 1903,
L);
zu W. v. Leube:
DBJ IV (
Tl. 1922,
L);
G. Sticker, in:
Ll. Franken V, 1936, S. 150-55.
Portraits ↑
Beil. z. Münchner
Med. Wschr. 362, 1925.
Autor ↑
Erich BauereisenEmpfohlene Zitierweise ↑
Bauereisen, Erich, „Bumm, Ernst“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
16
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11888073X.html