<< Olschki, Leonardo
Olshausen, Hermann Otto Wihelm >>
Olshausen.
(preußischer Adel 1910 und 1913). (evangelisch)
Leben ↑
Die Schreibung des Namens
O. variiert in den Quellen vor 1723 beträchtlich (Alshusen, Alßhausen, Olshusen, Olshussen, Olßhaußen, Olsshusen
u. a.). Auch die im Gebiet um Celle lebende Familie Olzhausen dürfte dazuzurechnen sein, auch ohne daß der Anschluß an den hier zugrundeliegenden Stammbaum möglich ist. In Oelshauen westlich von Kassel sind für das 11. und 12.
Jh. die ältesten Träger des Namens bezeugt (Ritter
Gumbert,
erw. 1074, Ritter
Hartmann erw. 1123). Aus Grebenstein stammten zu Anfang des 15.
Jh. Studenten der
Univ. Erfurt (
Tilemanus 1411,
Conradus 1425), aus Ahnaberg eine Nonne (
Gertrud,
erw. 1469), aus Immenhofen hochrangige Kleriker, Mitglieder des Ordens der Brüder und Schwestern vom gemeinsamen Leben wie
Berthold (
† 1506), Hofkaplan und Familiaris des
Lgf. Ludwig II. von Hessen, und dessen älterer Bruder
Ludovicus (
† 1463). In Hofgeismar stellte die Familie 1529-38 den Bürgermeister (
Conrad, 1490), während nach einer Periode der Wüstung in Oelshausen
Bertha (
~ 1537), in Northeim
Hans und
Andreas (beide
erw. 1585) sowie in Celle
Diderik (
erw. 1438),
Hinrik (
erw. 1511),
Carsten (
erw. 1555),
Dietrich (
erw. 1562) und
Hans (
erw. 1589) begegnen. Im 17. und 18.
Jh. lebten Namensträger im Raum von Kassel und Göttingen bis Celle und Uelzen als Bauern, Handwerker, Diener und Soldaten.
Eine bis in die Gegenwart lückenlose Stammtafel läßt sich, ausgehend von
Otto, der 1627 in der Residenzstadt Celle die Pfarrerstochter Anna Niemann geheiratet hat, für 12 Generationen verfolgen. Im 18.
Jh. verengt sich die Kenntnis des Mannesstammes in der 5. Generation auf
Georg Wilhelm (1723–84), kurhann. Amtsgegenschreiber zu Northeim, nachmals Amtsschreiber und Obervogt zu Hardegsen. Von dessen Söhnen
Dr. phil.,
D. theol. Detlev (1766–1823, s.
ADB 24), seit 1815 Konsistorialrat und Superintendent in Eutin, Träger des Danebrog-Ordens, und
Friedrich (1774–1826), Ökonom des Allgemeinen Krankenhauses
St. Georg in Hamburg mit ihren zahlreichen Söhnen stammen alle jetzt lebenden Träger des Namens ab. Von den Söhnen Detlevs war der Philologe
Wilhelm (1798–1835, s.
ADB 24) Rektor der Schleswiger Domschule, während
Justus (1800–82, s.
ADB 24) als Universitätsprofessor in Kiel und Königsberg wirkte. Von dessen Söhnen war
Otto (s. 1) erfolgreich als Chemiker in der Industrie in Wiesbaden-Biebrich und in Elberfeld-Barmen tätig, bevor er sich unter dem Einfluß Rudolf Virchows der Archäologie zuwandte und für eine Reform der Krankenpflege eintrat.
Im Verlauf des 19.
Jh. weitete sich der Siedlungsrahmen der Familie aus. Der spätere Superintendent Detlev übersiedelte ins
Kgr. Dänemark. Beziehungen der Frau seines ältesten Sohnes, des Professors für Theologie, Geheimer Kirchenrat,
D. theol. Hermann (1796–1839, s.
L), Agnes
v. Prittwitz u. Gaf
|fron (1805-71), führten einen Familienzweig nach Oberschlesien. Drei Enkel des Superintendenten gelangten berufsbedingt nach Berlin; der Gynäkologe
Robert (1835–1915, s.
L) und der Jurist
Justus (s. 2) wurden 1910
bzw. 1913 nobilitiert.
Die Brüder
Arthur (1819–91), ein Journalist, und der Arzt
Johannes (1817–90), Söhne des Detlev, wanderten 1837
bzw. bald darauf in die USA aus; 1866 folgte ihnen dessen Enkel, der Kaufmann
Max (1837–84).
Theodor (1802–69, s.
L), der vierte Sohn des Superintendenten, mußte infolge seines politischen Engagements als Mitglied der Provisorischen Regierung in Kiel 1851 ebenfalls in die USA emigrieren, wo er 1856-60 an der deutschsprachigen Zeitschrift „Der Demokrat“ mitarbeitete und seit 1860 die „Westliche Post“ leitete, bevor er 1865 nach Europa zurückkehrte. Von Arthur, der mit seinen Söhnen
Gustav (1848–1941) und
Ernst (1850–1947) die „Westliche Post“ herausgab, und Max stammen die in den USA lebenden Familienmitglieder ab.
Olshausen, Hermann Otto Wihelm
Olshausen, Philipp Justus von