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Oldekop (auch Oldecop, Oldenkopp).
(lutherisch)
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Leben ↑
Die Familie ist seit 1412 mit dem Brauer
Henning in Hildesheim nachweisbar. 1528 verlieh Kaiser Karl V. in Burgos dem Scholaster und späteren Dekan des dortigen Stifts zum
Hl. Kreuz,
Johannes (1493–1574, s.
ADB 24;
BBKL), ein Wappen. Der gelehrte Theologe, der 1515/16 bei Luther in Wittenberg Vorlesungen gehört hatte, blieb katholisch. Für den Zeitraum 1500-73 verfaßte er eine Chronik von Stadt und Bistum Hildesheim.
Bald nach dem 30jährigen Krieg wanderten einige
O. nach Schweden aus. Die seit 1658 in Estland, später auch in Livland und Rußland ansässigen
O. gehören mit großer Wahrscheinlichkeit zur selben Familie.
Justus (Just, Jost) (1597–1667, s.
L), Sohn des
Jobst, Bürger und Brauer zu Hildesheim, studierte Rechtswissenschaft in Helmstedt, Jena, Heidelberg und Marburg. 1629 wurde er zum
Dr. iur. utr. promoviert. Danach war er Advokat und Sekretär der Stadt Hildesheim, seit 1630 Ratsherr. Nach Beginn des 30jährigen Krieges aus der Stadt ausgewiesen, kehrte er 1635 nach Hildesheim zurück, seit 1644 war er Assessor des Konsistoriums in Hannover, seit 1650 Syndikus der Provinzialstände zu Halberstadt. 1660 in Braunschweig, wurde er dort nach einem Streit mit dem Magistrat vertrieben und lebte zuletzt als braunschweig.-lüneburg. Konsistorialrat in Wolfenbüttel. Als fortschrittlicher Jurist trat er gegen Mißbrauch der Tortur und für einen milderen Strafvollzug ein. Bekannt wurde er durch seine gelehrten juristischen Schriften wie die Abhandlung „Politischer Unterricht für die Rathsherrn in Städten und Communen“ (1634) und besonders die „Observationes criminales practicae“ (1654, neue
Aufl. 1685 u. 1698, Observationes von dem Peinl. Gericht) und
Christian Friedrich (Friederich) (1741–1806), Sohn des
Heinrich Georg (1704–42), Pastor in Lüneburg, studierte ebenfalls Rechtswissenschaft, 1767 wurde er in Göttingen zum
Dr. iur. utr. promoviert, seit 1768 war er Senator zu Lüneburg, danach Prätor, 1769 Syndikus und Protosyndikus, seit 1784 Bürgermeister zu Lüneburg.
Karl (1776–1831, s.
Dt.balt. Biogr. Lex.), Sohn des Pastors
Theodor (1724–1806),
russ. General, wurde nach den Napoleonischen Kriegen
u. a. mit dem Alexander-Newski-Orden ausgezeichnet.
August (1787–1845, s.
Dt.balt. Biogr. Lex.) war zunächst Lehrer an der Deutschen Kirchenschule in Archangelsk, später Zensor im
russ. Polizei- und Innenministerium. Neben Übersetzungen aus dem Russischen ins Deutsche erarbeitete er 1824-34 auch ein zweisprachiges
russ.-deutsches Wörterbuch.
Henning (1846–1923) ließ sich nach einer mehrjährigen Seemannstätigkeit als Gutsbesitzer und Landschaftsrat auf Gut Grünhorst nieder. 1901 wechselte er nach Kiel und schrieb hier eine Topographie von
Schleswig-Holstein. Iwan (1844–1936, s. Rhdb.), Sohn des
Theodor (1811–94, s.
L) trat 1865 in die
preuß. Kriegsmarine ein, 1871 wurde er in der
kaiserl. Kriegsmarine zum Korvettenkapitän befördert. 1882-86 arbeitete er als Militärattaché bei der Botschaft in London und war anschließend Inspekteur des Bildungswesens der Kriegsmarine in Kiel, bis er 1899 als Vizeadmiral verabschiedet wurde. In Hannover, wo er zuletzt lebte, hatte er einen Sitz im Aufsichtsrat der Hannoverschen
|Wohnungsgenossenschaft und war Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes Hannover.
Karl Henning (1896–1995), einer der beiden Söhne von Iwan, war
Dipl.-Volkswirt und Oberstleutnant. Bis 1961 arbeitete er im Niedersächs. Ministerium für Wirtschaft und Verkehr.
Werke ↑
zu Justus:
Tractatus duo contra Benedictum Carpzovium, 1659,
Nachdr. 1996.
Literatur ↑
Theodor Oldekop, Das
Geschl. d.
O., 1875;
Heinrich Oldecop,
Btrr. z. Gesch. d.
Fam. O., 1945;
Ellen Weber-Oldecop, Die
bevölkerungsbiol. Auswertung d. Stammtafeln
O., Dipl.arbeit
TU Braunschweig, 1971;
Dt.balt. Biogr. Lex.;
Dt.GB 180, 1979, S. 317-476;
–
zu Justus:
ADB 24;
K. H. Oldekop, in: Braunschweig. Heimat, H. 1, 1975, S. 8-14.
Autor ↑
Justus OldekopEmpfohlene Zitierweise ↑
Oldekop, Justus, „Oldekop.“,
in: Neue Deutsche Biographie
19
(1998), S.
504 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13758511X.html