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Alban, Ernst >>
Alarich II.
Leben
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Leben ↑
Alarich II.,
Westgothenkönig 485—507, Sohn des großen Eurich und der
Ragnachild, einer Königstochter unbekannten Stamms; er entbehrte
mit der Härte auch der Kraft seines Vaters und war der schweren
Aufgabe, der überlegenen Macht der Franken unter dem schneidigen
und schlauen Merowinger Chlodovech das Gleichgewicht zu halten,
nicht gewachsen: die katholische und römische Opposition der
Provinzialen im eigenen Land, geführt von den einflußreichen
Bischöfen, untergrub seine Macht. Als im zweiten Jahre von
Alarichs Regierung Chlodovech durch seinen Sieg bei Soissons 486
über Syagrius seine Herrschaft bis an die Loire dehnte und die
Auslieferung des an den gothischen Hof geflüchteten Besiegten
forderte, wagte
A.
nicht, sie zu verweigern. Eine Zeit lang fand das
westgothische Reich eine Stütze gegen die Franken an der
stammverwandten ostgothischen Macht in Italien:
A.
hatte 439 Theoderich den Großen in seinem Kampf gegen
Odovakar durch Hülfstruppen unterstützt und dessen Tochter
Theodegotho zur Gattin erhalten: wiederholt vermittelte der
Amaler, seiner Friedenspolitik entsprechend, zwischen seinem Eidam
A.
und seinem Schwäher Chlodovech; auf einer Aue der
Loire bei Amboise, heute île de St. Jean,
fand mit Schmaus und Trank eine Zusammenkunft der beiden Fürsten
statt (500—505). Aber seit Chlodovech das katholische Bekenntniß
und damit die Vorkämpferschaft der orthodoxen Kirche gegen die
arianischen Ketzer in Gallien angenommen hatte, war der
Zusammenstoß zwischen Franken und Westgothen unvermeidlich
geworden. Die Katholiken im Gothenreich sehnten die fränkischen
Waffen zur Befreiung herbei. Die Strenge, mit welcher der König
den offnen Aufstand spanischer Städte niederschlug oder
conspirirende Bischöfe, wie die von Tours, Arles, Rhodez
verbannte, fruchtete so wenig, wie sein Bestreben anderseits,
durch Milde, durch Beibehaltung der katholischen Beamten seines
Vaters, durch Duldung des kirchlichen Lebens (Concil von Agde 506,
Besetzung verwaister Bischofsstühle), durch die wohlthätige
Codification des für die Provinzialen geltenden römischen Rechts
500 (Breviarium Alarici, lex Romana
Visigothorum) die Romanen zu gewinnen. Er wagte es nicht, die
Burgunder gegen den fränkischen Angriff (500) zu unterstützen und
als nun 507 Chlodovech den Glaubenskrieg gegen die gothischen
Ketzer verkündete, erlag
A.
, schlecht vorbereitet, — er griff zu
Münzverschlechterung und Zwangsanlehen, — von den Bischöfen,
welche die Thore der festen Städte unter Mirakeln dem Frankenkönig
öffneten, verrathen, von den Ostgothen zu spät unterstützt, dem
combinirten Angriff der Franken von Norden und der Burgunder von
Osten her: die Ungeduld seines Heeres, welches nicht länger die
Verwüstung des Landes durch die Feinde unthätig mit ansehen
wollte, zwang ihn, eine gut gewählte Vertheidigungsstellung bei
Portiers aufzugeben und ohne den Zuzug der Ostgothen abzuwarten,
den Franken entgegen zu gehen; er verlor Sieg und Leben in der
blutigen Schlacht auf den vocladischen Feldern am Clain, zehn
Milien nordwestlich von Poitiers. Die Folge dieser Niederlage war,
daß der größte Theil des gallischen Gebiets der Westgothen an
Franken (und Ostgothen) verloren ging und "das Reich von Toulouse"
erlosch. Fortan lag der Schwerpunkt des westgothischen Reichs, des
Reiches von Toledo, in Spanien. In Gallien verblieb ihnen nur das
Septimania, Gallia gothica, genannte
Gebiet.
Literatur ↑
Vgl. die zu Athaulf angef. Litteratur. — Breviarium Alarici, Lex Romana Visigothorum ed.
Hänel, Leipzig 1849.
Autor ↑
F. Dahn.
Empfohlene Zitierweise ↑
Dahn, Felix, „Alarich II.“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
175
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119503948.html?anchor=adb
Alarich II.
Name: Alarich II.
Lebensdaten: erwähnt 485, gestorben 507
Beruf/Lebensstellung: König der Westgoten
Konfession: arianisch?
Autor ADB:
Dahn, FelixPND: 119503948