<< Nostitz-Rieneck, Franz Anton Philipp Reichsgraf von
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Nostitz-Rieneck, Erwein Felix Maria Graf von
Politiker und Industrieller,
* 20.5.1863 Mieschitz (Böhmen),
† 3.11.1931 Wien. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Quellen
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Friedrich (1835–66),
S d. Erwein (1806–72), auf Falkenau u. Heinrichsgrün;
M Theresia (Sitta) (1837–1908),
T d. Leopold Felix
Gf. v. Thun u. Hohenstein (1797–1877), auf Ronsperg,
k. u. k. GR u. Kammerherr,
böhm. Obersthoflehensrichter, u. d. Elisabeth Freiin Mladota
v. Solopisk (1805–76);
⚭ Wien 1891 Amalia (1867–1956),
T d. Leopold
Gf. v. Podstatzky-Liechtenstein (1840–1902), auf Weseliczko,
k. u. k. GR u. Kammerherr, u. d. Franziska
Gfn. Paar (1842–81); 2
S Friedrich (1893–1973,
⚭ Sophie Fürstin
v. Hohenberg, 1901–90,
T d. Thron
|folgers Franz Ferdinand
Erzhzg. v. Österreich-Este), auf Heinrichsgrün, Erwein (1898–1952), 2
T Theresa (1892–1963,
⚭ Johann
Gf. Wilczek,
* 1884, auf Kreuzenstein, Kohlengewerke), Franziska (Mena) (1902–61,
⚭ Erbprinz Karl Egon zu Fürstenberg, 1891–1973).
Leben ↑
N. trat 1891 das Erbe seines Vaters als Herrschaftsbesitzer und erbliches Mitglied des
österr. Herrenhauses an und gehörte seit 1902 auch dem
böhm. Landtag an.
N. war nach Oswald Thun-Salm
bzw. Max Egon Fürstenberg führendes Mitglied, „zweiter Mann“ des verfassungstreuen Großgrundbesitzes in Böhmen, der deutsch-zentralistischen Fraktion des Adels, gehörte im Herrenhaus aber der Mittelpartei an und setzte sich für eine Annäherung beider Gruppen ein. Seine guten Verbindungen auch zur konservativen Adelspartei wie seine starke lokale Verankerung als Ausschußmitglied des deutschen Volksrates und Obmann des Theatervereins prädestinierten ihn als Vertreter seiner Partei zur Führung der deutsch-
tschech. Ausgleichsverhandlungen in Böhmen seit 1909, die
z. T. auch in seinem Prager Palais stattfanden.
N. vertrat eine administrative Zweiteilung im Sinne nationaler Autonomie unter Aufrechterhaltung einer gemischten Zone und versuchte 1913 zwischen den Deutschböhmen und dem Statthalter Fürsten Franz Thun (1847–1916) zu vermitteln.
N. war Anhänger des Ministeriums Clam-Martinic 1916/17 und fungierte als
ao. Botschafter in der Schweiz zur Notifizierung der Thronbesteigung Kaiser Karls. Er trat für ein Oktroi des nationalen Ausgleichs ein. Auf den Familiengütern baute
N. die Eisenwerke aus, war Präsident des Roten Kreuzes in Böhmen und nach 1918 Vorsitzender des Verbandes des deutschen Großgrundbesitzes in der Tschechoslowakei, lebte selbst aber meist in Wien. Er war bekannt für seine kulturellen Interessen.
Literatur ↑
E. Rutkowski, Briefe u. Dokumente
z. Gesch. d.
österr.-
ungar. Monarchie. I, 1983, S. 32 f.;
K. Kazbunda, Otázka česko-německá v předvečer velké války,
hg. v. Z. Karnik, 1995, S. 447;
ÖBL.
|Quellen ↑
Qu Fürstl. Fürstenberg'sches Archiv Donaueschingen,
Korr. Max Egon II.;
Haus-, Hof- u.
StA Wien, Nl. Baernreither;
Allg. Verw.archiv, MRPräs. 350, 351, 355.
Autor ↑
Lothar HöbeltEmpfohlene Zitierweise ↑
Höbelt, Lothar, „Nostitz-Rieneck, Erwein Felix Maria Graf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
19
(1998), S.
355 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13012589X.html
Nostitz-Rieneck, Erwein Graf von
Name: Nostitz-Rieneck, Erwein Graf von
Namensvariante: Nostitz-Rieneck, Erwein Felix Maria Graf von
Lebensdaten: 1863 bis 1931
Geburtsort: Mieschitz (Böhmen)
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Politiker; Industrieller
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Höbelt, LotharPND: 13012589X