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NDB-Artikel

<< Nonne, Max     Noppel, Constantin >>

Noot, Hugo von (österreichischer Adel 1900)

Industrieller, * 29.5.1842 Löhnen bei Voerde/Niederrhein, 22.11.1923 Wartberg (Steiermark). (evangelisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Die Fam. führt sich auf e. d. sieben Stadtadelsgeschl. Brüssels zurück, die aus konfessionellen Gründen vertrieben wurden. V Peter (1780–1859), aus Wiringhausen, Bgm. v. Dinslaken, seit 1823 in V., Gutsbes. in Haus Löhnen; M Katharina (1804–95), aus Wesel, T d. Kaufm. N. N. Scholten; 8 Geschw, u. a. Julius ( 1895), Kommunalempfänger d. Bürgermeisterei Götterswickershamm, August ( 1904), Schulamtspfleger in V., beide auf Haus Löhnen;- N. N.; S Hugo (1882–1936. Risa Taborsky), Dr., trat 1923 in d. Fa. Vogel & Noot ein, Geschäftsführer d. Eisenwerke Breitenfeld, Aufsichtsratsvors. d. Gegenseitigen Vers.ver. f. Montanwerke, Maschinen- u. Metallfabriken, Dir. d. Ersten österr. Spar-Casse.

Leben  
Nach Beendigung seiner Ausbildung im rhein.-westfäl. Industriegebiet ging N. 1863 nach Wien und wurde von dem Gewehrfabrikanten Werndl in Steyr angestellt, in dessen Auftrag er Geschäftsabschlüsse in Konstantinopel tätigte und sich 1866 zu Studienzwecken für die Waffenherstellung in den USA aufhielt. Gemeinsam mit Friedrich Vogel (1840–1902) gründete N. 1872 in Wartberg im Mürztal (Steiermark) und im benachbarten Mitterdorf ein eigenes Eisen- und Stahlwerk zur Herstellung von Heeresausrüstungen. Dritter Teilhaber war seit 1878 Hermann Bührlen (1844–1927). Im russ.-türk. Krieg 1877 versorgte „Vogel & Noot“ die russ. Armee mit dem sog. Linnemann'schen Infanteriespaten und anderem Pioniergerät. Um feine und mittelfeine Stahlbleche von hoher Qualität herstellen zu können, wurden zunächst die Wasserkraft der Mürz ausgebaut sowie Hammer- und Walzwerke errichtet, später erweitert durch den Einbau von Turbinen, einer Blechbeizerei und Verzinkerei und 100 PS-Dampfmotoren. Schließlich wurden auch Handelseisen zur Herstellung von Werkzeugen für die Landwirtschaft (u. a. ein moderner Pflugkopf aus Stahl, Schneidgeräte) und Gegenstände des Eisenbahnbedarfs und Baugewerbes (Hebelzange Patent „Noot“) produziert. Im 1886 erworbenen benachbarten Hammerwerk Mitterdorf, das über eine Wasserkraft von 300 PS verfügte, wurden Halbfabrikate (Bajonette, Tornistergestänge, Fahrradrohrteile) hergestellt, im 1. Weltkrieg auch Messingzünder für Artilleriegeschosse. 1898 waren hier ca. 500 Personen beschäftigt. 1900 wurde ein Wasserkraftwerk für Beleuchtung und Antrieb der Fabrikanlagen errichtet, das erste seiner Art in der Steiermark. Nach 1918 expandierte die Erzeugung von landwirtschaftlichem Gerät. Die Firma wurde von den Söhnen N.s und Bührlens weitergeführt, 1936 in eine AG umgewandelt. Seit 1946 werden Landmaschinen gebaut, weiterhin Werkzeuge und Blechfabrikate, Heizkörper und Warmwasserspeicher hergestellt.
1891-1919 war N. Präsident der Krainischen Eisen-Industriegesellschaft in Laibach, welche ein Raffinier- und Stahlwerk in Assling (Jesenece) und Javornik und ein Eisenwerk in Feistritz (Kärnten) besaß und in Servola bei Triest eine am Meer gelegene, moderne Hochofenanlage mit einem Stahl- und Grobblech- und Zaggelwalzwerk mit angeschlossener Schlackenziegelverwertung errichtete. Im 1. Weltkrieg baute die Gesellschaft eine Elektrodenfabrik in Dobrawa (Krain). Für alle Erzeugnisse dieser Unternehmen besaß N. bis Kriegsende das Alleinverkaufsrecht. Er war auch Mitbegründer einer AG zur Erzeugung von Pflanzenöl in Triest. 1899-1918 Mitglied des österr. Industrie-Rates, gehörte N. 1909-18 dem Herrenhaus als Mitglied der Verfassungspartei an und bekleidete nach 1918 zahlreiche hohe Funktionen in Aufsichtsräten österr. und deutscher Aktiengesellschaften, Banken und Sparkassen|

Auszeichnungen  
Präs. d. Ver. d. Montan-, Eisen- u. Maschinenindustriellen in Österr.; Großkreuz d. Franz Joseph-Ordens; belg. Leopoldsorden.

Literatur  
Die Großindustrie Österreichs, II, 1898, S. 273 ff.; Stahl u. Eisen 44, H. 4, 1924, S. 112 (P); E. Knauer-|Pultar, Die Tätigkeit d. Industrie-Rates 1898-1914, Diss. Wien 1973; ÖBL.

Autor  
Gustav Otruba , Maria Schimke
Empfohlene Zitierweise  

Otruba, Gustav; Schimke, Maria, „Noot, Hugo von“, in: Neue Deutsche Biographie 19 (1998), S. 335 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136982638.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 19 (1999), S. 335 f.

PND: 136982638
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Index

Noot, Hugo von

Name: Noot, Hugo von
Namensvariante: Noot, Hugo
Lebensdaten: 1842 bis 1923
Geburtsort: Löhnen bei Voerde/Niederrhein
Sterbeort: Wartberg (Steiermark)
Beruf/Lebensstellung: Industrieller
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Otruba, Gustav; Schimke, Maria
PND: 136982638

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Noot, Hugo von

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136982638

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